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Eine Vision aus Glas? Irgendwann vielleicht

ProjectGlass

Die Brille. Ein Konstrukt, welches man im sechsten Jahrhundert vor Christus angeblich das erste Mal erwähnte. Das, was man wirklich Brille und damit Lesehilfe nennen konnte, wurde dann allerdings Ende des 13.ten Jahrhunderts in der Toskana gesehen. Das Gebilde, welches man sich gemeinhin auf die Nase setzt. Und nun? Jetzt haben wir 2012 und Google hat das Project Glass aus der Traufe gehoben.

Noch ohne genaue Infos, nur mit einer Vision. Die Brille, nicht nur als Lesehilfe, sondern auch als Begleiter durch alle Lebenslagen. Nicht lange ist es her, da beschrieb ich noch, dass vielleicht noch dieses Jahr Googles Android-Brille auf den Markt kommen soll. Was sie kann, wozu sie da ist? Weiss wohl bislang niemand so genau. Ich träumte ein bisschen herum und machte das Ganze am Beispiel von Augmented Realitiy fest.

A Starry Night

Wenn der werte Herr Lobo hier zum Jahresende nochmal das Thema iPad-Bashing auf die TabletTagesordnung wuchtet, kontere ich einfach mal ganz gepflegt mit einem wunderhübschen Weihnachtsgruß vom Torchbox-Team.

Sehen Sie nun im folgenden Video jede Menge iPads, ein iPhone und viele lächelnde Gesichter, die zusammen eine kleine Winter- und Weihnachtsgeschichte auf den Bildschirm zaubern:

A Starry Night from Torchbox on Vimeo.

Liebe Tante Gerda,

vielen Dank für Deinen lieben Brief und das beigelegte Geld. Ich habe mich sehr darüber gefreut, aber Du weißt ja, dass Du mir wirklich kein Geld mehr schicken brauchst.

Ich hätte natürlich schon viel früher wissen müssen, dass ich Dir näher erklären sollte, womit ich mein Geld verdiene, als Du mich in Deinem vorletzten Brief nach meinem neuen Beruf gefragt hast. Es war dumm von mir, Dir einfach nur zu schreiben: “Web 2.0 und Social Media”. Entschuldige bitte. Hättest Du mir damals als Kind, als ich Dich danach gefragt habe, was Du beruflich machst, einfach nur gesagt, dass Du Schnitzelteile und Stelze aus dem Schlögl tranchierst, hätte ich auch nicht gewusst was das ist.

Darum möchte ich Dir jetzt erklären, was ich tue.

Erinnerst Du Dich noch, als Du Mitte der Neunziger ein neues Kochtopfset brauchtest? Ich weiß noch wie Du eines Abends erst bei Deinen Nachbarn, und zehn Minuten später noch bei Tante Sieglinde angerufen hast, um sie zu fragen, welche Töpfe sie benutzen, wo sie sie gekauft hätten, wie teuer sie gewesen wären und ob sie damit zufrieden seien. Die Nachbarn hatten sehr teure Töpfe, die sie Dir dringend empfohlen, aber Du wolltest nicht so viel Geld ausgeben. Tante Sieglinde hatte ihre Töpfe sehr günstig in so einem Sonderpostengeschäft gefunden, ärgerte sich aber darüber, dass das Essen oft anbrannte und man die Griffe nicht ohne Topflappen anfassen konnte. Du warst nach den Telefonaten nicht schlauer als vorher und hast dann zwei Wochen später im Kaufhaus diese mittelteuren Töpfe gekauft, von denen die Verkäuferin mit diesem treudoofen Blick meinte, dass es das beliebteste Topfset aller Kunden wäre.

Das Essen, das Du damit gekocht hast, war meist gut. Aber Du hast Dich am Anfang darüber beschwert, dass die Deckel nicht ganz auf die Töpfe passten und dass sie schon nach dem zweiten Abwasch nicht mehr komplett sauber wurden. Als Du versucht hast, die Töpfe zu reklamieren, sagte man Dir im Kaufhaus, dass Du Dich direkt an den Hersteller wenden und die Töpfe einschicken müsstest. Aber sie konnten Dir nicht sagen, an welche Adresse Du schreiben musst und wie die Reklamation genau funktionierte. Also hast Du Dich mit den Töpfen arrangiert, ohne so richtig glücklich mit ihnen zu sein. Weiterempfohlen hast Du sie nie, wenn Du von den Frauen aus der Wandergruppe gefragt wurdest.

Vom neuen Topfset, das Dir Horst zu Eurem Hochzeitstag geschenkt hat, bist Du auch nach über einem Jahr noch sehr begeistert, wie Du immer sagst. Um das perfekte Topfset für Deine Bedürfnisse auszusuchen, hatte mich Horst zwei Wochen vor dem Hochzeitstag angerufen. Nicht, weil ich ein Topfexperte wäre, sondern weil er wusste, dass ich auch schon beim Kauf von Omas neuem Rollator im Internet nützliche Tipps gefunden hatte und Oma ihr Gefährt sehr mochte.

