Das deutsche Internet geht unter die Echtzeit-Schnäppchenjäger.
Eine gute Handvoll Start Ups drängt zurzeit auf den noch jungen deutschen Markt des “One Product A Day”-Live-Shoppings. Die Idee kommt, wie so oft, ursprünglich aus den USA, wo Groupon seinen Benutzern seit November 2008 unter dem Motto “Collective Buying Power” lokale Rabattaktionen anbietet.
Jeden Tag wird dem Nutzer dabei für seine gewünschte Stadt ein neues, stark vergünstigtes Angebot vorgestellt. Diese Angebote umfassen meist Dienstleistungen und Aktivitäten wie Restaurant-, Bar-, Museums-, Ausstellungsbesuche oder Konzerte. Wollen an diesem Tag genug Nutzer das Angebot wahrnehmen, kommt es zustande. Finden sich nicht genügend Leute, die dieses Angebot kaufen möchten, verfällt es. Der Seitenbetreiber fordert durch dieses Prinzip also seine Nutzer auf, ständig neue Nutzer zu werben, damit die Chance steigt, ein Schnäppchen zu machen.
In Deutschland sprießen die Groupon-Klone und -Abklatsche gerade wie Schimmelpilze aus meinem undichten Fenster. Die Angebotsbreite steckt auf jeder der Seiten noch in den Kinderfüßen und es wird spannend zu beobachten sein, wer sich in der Gunst der Nutzer am Ende durchsetzen wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass auf dem bisher sehr übersichtlichen deutschen Markt auf lange Sicht mehrere dieser Seiten überleben können.
Vier Groupon-Klone möchte ich ganz kurz nennen:
City Deal – “Deine Stadt zum halben Preis”: Für sieben deutsche Städte werden täglich Angebote zum mehr oder weniger halben Preis angeboten. Sieht von allen Angeboten am fertigsten aus. Also fertig im Sinne von ausgereift.
CoupoMania – “Die Highlights Deiner Stadt”: Man kann aus drei Städten wählen, aber Angebote gibt es bisher nur für Hamburg.
Daily Deal – “Der beste Rabatt für Deine Stadt”: Aus 14 Städte kann man bei Daily Deal aussuchen. Dummerweise sind neun davon nicht aktiv. Die Rabatte reichen von etwa 30% bis etwa 50%.
Heimatpreis – “Gemeinsam Beute machen”: Diese Seite richtet sich an Münchner Nutzer.
Es wird wahrscheinlich nicht lange dauern, bis das Prinzip “Einkaufsgemeinschaft” nicht mehr nur auf Dienstleistungen, Aktivitäten und Veranstaltungen beschränkt bleibt, sondern die ersten Angebote für gemeinschaftliche Produktkäufe an den Start gehen.