Es ist immer wieder schön, wie Werbung täglich versucht, uns Lösungen für Probleme anzudrehen, die wir gar nicht haben, während wir uns täglich über Dinge ärgern, deren Lösung uns immer noch fehlt. Und ich spreche nicht einmal von Nahrungsmittel-Replikation oder Beamen, sondern von Ladegeräten. Eines fürs Mobiltelefon, eines für die Kompakt-Digitalkamera, eines für die DSLR. Notebook und Netbook nicht zu vergessen. Vielleicht bringt das Handy auch noch ein Datenkabel mit, und mit etwas Glück hat man am Rechner mehr als vier USB-Stecker zur Verfügung.
Manche Ladegeräte sind halb so groß wie das Gerät, das sie aufladen sollen. Und wehe, man vergisst eines im Büro. Am besten gleich doppelt kaufen. Oder dreifach, man weiß nie. Das Ergebnis in jedem Fall: Kabelsalat, Ärger, Sucherei, tägliches Herumhantieren an der 12-fach-Steckdosenleiste. Schon die einfachsten Workarounds führen da zu Begeisterungsstürmen: Hübsche, teuere Kisten, die das Problem elegant verbergen sollen, Kunst, Klopapierrollen, Handy-Ladeschalen.
Immerhin: Fast alle Hersteller von Mobilfunktelefonen haben sich verpflichtet ihre Geräte in Zukunft mit Micro-USB-Steckern auszustatten. Und wen es nicht stört, seine Geräte in Hüllen stecken zu müssen, kann sie tatsächlich bereits induktiv aufladen.
Dann gibt es noch Lösungen wie den ChargePod.
Der verspricht ein Universal-Ladegerät zu sein: Er lädt MP3-Player (auch den iPod), PDA, Digitalkamera, Mobiltelefone und Laptops, und ist gleichzeitig ein USB-Hub. Ich gebe zu: Einen Moment lang habe ich darüber nachgedacht, ob ich so etwas brauche. Der Haken: Er ist nicht besonders hübsch, kostet 200$ und momentan nicht erhältlich. – Oh, und was ich vergessen habe zu erwähnen: Die Adapter für 3.000 verschiedene Geräte kauft man dazu, für etwa 10$ pro Stück.
Immerhin eines tut er ganz gut: Uns daran erinnern, dass wir da ein Problem haben, das auf eine Lösung wartet. So lange werde ich weiterhin leise seufzend Ladegeräte ein- und auszustecken. Und beten, dass bald all unsere Geräte per elektromagnetischer Induktion aufgeladen werden – am Besten in Richtung des Wireless Power Consortiums.