Zusammen mit Horst habe ich mich dann an meinen Laptop gesetzt und im Internet nach Testberichten für Topfsets gesucht. So konnten wir uns erstmal überhaupt einen Überblick verschaffen, wie viele verschiedenen Topfvariationen zu welchen Preisen es gibt. Und wir erfuhren, welche Eigenschaften wichtig sind und einen guten Topf ausmachten. Wir erstellten zusammen eine Vorauswahl und suchten zu jedem dieser Topfsets dann Meinungen von Kunden, die sie gekauft hatten. Horst konnte gut einschätzen was Dir an einem neuen Topfset wichtig ist, also achteten wir besonders auf diese Aussagen. Und Deiner Begeisterung nach zu urteilen, haben wir uns im Endeffekt genau für das richtige Topfset entschieden.

Das – ungefähr – ist Web 2.0: Viele Menschen machen dabei mit, sich im Internet über Dinge zu unterhalten. Und andere Menschen profitieren von diesen Unterhaltungen, weil sie dadurch ihr Wissen vergrößern und bessere Entscheidungen treffen können.

Du hattest es bei Deinem alten Topfset ja schnell aufgegeben, zu versuchen, es beim Hersteller zu reklamieren, weil Du keine Ahnung hattest, wie Du mit dem Unternehmen überhaupt direkt in Kontakt treten kannst. Und Du kanntest niemanden, der Töpfe vom gleichen Hersteller gekauft hatte und Dir einen Tipp geben konnte. Heute kann ich es Dir ja sagen: Wir hörten Dich beim Kochen oft leise fluchen: “Nie wieder dieser Hersteller!”

Und genau an dieser Stelle kommt Social Media ins Spiel, liebe Tante Gerda.

Stell Dir vor, dass der Hersteller Deines alten Topfsets sich immer gefragt hat, warum er im Laufe der Jahre immer weniger davon verkauft hat. Er hat ab und zu in ein paar Tageszeitungen Werbeanzeigen geschaltet, hat zusammen mit dem einen oder anderen Kaufhaus ein Gewinnspiel veranstaltet. Aber bei ihm kamen nur ganz selten unverfälschte Informationen darüber an, was Käufer wie Du von seinen Töpfen überhaupt hält. Und wie die Kunden den Service fanden. Und was sie an den Töpfen verbessern würden. Der Hersteller hat jahrelang einfach immer weiter die Töpfe produziert und gehofft, dass Kunden wie Du schon damit zufrieden sind. Der Hersteller wusste, in welchen Gegenden er mehr – und in welchen Gegenden er weniger Töpfe verkaufte, aber er wusste nie genau warum. Er konnte nur spekulieren, dass dort Kunden wohnten, die ihren Nachbarn, Freunden und Verwandten bei ihrer Einkaufsentscheidung halfen und die Topfsets entweder empfohlen oder vom Kauf abrieten.

Firmen wie der Topfhersteller kommen zu mir, um mit mir zusammen zu überlegen, wie sie mit ihren Kunden direkt in Kontakt treten können. Sie möchten wissen, was die Kunden an ihren Produkten mögen und was nicht. Sie möchten wissen, welche Eigenschaften sich die Kunden für die Produkte wünschen. Sie möchten wissen, was die Kunden an Konkurrenzprodukten mögen und was nicht. Sie möchten individueller auf Kunden eingehen, weil es so viele Konkurrenten gibt, die ähnliche Produkte anbieten – und der Service heutzutage oftmals das einzige Unterscheidungskriterium ist, was einen Hersteller von einem anderen unterscheidet.

Im Web 2.0 treffen sich diese Kunden und tauschen untereinander genau diese Informationen aus. Und der Hersteller kann nicht kontrollieren, ob andere Kunden davon erfahren, wie viele Käufer das Produkt und den Service schlecht finden.

Was er aber tun kann, ist selbst zu diesen Treffpunkten zu gehen und dort direkt mit den Kunden zu reden. Denn in diesen Treffpunkten kann er nicht nur all das finden, was er sucht, sondern auch und vor allem selbst beim Austausch dabei sein und so direkt mit den Menschen reden, die seine Produkte kaufen: Er erfährt was die Menschen an seinen Produkten mögen, was sie nicht mögen, was sie ändern würden, erhält Anregungen für neue Produkte und kann aktiv daran mitgestalten, wie Kunden über ihn reden.

Das alles ist nicht nur gut für den Hersteller, sondern auch für Dich als Kunden, liebe Tante. Du kannst jetzt nämlich dem Hersteller sagen, dass die Topfdeckel wackeln, dass Du aber die Handgriffe magst, dass Du Dir aber wünschen würdest, dass es Töpfe gäbe, bei denen das Essen gar nicht erst anbrennen kann. Und wenn der Hersteller dann auf Deine Wünsche hört, seine Topfsets nach Deinen Vorstellungen baut, Du darum wieder seine Töpfe kaufst, Du sehr zufrieden mit dem neuen Topfset bist, Du freudestrahlend Deinen Nachbarn und Bekannten von den tollen Töpfen berichtest, der Hersteller plötzlich ganz viele Topfsets verkauft und Du jeden Abend andere Gäste bekochst, dann, liebe Tante Gerda, habt ihr beiden am eigenen Leib erfahren, wie Social Media geht.

Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch bei Euch und vor allem auf Deine tollen Kohlrouladen. Grüß bitte Onkel Horst ganz lieb von mir!

Liebe Grüße

Dein Björn

Merry Geekmas

Bald schon ist Weihnachtszeit. Und Weihnachtszeit ist Einkaufsstresszeit. Und Einkaufsstresszeit ist keine fröhliche Zeit. Die Panik, die sich in seltenen Fällen bis zum Vormittag des 24. Dezember vollkommen ignorieren lässt, wird spätestens dann hinterrücks zuschlagen und mich in das Gedränge mit unzähligen Anderen quälen, um die Geschenke für die liebe Familie zu finden, die auf den letzten Blick, der auch gleichzeitig der Erste ist, zumindest okay erscheinen.

Aber dieses Jahr nicht! Dieses Jahr soll alles anders werden. Ich habe keine Lust auf Weihnachtsmarktgerüche, auf glühweintrunkene „Merry Christmas“-Chöre und erst recht nicht auf lange Wartezeiten an Kassen in winterjackenunkonformtemperierten Einkaufstempeln.

Dieses Jahr kaufe ich ausschließlich online – und das standesgemäß. Denn ich kaufe Geekgeschenke. “Geekgeschenke?” werden Sie sich vielleicht fragen. Ja, liebe Spätnerds und Teilzeitapplejünger. Lehnen Sie sich einfach ein wenig zurück und folgen den Geschenkempfehlungen, die ich Ihnen für die ganze Familie zusammengestellt habe.

Es ist vermutlich die Erfindung des Jahrhunderts. Sie darf in keinem Haushalt fehlen, vor allem nicht an kalten Sonntagnachmittagen: Die Decke mit Ärmeln! Mutti wird sich freuen, dass sie nun vorn, hinten und an den Seiten kuschlig warm eingepackt ist, wenn sie abends beim Tatort-Gucken strickt.

Väter grillen gern. Geekige Väter auch. Nur leider unterliegen sie dabei aber meist einer gewissen Verletzungsgefahr. Nun nich mehr. Denn die tragbare Mikrowelle, die auch auf den Schreibtisch passt, ist nun stets in Griffnähe, wenn es darum geht, ein leckeres totes Tier schnell und unkompliziert zuzubereiten.

Space Warp - GeekgeschenkeNicht minder grandios ist der Spacewarp 5000, die Achterbahn zum Selberbauen! Erschaffen Sie Ihren eigenen kleinen Vergnügungspark und lassen die verstaubte Modelleisenbahn im Keller endgültig in Vergessenheit geraten.

Der kleine Bruder, dem man vor ein paar Jahren alle Spielkonsolen vererbt hat und der jetzt vergeblich versucht, die Rekorde bei “Super Mario” und “Donkey Kong” zu brechen, wird sich über die Nintendo Wandaufkleber freuen, mit denen er sich seine Lieblingslevel selbst an der Zimmerwand zusammenstellen kann. Passend dazu erhält er ein Werk aus der Pixelkunst von “CoteDePorc”, die er zur Not auch einfach als Glasuntersetzer benutzen kann.

Statt für die kleine Schwester Glühwürmchen oder Schmetterlinge zu fangen, die schon nach kurzer Zeit elendig im Einweckglas zugrunde gehen, kauft der große Bruder in diesem Jahr den Schmetterling im Glas. Er flattert fast so wie der echte Schmetterling, ist aber immer nur solange tot, bis neue Batterien eingelegt wurden.
Biotachi - GeekgeschenkeUnd apropos Natur: Auch wenn die kleine Schwester keinen grünen Daumen hat, spricht trotzdem nichts dagegen, es einfach mal mit dem Biotachi zu versuchen. Der Biotachi ist ein echter kleiner Kaktus, der von Plexiglas umhüllt als Schlüsselanhänger immer mit vor die Tür gehen kann.

Für junge Eltern empfehle ich das Buch “50 gefährliche Dinge (die man Kinder machen lassen sollte)”. Natürlich mit genauen Anleitungen. Es hilft ja nichts die kleinen Racker in Watte zu packen. Sollen sie doch lernen durch Schmerz!

So go on: lick a 9-volt battery, boil water in a paper cup, squish pennies on a railroad track, and go dumpster diving. You and your geekling will learn more real life skills from this book than they ever will in science class!

Spätestens, wenn die Kinder als Erstsemesterstudenten im Bachelorstudiengang Soziologie ihren eigenen IKEA-Schrank aufbauen müssen, werden sie ihren Eltern dankbar sein, dass sie wissen was Schmerz ist – und wie man sich einhändig mit Pflastern versorgt.

Death Star PlanetariumDer eine oder andere Geek hat es nicht leicht, eine Frau auf sich aufmerksam zu machen. Als guter Freund muss man diesem armen Kerl unter die Arme greifen. Darum schenkt man ihm zu Weihnachten das Death Star Zimmerplanetarium. Das Planetarium projeziert die Star-Wars-Galaxie an die Zimmerwände. Instantromantik für Geeks, quasi. Und endlich passt auch der Anmachspruch: “Soll ich Dir mal meinen Todesstern zeigen?”

Die beste Freundin, mit der man schon seit der neunten Klasse nicht nur die intimsten Geheimnisse, sondern auch die Comicsammlunng teilt, bekommt in diesem Jahr ein bisschen Dekokram: Die Comiclampe von SpookyShades passt in jede Wohnung und spendet heimelig-warmes Licht, während man gemütlich in den alten Marvel-Ausgaben blättert.

Und zu guter Letzt denke ich auch ein wenig an mich. Denn mir selbst schenke ich LOLMagnetz – kleine lustige Kühlschrankmagnete im LOL-Cats-Style. Can i haz Kühlschranklyrik?

K thx bye.

Schnipsel

Morgens Aronal iPhone, abends Elmex iPad. Anhand der Zugriffszahlen auf die Website der altehrwürdigen norwegischen Tageszeitung “Aftenposten” zeigte John Einar Sandvand, dass das iPad vorrangig am Wochenende und in den Abendstunden verwendet wird, während in den Morgenstunden vergleichsweise häufig das Smartphone und während der typischen Arbeitszeiten zwischen 8 und 16 Uhr der PC zum Lesen benutzt wird. Auf CARTA gibt es zu den Nutzungszahlen verschiedene Grafiken und die Einschätzung:

Die unterschiedlichen Nutzungszeit-Schwerpunkte von stationärem PC und iPad, aber auch Zeitung und iPad lassen auf eine Differenzierung in unterschiedliche Funktionen schließen – die eine funktionale Koexistenz der “Devices” in der Zukunft vermuten lassen. Mit seinen Nutzungsschwerpunkt am Abend wäre das iPad hingegen ein direkter Konkurrent des Fernsehens.

scuttle_pad_logo_largeScuttlePad, ein soziales Netzwerk nur für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, wurde gestern offiziell gestartet. Neben den üblichen Versprechen (“fun, safe online community for kids”) und Maßnahmen, die auch in anderen Kindercommunities gang und gäbe sind (z.B. werden alle hochgeladenen Fotos manuell geprüft und freigeschaltet), bietet ScuttlePad jedoch einen interessanten Ansatz, wirklich für eine sichere Umgebung für Kinder zu sorgen: Jegliche Kommunikation ist nur anhand vordefinierter Wortlisten und Satzkonstrukte möglich. Während Kindercommunities in der Regel mit ausufernden Blacklisten arbeiten, gibt ScuttlePad also einen kompletten Whitelist-Satzbaukasten vor. Auch wenn es zunächst wie eine Einschränkung für die Kinder klingen mag, sollte dieser Wortlisten-Ansatz für Acht- bis Zwölfjährige, die gerade ihre ersten Schritte in der Welt des Social Web machen, vollkommen ausreichen.
Der Gründer und CEO von ScuttlePad, Chad Perry, sagte zu seiner Idee für dieses Social Network:

“We teach kids how to walk across the street, but we’re not teaching them how to be effective social media players”.

Die Seite sei als Übungsplattform für Kinder gedacht und wolle nicht mit Features und Extras von Facebook oder MySpace mithalten, so Perry.

google_logo_682_571408aGoogle hat Anfang dieser Woche ein sehr wichtiges Feature veröffentlicht: Multiple Sign-In. Damit ist es zukünftig möglich, mit mehreren (bis zu drei) Googleaccounts gleichzeitig in einem Dienst eingeloggt zu sein. Multiple Sign-In kann in den eigenen Accounts-Einstellungen aktiviert werden (das Feature wird Schritt für Schritt allen Nutzern verfügbar gemacht, kann in einzelnen Accounts also noch fehlen).

If you use multiple sign-in, the first account you sign in to will be your default account. If you visit other Google products that don’t support multiple accounts after you’ve signed in, you will automatically sign in to your default account for that product. If you sign out of any Google product while signed in to any account, you will be signed out of all your Google Accounts at once.

Multiple Sign-In ist bisher nur auf ausgewählte Google-Dienste wie z.B. Gmail, Calendar und Reader beschränkt. Google Docs soll in Kürze folgen.
Ich hoffe, dass Multiple Sign-In zukünftig auch für Analytics, Adsense, Adwords und Co. angeboten wird, weil es dort für Technische Dienstleister von Webseiten besonders hilfreich wäre, nahtlos zwischen mehreren Benutzern hin- und herzuspringen. Was mir auch noch fehlt, ist die Möglichkeit, Dienste von einem Account auf einen anderen zu übertragen. So wäre es zukünftig viel einfacher, z.B. auf dem eigenen Account eine Adwords-Kampagne für einen Kunden zu erstellen und sie nach erfolgreicher Abnahme auf das Kundenkonto zu übertragen.

Auf dem Trockenen

internetfreiLetzte Woche hatte ich Geburtstag. Ich bekam an diesem Tag insgesamt etwa 50 Glückwünsche, mehr als die Hälfte davon von Menschen, die ich noch nie persönlich getroffen habe. Dafür haben meine beiden besten Freunde diesen Tag vergessen, denn sie sind beide weder bei Facebook noch bei Twitter. Und ein alter Schulkamerad, der mir per Email gratulierte, wünschte mir etwas, über das ich mich bis heute wundere:

“Alles Gute und bleib sauber! Vor allem Gesundheit und gönn dir mal paar Internet-freie Tage!”

