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Schöne neue Social-Werbewelt

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Glaubt man den vielen PR-Versprechungen die da täglich in unseren Mail-Postfächern landen, ist werben heute einfach wie nie. Meldungen, dass die Umsätze des einstigen Werbe-Stiefkinds Internet mittlerweile alle klassischen Medien in den Schatten stellt, werden allzugerne als Lockmittel benutzt, um auch noch die letzten bislang abstinenten Handwerker und Kneipiers ins Web zu locken.

Lange ist die Zeit vorbei, dass der Neffe der Nachbarin vom Arbeitskollegen der Frau eine “Page” bastelt, bieten doch mittlerweile fast alle Internetprovider Baukastensysteme für Internetseiten, mit vorgefertigten Layouts für den Arzt, den Hausmeisterservice oder den Computerladen um die Ecke an. Selbst rudimentäre Shops können inzwischen mit wenigen Klicks angelegt und online gestellt werden.

Old Spice zeigt was mit Social Media geht

Man nehme einen gutaussehenden, sportlichen Schauspieler mit Ausstrahlung, bevorzugt einen ehemaligen Spitzensportler. Dann baue man für diesen Schauspieler einen ebenso sportlichen und sympathischen Charakter. Dann drehe man einen Aufsehen erregenden und über alle Medien hinaus positiv erwähnten Werbespot, der zur teuersten und umkämpftesten Sendezeit des ganzen Jahres ausgestrahlt wird. Dann ruhe man sich aber nicht auf den Lorbeeren aus, sondern trete in den direkten Kundendialog ein. Und zwar richtig und nicht einfach nur alibimäßig wie alle anderen.

Der neue Old-Spice-Man ist der Schauspieler und ehemalige Football-Profi Isaiah Mustafa. Er ist das neue Gesicht von “Old Spice”, einer der bekanntesten Männerpflegeserien weltweit. Angefangen hat die “Old Spice”-Kampagne mit diesem großartigen Spot, der in einer der Werbepausen des Superbowls ausgestrahlt und seitdem bei Youtube mittlerweile mehr als 12 Millionen mal angesehen wurde.

Einkaufsgemeinschaften

Das deutsche Internet geht unter die Echtzeit-Schnäppchenjäger.

Eine gute Handvoll Start Ups drängt zurzeit auf den noch jungen deutschen Markt des “One Product A Day”-Live-Shoppings. Die Idee kommt, wie so oft, ursprünglich aus den USA, wo Groupon seinen Benutzern seit November 2008 unter dem Motto “Collective Buying Power” lokale Rabattaktionen anbietet.

GrouponJeden Tag wird dem Nutzer dabei für seine gewünschte Stadt ein neues, stark vergünstigtes Angebot vorgestellt. Diese Angebote umfassen meist Dienstleistungen und Aktivitäten wie Restaurant-, Bar-, Museums-, Ausstellungsbesuche oder Konzerte. Wollen an diesem Tag genug Nutzer das Angebot wahrnehmen, kommt es zustande. Finden sich nicht genügend Leute, die dieses Angebot kaufen möchten, verfällt es. Der Seitenbetreiber fordert durch dieses Prinzip also seine Nutzer auf, ständig neue Nutzer zu werben, damit die Chance steigt, ein Schnäppchen zu machen.

In Deutschland sprießen die Groupon-Klone und -Abklatsche gerade wie Schimmelpilze aus meinem undichten Fenster. Die Angebotsbreite steckt auf jeder der Seiten noch in den Kinderfüßen und es wird spannend zu beobachten sein, wer sich in der Gunst der Nutzer am Ende durchsetzen wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass auf dem bisher sehr übersichtlichen deutschen Markt auf lange Sicht mehrere dieser Seiten überleben können.

Vier Groupon-Klone möchte ich ganz kurz nennen:

City Deal – “Deine Stadt zum halben Preis”: Für sieben deutsche Städte werden täglich Angebote zum mehr oder weniger halben Preis angeboten. Sieht von allen Angeboten am fertigsten aus. Also fertig im Sinne von ausgereift.

CoupoMania – “Die Highlights Deiner Stadt”: Man kann aus drei Städten wählen, aber Angebote gibt es bisher nur für Hamburg.

Daily Deal – “Der beste Rabatt für Deine Stadt”: Aus 14 Städte kann man bei Daily Deal aussuchen. Dummerweise sind neun davon nicht aktiv. Die Rabatte reichen von etwa 30% bis etwa 50%.

Heimatpreis – “Gemeinsam Beute machen”: Diese Seite richtet sich an Münchner Nutzer.

Es wird wahrscheinlich nicht lange dauern, bis das Prinzip “Einkaufsgemeinschaft” nicht mehr nur auf Dienstleistungen, Aktivitäten und Veranstaltungen beschränkt bleibt, sondern die ersten Angebote für gemeinschaftliche Produktkäufe an den Start gehen.