Er wünscht mir, dass ich mal Pause vom Internet mache. Als wäre das Internet eine pflegebedürftige Großmutter, um die ich mich jeden Tag mehrere Stunden lang kümmern müsste und keine Zeit mehr für andere Dinge hätte.

Hm.

Mein Schulfreund weiß, dass ich als Webdeveloper und Autor meinen kompletten Lebensunterhalt mit, durch und über das Internet verdiene. Dass ich nicht wie er am Monatsanfang eine stattliche Überweisung von Siemens auf meinem Konto begrüßen kann, egal, ob ich krank bin oder im Urlaub bin. Arbeite ich nicht, verdiene ich nichts. Mir also zu wünschen, mal ein paar Tage ohne Internet zu leben, kann ich mit gutem Willen als “Mach mal Urlaub vom Freelancersein” oder mit schlechtem Willen als “Wenn Du Dich nur noch im Netz rumtreibst, vernerdest und isolierst Du Dich noch vollständig” interpretieren. Aber egal wie ich es drehe oder wende, ich verstehe einfach nicht wie man jemandem explizit “Internet-freie Tage” wünschen kann. Damit ich wieder mehr fernsehe? Oder mir am Kiosk Nachrichten von vor 24 Stunden kaufe? Dass ich meinem Schulfreund eine Postkarte schicke? Dass ich mal wieder Vinyl-Platten höre und auf Spotify verzichte? Dass ich statt auf Google Maps nachzusehen beim Tankwart die richtige Strecke nach Kleinmachnow erfrage? Dass ich nicht im iTunes Store suche, sondern in die Videothek gehe und dort nach der dritten Staffel von den “Gilmore Girls” frage?

Der Wunsch, das Internet für gewisse Zeit komplett zu verlassen, ist aber alles andere als exklusiv, wie ich erschrocken feststellen musste. Besonders in der Urlaubszeit höre ich immer wieder “Ach schön, endlich mal ein paar Tage ganz ohne Internet!”. Und es ist fast schon zu einer Randsportart geworden, sich selbst mit Internetverbot (und als Schwierigkeitsstufe 1 auch gleich mit Mobiltelefonverbot) zu belegen und der Welt dann davon zu berichten. Eine kurze Recherche brachte einige Beispiele zutage:

Bereits vor zwei Jahren versuchte Richard Gutjahr (ja, der mit dem ersten iPad) eine Woche komplett offline zu leben. Und er stellte damals fest, dass er grandios gescheitert sei.

Studenten der Hochschule Furtwangen verzichteten eine Woche lang auf Internet und Mobiltelefone. Und das mitten im Semester. “[Schlimm ist] das ständige Gefühl und die chronisch lauernde Gefahr, bei den anderen und bei den Professoren als Hinterwäldler dazustehen.”Wie, du nutzt kein Internet?” Ich hatte einmal eine Freundin, die in einer Sekte war und viele Dinge nicht durfte. Ich kann sie jetzt gut verstehen. Die anderen verstehen einfach nicht, warum ich etwas scheinbar Selbstverständliches nicht tue.”

Von Dezember 2009 bis Mai 2010 hielt es der Süddeutsche-Redakteur Alex Rühle ohne Internet aus: “[...] es war auch eine wunderbare Zeit, in der ich konzentriert und ‚unabgelenkt’ arbeiten konnte. Es gab keine ‚Aufmerksamkeits-Zerstäubung’, wie zuvor. Und die Trennung Job/Familie war extremer: Ich hatte sehr ruhige Abende, habe meine Frau, die Kinder, die Freunde intensiver erlebt. Ach ja: Und ohne Amazon hab’ ich herrliche Buchläden entdeckt [...]“. Rühle schrieb über seine “digitale Fastenzeit” ein Buch – “Ohne Netz” ist natürlich auch im Internet erhältlich.

Ähnlich, nur etwas weniger extrem machte es Christoph Koch. 40 Tage lang ohne Internet und Mobiltelefon versuchte es der Autor auszuhalten: “Als ich mich nach dem Ende des Selbstversuchs wieder eingeloggt habe, habe ich mehrere Mails gefunden von Redaktionen, die mir in dieser Zeit Aufträge gegeben hätten. Es bekam zwar jeder, der mir gemailt hat, eine automatische Antwort mit Festnetznummer und Postadresse. Aber darauf haben die nicht reagiert. [...] Da waren insgesamt vier Aufträge einfach weg. Für Freiberufler ist eine Netz- und Handy-Abstinenz langfristig nicht machbar – aber für die meisten Festangestellten wiederum auch nicht, weil es der Chef nicht erlauben würde.” Seine ausführlich geschilderten Erfahrungen kann man jetzt ebenso wie Rühles “Ohne Netz” in Buchform kaufen – “Ich bin dann mal offline” kann man selbstverständlich online kaufen.

Der Comiczeichner James Sturm bloggte zweiwöchentlich auf slate.com über seine viermonatige Abstinenz vom Internet. Nach dem Wiedereinstieg schrieb er: “I had secretly hoped to be transformed by these last four months. I wanted to become a new person—someone with my hand firmly on the rudder of my destiny, fearless as I re-enter the Internet’s treacherous waters. Instead I feel like I’m returning from an awesome vacation, and now I have to just suck it up and get back to work.”

Was alle mehr oder weniger gleich sagen: Ohne Internet ist es schwer, wenn nicht sogar unmöglich, seine Arbeit zu machen. Und ohne Internet verpasst man mehr soziale Interaktionen, als man durch intensivere persönliche Kontakte hinzugewinnt (gestrichen wegen Sinnlosigkeit). Soweit, so vorhersehbar. Eine Sache, die mich allerdings bei der Recherche kopfkratzend zurückgelassen hat: Menschen führen einen Selbstversuch durch und verzichten eine gewisse Zeit X auf Internet. Um dann im Internet darüber zu berichten. Vielleicht bin ich zu jung dafür, aber ich glaube nicht, dass früher Leute wochenlang auf das Fernsehen verzichtet haben und dazu eine eigene Fernsehsendung bekamen. Oder kein Radio mehr gehört haben und dann auf RIAS Berlin dazu interviewt wurden. Oder keine Dampfloks mehr benutzt haben und dann auf dem Bahnhof allen Menschen davon erzählten.

Menschen sind komisch.

[foto: CC kyz]

Fünf Forderungen für einen aufmerksamen Bundestag

Während der russische Präsident über seinen Twitteraccount Fotos vom gemeinsamen Burger-Frühstück mit Barack Obama veröffentlicht, sorgt in Deutschland die erste Bundestagsrede, die vom iPad – und nicht vom Papier – abgelesen wurde, für einen Skandal.

Herzlich willkommen im 21. Jahrhundert, liebe Landsleute.

Jimmy Schulz missachtete durch das Verwenden des iPads die Bundestags-Geschäftsordnung, laut der Computer und Laptops verboten sind, da sie die “Aufmerksamkeit der Sitzungsteilnehmer von den Ausführungen des Redners ablenken” würden. Das 01blog, Deutschlands bundestagsfreundlichstes Weblog, unterstützt ausdrücklich das Vorhaben des Geschäftsordnungsausschusses des Bundestags, sich umfassend (natürlich, das ist der Komplexität des Verfahrens geschuldet, nicht vor Jahresende) mit diesem Skandal zu befassen. Leider waren bisher alle Versuche, Kontakt zum Geschäftsordnungsausschuss aufzunehmen, erfolglos, da weder unsere Telegramme angenommen wurden, noch unser Schriftrollenbote die Einlasskontrolle des Bundestags passieren durfte. Darum bleibt uns keine andere Wahl, als unsere “Forderungen für einen aufmerksamen Bundestag” mithilfe eines bösen Computers und dem noch böseren Internet vorzustellen.

1 ) Verbot von Mobiltelefonen:
In der Biografie von Angela Merkel wird einst stehen: “Während jeder Bundestagssitzung nutzte sie die Reden der Vertreter des Koalitionspartners, um ihrem Mann ausführliche Einkaufszettel per SMS zu schicken. Das ging hier und da auch nach hinten los.” Aber nicht nur das: Auch politische Gegner wie der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel nutzen das neuzeitliche Medium SMS, um beispielsweise mit der Bundeskanzlerin über die Nominierung des neuesten Fährentaufers zu verhandeln.
Darüberhinaus wird speziell über die Abgeordneten in den hinteren Sitzreihen immer wieder hinter vorgehaltener Hand spekuliert, dass sie Bundestagsdebatten hauptsächlich zum Aufstellen neuer Rekorde bei Spielen wie “Snake”, “Tetris” oder “Solitaire” nutzen.
Als besondere Bedrohung könnte sich zukünftig das Kommunizieren über Soziale Netzwerke oder Nachrichtendienste wie Facebook oder Twitter entwickeln. Das zeigte sich schon bei der vergangenen Bundestagswahl, als Prognosen weit vor Schließung der Wahllokale per Twitter veröffentlicht und damit der Ausgang der Wahl beeinflusst wurde. Wie anders lässt sich erklären, dass die ausgewiesenen Netzparteien CDU/CSU und FDP seit gut einem Jahr die Regierung bilden?
Damit zukünftig alle Bundestagsabgeordneten gezwungen werden, den Ausführungen der Kollegen aktiv zuzuhören, Verhandlungen ausschließlich am selben Tisch geführt werden und der Informationsfluss an die Medien und das Volk kontrolliert werden kann, ist ein Verbot von Mobiltelefonen nicht nur im Deutschen Bundestag, nein sogar im gesamten Umfeld der Politik vonnöten. Zur Durchsetzung dieser Forderung empfehlen wir das Installieren von Stör- und Peilsendern an allen Orten, an denen sich Politiker aufhalten könnten.

2 ) Verbot von privater Kommunikation:

Wie viele Produktivitätsstunden gehen jedem Arbeitgeber täglich verloren, weil Arbeitnehmer während der Arbeitszeit privat mit Kollegen kommunizieren? Im Deutschen Bundestag ist das nicht anders. Niemand kann aufmerksam und aktiv einer Debatte folgen, wenn der Sitznachbar vom letzten Besuch beim Hunde-Dermatologen berichtet, Sommerurlaubspläne vorstellt oder die neuesten ALDI-Angebote auflistet. Die Kommunikation am Arbeitsplatz darf sich nur auf arbeitsrelevante Themen beschränken, darum fordern wir das komplette Verbot privater Kommunikation im Bundestag!

3 ) Verbot von Uhren jeglicher Art:
Jedermann weiß wie sehr es die Konzentration auf die eigentliche Arbeit stört, wenn Zeitdruck herrscht und man permanent auf die Uhr schauen muss, um den nächsten Termin, das 16-Uhr-Spiel der WM oder die Polizeieskorte zum abendlichen Theaterbesuch nicht zu verpassen. Daher müssen im Deutschen Bundestag alle Uhren abmontiert und per Einlasskontrolle gewährleistet werden, dass Armband-, Taschen- und Kuckucksuhren nicht in die Räumlichkeiten geschmuggelt werden können. Nur so lässt sich sicher sein, dass die Aufmerksamkeit stets auf den Worten des Redners, des Tischnachbars oder des Ausschussvorsitzenden fokussiert ist.

4 ) Verbot von Brotdosen und Kaffeebechern:
Eine alte Bauernregel besagt: “Isst Du Dein Brot am Feldesrand, ist der Traktor unbemannt.” Oder in den Worten Berliner Eckkneipengästen: “Wer essen tut, tut nicht gleichzeitig arbeiten”. Wir fordern daher das Mitbringen von eigener Nahrung in den Bundestag komplett zu verbieten und allen Mitarbeitern pünktlich alle drei Stunden (9 Uhr, 12 Uhr, 15 Uhr) eine 15-minütige Pause für Mahlzeiten zu gewähren. Wie diese Forderung mit der vorherigen Forderung (Verbot von Uhren) in Einklang zu bringen ist, werden wir in einer zukünftigen Publikation veranschaulichen.

5 ) Verbot von Papier:
Tageszeitungen, interner Schriftverkehr, Gesetzesentwürfe, Tagesordnungspunkte, Statistiken und sonstige Schriftstücke verleiten dazu, sie zu lesen. Es liegt jedoch in der Natur des Menschen (und wer möchte ernsthaft daran zweifeln, dass auch Politiker Menschen sind), dass sie nicht in der Lage sind, gleichzeitig zu lesen und aufmerksam einer Rede bzw. einer Diskussion zu folgen. Außerdem raschelt Papier und macht hässliche Schnittwunden, wenn man nicht aufpasst.
Darum glauben wir, dass man an einem kompletten Verbot jeglichen Papiers nicht vorbei kommt. Nur so können Bundestagsdebatten von allen Beteiligten mit der gleichen Intensität geführt werden.
Und wenn etwas Gutes gibt, das uns der Schulbesuch gelehrt hat: Das Kulturgut “Auswendiglernen” darf nicht aussterben! Wenn Kinder in der Lage sind, Schillers “Lied von der Glocke” auswendig zu rezitieren, spricht überhaupt nichts dagegen, dass Bundestagsabgeordnete ihre Reden ebenfalls aus dem Gedächtnis vortragen können müssen.

Um sicherzustellen, dass diese fünf Forderungen auf jeden Fall den Weg zum Geschäftsordnungsausschuss des Deutschen Bundestags finden, rufen wir Sie auf, liebe Leserinnen und Leser, diesen Artikel auszudrucken und an ihren Bundestagsabgeordneten zu faxen, per Post zu schicken, persönlich zu überreichen oder an seine Bürotür zu nageln.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Accounts löschen

Das, was ein Dienstleister am wenigsten möchte, sind Kunden, die nicht mehr zu ihm kommen wollen. Im Internet ist das nicht anders.

Weil es so einfach ist, sich auf beinahe jeder auf den ersten Blick interessant erscheinenden Webseite zu registrieren, wird diese Möglichkeit natürlich auch von den meisten Nutzern rege genutzt. Warum auch nicht? In fast allen Fällen jedoch dauert die aktive Zeit auf einer solchen Seite nicht viel länger als diesen einen Besuch an.

Nur die wenigsten löschen ihren Account sofort wieder – in der Regel werden die Zugangsdaten und hinterlassenen Profilinformationen des Nutzers zu Datenleichen, die nur dann Verwendung finden, wenn der Anbieter mal wieder einen Newsletter schickt, für den man sich nicht interessiert.

Entscheidet man sich endlich, das eigene Benutzerkonto auf der ungenutzten “Plattform” zu löschen, warten oftmals kleine und große Hürden. Denn viele Anbieter tun einiges dafür, das Löschen des Accounts so schwer wie möglich zu machen, indem sie die Funktion entweder möglichst gut verstecken oder die Prozedur kompliziert und langwierig gestalten.

Darum gibt es hier und heute die (natürlich unvollständige) Liste der Online-Netzwerke und Webseiten, bei denen mit Sicherheit ein Großteil der Leser angemeldet ist, aber aus verschiedenen Gründen entweder nicht mehr nutzt oder vielleicht über eine Löschung des Profils nachdenkt. (Für alle der untenstehenden Links gilt: Man muss natürlich auf der jeweiligen Webseite eingeloggt sein!)

Waze – Verkehrsfunk 2.0

Waze - Social Mobile AppSocial Media hits the road. Mit Waze kommt nun eine Mobile App nach Deutschland, die Geotagging, Crowdsourcing, Verkehrsinfo und GPS-Kartenservice in einem sein möchte. Ziemlich viele Buzzwords für einen Satz, darum möchte ich die Idee hinter Waze im Folgenden etwas genauer vorstellen.

Kurz gesagt ist Waze eine Social Mobile App, die es den Waze-Usern ermöglicht, Straßenkarten und dazugehörige Informationen zu erstellen und gemeinsam zu nutzen. Das allein ist noch recht unspannend, da es bereits genug Kartendienste auf der Welt gibt. Waze will aber den kollektiven Input der Community dazu nutzen, um durch Echtzeit-Verkehrsmeldungen und auf den Verkehrsfluss angepasste Routenempfehlungen einen Mehrwert gegenüber den bestehenden Kartendiensten zu bieten.

Ein Beispiel: Gibt es für eine Fahrt von A nach B mehrere Routenoptionen, soll es mit Waze möglich sein, in Echtzeit die gerade jetzt beste Route zu wählen, indem bei der Kalkulation der Strecke auf Informationen anderer Nutzer zurückgeggriffen wird, die kürzlich dort unterwegs waren und entweder per GPS ihre Reisegeschwindigkeit übermittelt haben oder aktiv Warnungen wie Staus, Unfälle, Radarfallen, Baustellen oder andere Gefahrenquellen gemeldet haben.

Das Kartenmaterial von Waze ist komplett dynamisch und wird allein dadurch erstellt und aktualisiert, weil Nutzer während der Fahrt mit ihrem Auto die App auf ihrem Smartphone geöffnet und das GPS aktiviert haben. So werden sowohl die Karten- als auch Echtzeitinformationen über den Verkehrsfluss und aktuelle Warnungen gesammelt und den Nutzern zur Verfügung gestellt.

Waze ist kostenlos für alle gängigen Smartphone-Typen (iPhone, Android, Symbian, Windows Mobile) erhältlich. Ich habe Waze gestern auf meinem HTC Hero installiert. Installation und Registrierung gingen recht schnell, wobei es jedoch noch einige Luft nach oben gibt, was die Benutzerführung und Handhabung der Registrierungsoberfläche betrifft. Sehr unschön ist, dass das Passwort klar lesbar angezeigt wird und dass die App während des Tests mehrfach eingefroren ist.

Der Funktionsumfang die Verwendung des Kartenmaterials und des Routenplaners betreffend, entspricht in etwa dem von Google Maps, jedoch sieht die Kartenansicht von Google Maps schicker aus und hat im Gegensatz zu Waze die tolle Satellitenansicht. Im Unterschied zu Google Maps, bei dem die Funktion zwar angeboten wird, aber keinerlei Informationen bereitstellt werden, lassen sich mit Waze aktuelle Verkehrsmeldungen aus der Umgebung anzeigen. Leider gibt es noch nicht allzu viele aktive Nutzer, so dass die am nahesten gelegene Warnmeldung ganze 305 km von meinem Standort entfernt war.

Da Waze erst kürzlich in Deutschland gestartet ist, ist das Kartenmaterial an einigen Stellen noch sehr löchrig. Während das Zentrum Berlins sowohl von den Straßenverläufen und den Straßennamen her schon recht gut erschlossen ist, sind in vielen Teilen Deutschlands bisher gerade mal die Autobahnen und große Bundesstraßen katalogisiert.

Wenn sich schnell genug aktive Nutzer finden, die an der Quantität und Qualität der Daten mitarbeiten, kann aus Waze ein sehr nützliches Tool werden. Solange ich aber in einem Stadtbezirk wie Berlin Prenzlauer Berg noch der einzige eingeloggte Nutzer bin, bringt mir das Potential der Verkehrsinformationen in Echtzeit noch nichts. Muss ich also erstmal weiterhin auf die Verkehrsnachrichten im Radio vertrauen.

Vielleicht…

… ist ein gutes Statement zur CeBIT und vor allem dem dort allerorten relevanten Thema Cloud Computing ja auch, zu beschreiben, was man damit überhaupt machen kann, so im Alltag. Oder konkret schon macht. Das tue ich in diesem Interview von Dirk Kirchberg (Hannoversche Allgemeinen Zeitung). Zusätzlich versuche ich auch auszudrücken, warum das Gefühl, von der Cloud abhängig zu sein, nicht neu ist. Wenn es auch, das kommt im Video nicht vor, neue Dimensionen der Nichtkontrolle beinhaltet, noch nicht einmal zu wissen, auf welchem Kontinent die eigenen, superwichtigen Daten gehostet werden. Und ein paar Worte zu eigenen Projekten in naher Zukunft verliere ich auch, das Interview hat aber, das kann man sehen, auf dem Messegelände stattgefunden – ausreichend viel CeBIT-Content also, um hier augenzwinkernd eingefügt zu werden.