Google lässt in Street View plakatieren

Google hat mal wieder einen neuen Werbemarkt entdeckt. Und zwar im eigenen Haus. „Claiming Real Estate in Panoramic or 3D Mapping Environments for Advertising“ lautet die Bezeichnung für ein Patent, mit dem Google Werbeflächen in Google Maps und Street View anbieten will.

Techniques for identifying groups of features in an online geographic view of a real property and replacing and/or augmenting the groups of features with advertisement information [...]

Google will demnach für Werbekunden interessante Gebäude identifizieren und die am oder in der Nähe des Gebäudes zu findenen Hinweis- und Werbetafeln durch aktuelle, in einem Auktionsverfahren vergebene, Werbung ersetzen. Beispielsweise soll es zukünftig möglich sein, die vom Google Street Car gefilmten Plakatwände oder Hinweistafeln vor Kinos bzw. Theatern zu buchen.

Und ich freue mich jetzt schon auf den Wahlkampf zur Bundestagswahl 2013, wenn die SPD in Google Street View alle Werbeflächen vor dem Konrad-Adenauer-Haus bucht und mit dem Konterfei von Klaus Wowereit pflastert.

(via GoRumors)

Zukunft des Web ManagementFuture of Web Management

Die CeBIT rückt näher und die Planungen werden konkreter. Am CeBIT Dienstag planen wir gerade ein Panel zum Thema “Zukunft des Web Management”. Während meiner Recherchen ist mir da gerade ein nettes (altes) Video von Prof. Wesch untergekommen, was uns noch einmal in 5 min die Veränderungen des Webs skizziert:

Hiernach müssen wir das Web heute nicht mehr als das “Web of Pages”, sondern als das “Web of People” verstehen, die (also die Leute) 1) an verteilten Orten im Web ihre Daten halten und ihre Konversationen tätigen und 2) deren Wissen und Entscheidungen durch das Web geführt wird und sich ständig durch dieses verändert. Wer sich also immer noch dem Gedanken unterwirft, dass seine Web-Page und die darauf “schön” angeordneten Informationen schon bzw. durch SEM (Search Engine Marketing) gestützt “gefunden” werden und sich das “Web Management” damit (sprich der schön angeordneten und brauchbaren Darstellung von Informationen auf seiner Website und der Wegbereitung zur Auffindung durch SEM) erledigt hat, der hat zu kurz gedacht.

Mit dem Panel “Zukunft des Web Management” wollen wir die neuen Herausforderungen sowohl auf der konzeptionellen als auch technologischen Seite diskutieren. Sprich die Fragen klären – was muss das Web Content Management in Zeiten von Web 2.0, User-Generated Content/Distribution und verteilten Social Networks und “Gesprächsorten” im Web leisten. Hierzu haben wir verschiedene Experten aus den Bereichen Web-Konzeption, Usability, Technologie als auch von der Unternehmensseite eingeladen.Time is getting shorter until CeBIT and CeBIT Webciety 2010 will be starting. We are in the midst of planning the conference program – and one of the panels of the first day of CeBIT will be a discussion about the “Future of Web Management”. In the research for this panel I came along an old but still outstanding video of Prof. Wesch that I wanted to share with you here:

This video documentates very nicely the evolution of the web and it leads to the new challenges of web management – because the web of a company or organization is not a centralized spot in the web – but the distributed net outthere. How these challenges have to be addressed is topic of the above mentioned panel on March 2nd.

Heute: Erste Programmvorstellung beim Webmontag HannoverCeBIT Webciety 2010 – have a first glance!

Zusammen mit Kathrin Schmitz gebe ich heute beim Webmontag Hannover erste Einblicke das geplante Programm des Konferenzteils der CeBIT Webciety 2010. Im Großen und Ganzen bleibt dabei alles beim Alten: es gibt jeden Tag sechs interessante Themen-Panels, die vorwiegend aus Diskussionsrunden mit evt. kurzweiligen Einführungsvorträgen bestehen und durch sogenannte Entertainment-Slots unterbrochen werden (siehe Format-Erklärung). Neu dagegen ist, dass die Webciety 2010 verschiedene Leitthemen-Stränge hat, die als Themenraster “hinter” dem Programm liegen. Im Kern geht es dabei um vier Themen, die hier im Blog auch mit eigenen Kategorien abgebildet sind: Personal Brand & Identity, Collective Influence & Mind, Share & Network Economy und Living in the Cloud. Diese Themenstränge sind für uns die wesentlichen Dimensionen, entlang derer die derzeitigen Veränderungen im “Web” und der “Gesellschaft” – kurz der “Webciety” – diskutiert werden können. (Details zu den einzelnen Themensträngen gibt es in den kommenden Wochen…) – hier nun aber erstmal die Folien, die es heute beim Webmontag zu sehen gibt:

Just to let you know about the actual planning for CeBIT Webciety 2010 – here is a short presentation I will give tonight at the Webmontag in Hannover. The presentation is in German – but the slide with the program at the end is mainly in English: