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Eine Vision aus Glas? Irgendwann vielleicht

ProjectGlass

Die Brille. Ein Konstrukt, welches man im sechsten Jahrhundert vor Christus angeblich das erste Mal erwähnte. Das, was man wirklich Brille und damit Lesehilfe nennen konnte, wurde dann allerdings Ende des 13.ten Jahrhunderts in der Toskana gesehen. Das Gebilde, welches man sich gemeinhin auf die Nase setzt. Und nun? Jetzt haben wir 2012 und Google hat das Project Glass aus der Traufe gehoben.

Noch ohne genaue Infos, nur mit einer Vision. Die Brille, nicht nur als Lesehilfe, sondern auch als Begleiter durch alle Lebenslagen. Nicht lange ist es her, da beschrieb ich noch, dass vielleicht noch dieses Jahr Googles Android-Brille auf den Markt kommen soll. Was sie kann, wozu sie da ist? Weiss wohl bislang niemand so genau. Ich träumte ein bisschen herum und machte das Ganze am Beispiel von Augmented Realitiy fest.

Word Lens

Ok, das ist krass:

Diese großartige App heißt “Word Lens” und möchte der Universalübersetzer der Zukunft sein. Mithilfe der Kamera wird der zu übersetzende Text erkannt und in Echtzeit übersetzt. Bisher ist nur eine Übersetzung Englisch-Spanisch und zurück möglich, aber es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn nicht bald neue Sprachen hinzukommen.

Die App ist kostenlos für das iPhone 3GS, iPhone 4 und iPod touch 4 mit iOS ab 4.0 erhältlich. Die Sprachpakete kosten allerdings 3,99 Euro das Stück.

Die Android-App “Google Goggles” versucht Ähnliches – mit dem Unterschied, dass dort Texte fotografiert werden, bevor die App sich an der Übersetzung versucht.

Liebe Tante Gerda,

vielen Dank für Deinen lieben Brief und das beigelegte Geld. Ich habe mich sehr darüber gefreut, aber Du weißt ja, dass Du mir wirklich kein Geld mehr schicken brauchst.

Ich hätte natürlich schon viel früher wissen müssen, dass ich Dir näher erklären sollte, womit ich mein Geld verdiene, als Du mich in Deinem vorletzten Brief nach meinem neuen Beruf gefragt hast. Es war dumm von mir, Dir einfach nur zu schreiben: “Web 2.0 und Social Media”. Entschuldige bitte. Hättest Du mir damals als Kind, als ich Dich danach gefragt habe, was Du beruflich machst, einfach nur gesagt, dass Du Schnitzelteile und Stelze aus dem Schlögl tranchierst, hätte ich auch nicht gewusst was das ist.

Darum möchte ich Dir jetzt erklären, was ich tue.

Erinnerst Du Dich noch, als Du Mitte der Neunziger ein neues Kochtopfset brauchtest? Ich weiß noch wie Du eines Abends erst bei Deinen Nachbarn, und zehn Minuten später noch bei Tante Sieglinde angerufen hast, um sie zu fragen, welche Töpfe sie benutzen, wo sie sie gekauft hätten, wie teuer sie gewesen wären und ob sie damit zufrieden seien. Die Nachbarn hatten sehr teure Töpfe, die sie Dir dringend empfohlen, aber Du wolltest nicht so viel Geld ausgeben. Tante Sieglinde hatte ihre Töpfe sehr günstig in so einem Sonderpostengeschäft gefunden, ärgerte sich aber darüber, dass das Essen oft anbrannte und man die Griffe nicht ohne Topflappen anfassen konnte. Du warst nach den Telefonaten nicht schlauer als vorher und hast dann zwei Wochen später im Kaufhaus diese mittelteuren Töpfe gekauft, von denen die Verkäuferin mit diesem treudoofen Blick meinte, dass es das beliebteste Topfset aller Kunden wäre.

Das Essen, das Du damit gekocht hast, war meist gut. Aber Du hast Dich am Anfang darüber beschwert, dass die Deckel nicht ganz auf die Töpfe passten und dass sie schon nach dem zweiten Abwasch nicht mehr komplett sauber wurden. Als Du versucht hast, die Töpfe zu reklamieren, sagte man Dir im Kaufhaus, dass Du Dich direkt an den Hersteller wenden und die Töpfe einschicken müsstest. Aber sie konnten Dir nicht sagen, an welche Adresse Du schreiben musst und wie die Reklamation genau funktionierte. Also hast Du Dich mit den Töpfen arrangiert, ohne so richtig glücklich mit ihnen zu sein. Weiterempfohlen hast Du sie nie, wenn Du von den Frauen aus der Wandergruppe gefragt wurdest.

Vom neuen Topfset, das Dir Horst zu Eurem Hochzeitstag geschenkt hat, bist Du auch nach über einem Jahr noch sehr begeistert, wie Du immer sagst. Um das perfekte Topfset für Deine Bedürfnisse auszusuchen, hatte mich Horst zwei Wochen vor dem Hochzeitstag angerufen. Nicht, weil ich ein Topfexperte wäre, sondern weil er wusste, dass ich auch schon beim Kauf von Omas neuem Rollator im Internet nützliche Tipps gefunden hatte und Oma ihr Gefährt sehr mochte.

Zusammen mit Horst habe ich mich dann an meinen Laptop gesetzt und im Internet nach Testberichten für Topfsets gesucht. So konnten wir uns erstmal überhaupt einen Überblick verschaffen, wie viele verschiedenen Topfvariationen zu welchen Preisen es gibt. Und wir erfuhren, welche Eigenschaften wichtig sind und einen guten Topf ausmachten. Wir erstellten zusammen eine Vorauswahl und suchten zu jedem dieser Topfsets dann Meinungen von Kunden, die sie gekauft hatten. Horst konnte gut einschätzen was Dir an einem neuen Topfset wichtig ist, also achteten wir besonders auf diese Aussagen. Und Deiner Begeisterung nach zu urteilen, haben wir uns im Endeffekt genau für das richtige Topfset entschieden.

Das – ungefähr – ist Web 2.0: Viele Menschen machen dabei mit, sich im Internet über Dinge zu unterhalten. Und andere Menschen profitieren von diesen Unterhaltungen, weil sie dadurch ihr Wissen vergrößern und bessere Entscheidungen treffen können.

Du hattest es bei Deinem alten Topfset ja schnell aufgegeben, zu versuchen, es beim Hersteller zu reklamieren, weil Du keine Ahnung hattest, wie Du mit dem Unternehmen überhaupt direkt in Kontakt treten kannst. Und Du kanntest niemanden, der Töpfe vom gleichen Hersteller gekauft hatte und Dir einen Tipp geben konnte. Heute kann ich es Dir ja sagen: Wir hörten Dich beim Kochen oft leise fluchen: “Nie wieder dieser Hersteller!”

Und genau an dieser Stelle kommt Social Media ins Spiel, liebe Tante Gerda.

Stell Dir vor, dass der Hersteller Deines alten Topfsets sich immer gefragt hat, warum er im Laufe der Jahre immer weniger davon verkauft hat. Er hat ab und zu in ein paar Tageszeitungen Werbeanzeigen geschaltet, hat zusammen mit dem einen oder anderen Kaufhaus ein Gewinnspiel veranstaltet. Aber bei ihm kamen nur ganz selten unverfälschte Informationen darüber an, was Käufer wie Du von seinen Töpfen überhaupt hält. Und wie die Kunden den Service fanden. Und was sie an den Töpfen verbessern würden. Der Hersteller hat jahrelang einfach immer weiter die Töpfe produziert und gehofft, dass Kunden wie Du schon damit zufrieden sind. Der Hersteller wusste, in welchen Gegenden er mehr – und in welchen Gegenden er weniger Töpfe verkaufte, aber er wusste nie genau warum. Er konnte nur spekulieren, dass dort Kunden wohnten, die ihren Nachbarn, Freunden und Verwandten bei ihrer Einkaufsentscheidung halfen und die Topfsets entweder empfohlen oder vom Kauf abrieten.

Firmen wie der Topfhersteller kommen zu mir, um mit mir zusammen zu überlegen, wie sie mit ihren Kunden direkt in Kontakt treten können. Sie möchten wissen, was die Kunden an ihren Produkten mögen und was nicht. Sie möchten wissen, welche Eigenschaften sich die Kunden für die Produkte wünschen. Sie möchten wissen, was die Kunden an Konkurrenzprodukten mögen und was nicht. Sie möchten individueller auf Kunden eingehen, weil es so viele Konkurrenten gibt, die ähnliche Produkte anbieten – und der Service heutzutage oftmals das einzige Unterscheidungskriterium ist, was einen Hersteller von einem anderen unterscheidet.

Im Web 2.0 treffen sich diese Kunden und tauschen untereinander genau diese Informationen aus. Und der Hersteller kann nicht kontrollieren, ob andere Kunden davon erfahren, wie viele Käufer das Produkt und den Service schlecht finden.

Was er aber tun kann, ist selbst zu diesen Treffpunkten zu gehen und dort direkt mit den Kunden zu reden. Denn in diesen Treffpunkten kann er nicht nur all das finden, was er sucht, sondern auch und vor allem selbst beim Austausch dabei sein und so direkt mit den Menschen reden, die seine Produkte kaufen: Er erfährt was die Menschen an seinen Produkten mögen, was sie nicht mögen, was sie ändern würden, erhält Anregungen für neue Produkte und kann aktiv daran mitgestalten, wie Kunden über ihn reden.

Das alles ist nicht nur gut für den Hersteller, sondern auch für Dich als Kunden, liebe Tante. Du kannst jetzt nämlich dem Hersteller sagen, dass die Topfdeckel wackeln, dass Du aber die Handgriffe magst, dass Du Dir aber wünschen würdest, dass es Töpfe gäbe, bei denen das Essen gar nicht erst anbrennen kann. Und wenn der Hersteller dann auf Deine Wünsche hört, seine Topfsets nach Deinen Vorstellungen baut, Du darum wieder seine Töpfe kaufst, Du sehr zufrieden mit dem neuen Topfset bist, Du freudestrahlend Deinen Nachbarn und Bekannten von den tollen Töpfen berichtest, der Hersteller plötzlich ganz viele Topfsets verkauft und Du jeden Abend andere Gäste bekochst, dann, liebe Tante Gerda, habt ihr beiden am eigenen Leib erfahren, wie Social Media geht.

Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch bei Euch und vor allem auf Deine tollen Kohlrouladen. Grüß bitte Onkel Horst ganz lieb von mir!

Liebe Grüße

Dein Björn

“12 Events that will change everything”

Was nützt uns das schönste iPad, das tollste Webdesign, die weltallerbeste Social-Media-Kampagne, die interessanteste Messe, der lukrativste Job oder die bahnbrechendste Startup-Idee, wenn es nur ein Ereignis braucht, das alles Dagewesene auf der Welt ändert? Genau, warum also überhaupt probieren, wenn es eh nichts bringt?

12 events that will change everythingStattdessen nutze ich lieber meine restliche verbleibende Zeit mit dem Studium der wundervollen Präsentation “12 Events that will change everything“, das auf dem gleichnamigen Artikel aus der Zeitschrift “Scientific American” basiert, der in der Juni-Ausgabe des Blatts veröffentlicht wird.

12 Events that will change everything” versucht zu antizipieren, welche 12 Ereignisse mit welchem Umfang, mit welchen Auswirkungen, sowie mit welcher Wahrscheinlichkeit des Eintreffens die Welt verändern könnten. Jedes dieser Ereignisse habe laut Scientific American die Macht, die Art und Weise unseres Denkens und unseres Lebens von Grundauf umzuformen.

Die 12 Ereignisse sind:
- Das Schmelzen des Eises der Pole und Gletscher
- Das Entdecken neuer Dimensionen
- Das Zusammentreffen mit Außerirdischen Lebensformen
- Ein Atomkrieg
- Das Erschaffen von künstlichem Leben aus synthetischen Zellen (Halt, da war doch kürzlich etwas?)
- Das Finden eines Raumtemperatur-Supraleiters, um Energie verlustfrei und kostensparend über große Strecken transportieren zu können
- Das Ich-Bewusstsein von Künstlicher Intelligenz
- Das Klonen von Menschen
- Ein Erdbeben im Pazifischen Ozean (und seine Auswirkungen auf die Westküste Nordamerikas)
- Fusionsenergie (energieeffizient und dauerhaft nutzbar)
- Ein Asteroideneinschlag
- Eine tödliche Pandemie

[via]

Text 2.0

Imagine there were input devices which could allow text to know if and how it is being read – how would this change the reading experience?

“Wäre es nicht toll, wenn das Buch, das ich lese, jederzeit weiß an welcher Stelle ich gerade bin und mir dabei hilft, es zu verstehen oder mein Lesevergnügen zu vergrößern?” So oder ähnlich müssen ein paar Informatiker des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz gedacht haben, bevor sie mit der Entwicklung von Text 2.0 begannen.

Text 2.0 ist ein Forschungsprojekt von Ralf Biedert, Georg Buscher and Andreas Dengel. Auf der Cebit stellte die Gruppe ihre Arbeit das erste Mal einem breiten Publikum vor. Die Idee hinten dem “Blickaktiven Text” ist: Text 2.0 erkennt anhand eines Eyetrackers, was gerade gelesen wird und reagiert darauf mit diversen Hilfestellungen, die das Lesen, Verstehen und Verarbeiten von Texten erleichtern sollen.

Sound: Der Eyetracker erkennt, an welcher Stelle man sich befindet und reagiert darauf, indem beispielsweise akustische Untermalungen zum gerade Gelesenen eingespielt werden.

Übersetzungen: Versteht der Leser ein Wort nicht, wird eine Übersetzung des Begriffs angezeigt, ohne dass man dict.leo.org oder ein Wörterbuch heranziehen muss.

Begriffserklärung: Fremdwörter und Fachbegriffe werden (als eingeblendete Fußnoten) ausführlich beschrieben, erreicht man einen Begriff, der weiterer Erklärung bedarf.

Grammatik: Es werden grammatikalische Hilfen eingeblendet, z.B. Trennungsregeln für Wörter.

Lesezeichen: Verliert man den Fokus auf den Text, agiert das System als Lesezeichen und zeigt an, an welcher Stelle man das Lesen unterbrochen hatte.

Aussprache: Der Leser kann sich Wörter laut vorlesen lassen und somit lernen, sie korrekt auszusprechen.

Hervorheben relevanter Passagen: Das System erkennt, wenn man einen Text nur querliest bzw. überfliegt und blendet automatisch nur die relevanten Textstellen ein.

Die Idee zu Text 2.0 entstand, nachdem Ralf Biedert im Jahr 2007 damit begann, sich mit seiner Idee der eyeBooks auseinanderzusetzen: programmierte und mit entsprechenden Hilfefunktionen versehe E-Books. Darauf basierend begann in der Folgezeit die Forschung und Entwicklung von Text 2.0.

Das Forschungsprojekt ist allerdings noch weit von einer Marktreife entfernt, da vor allem die Kosten und die Präzision der Eyetracker noch lange nicht auf einem Niveau sind, die einen erfolgreichen Einstieg in den Massenmarkt erleichtern.

[via]

Open Data und e-Government – Initiativen für Transparenz und Offenheit

Eines der interessantesten Panels der kommenden Webciety findet am 4. März um 15 Uhr statt und trägt den Namen “Politik, Demokratie und das Web 2.0“.

Auf dieser Veranstaltung werden Markus Beckedahl, Anke Domscheit, Dr. Martin Lindner und Rolf Luehrs die Veränderungen diskutieren, die das Web 2.0 und die sozialen Medien auf die gesellschaftlichen und politischen Prozesse haben. Zwei Themen, die dabei ebenfalls eine Rolle spielen werden, sind Open Data und e-Government.

Linked Open DataWas ist Open Data?

Open Data bezeichnet das Bestreben, Wissen, Informationen und Daten für jedermann frei zugänglich zu machen.
Viele unterschiedliche Gruppierungen aus verschiedenen sozialen und politischen Bereichen suchen Wege und Mittel, um den gesellschaftlichen Übergang zur Wissensgesellschaft für alle Menschen gleichberechtigt möglich zu machen und die künstliche Verknappung von Informationsflüssen zu verhindern. Sie haben zum Ziel, die Zivilgesellschaft dadurch zu stärken, indem der freie Zugang zu Informationen eine Grundvoraussetzung wird.

Vor allem fordern die in Netzwerken und Gruppen organisierten Aktivisten den vollen und ungehinderten Zugang zu Daten aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung – mit der Einschränkung, dass nur Daten, die keinen Datenschutz- oder Sicherheitsbeschränkungen unterliegen freigegeben werden sollen.
Diese Forderung wird mit zwei Argumenten begründet: zum einen sei die Erhebung und das Anlegen dieser Daten aus Steuergeldern der Bürger finanziert, was die Daten zu einem Allgemeingut mache; zum anderen sei der Zugang zu den Informationen von gesellschaftlichem Nutzen, da dadurch jeder einzelne Bürger die Möglichkeit bekomme, qualifizierte Entscheidungen für sein individuelles Wohl zu fällen, sowie politische und gesellschaftliche Prozesse für alle Bürger offen, transparent, verständlich und zum Wohle der Menschen gestaltet werden können.

Durch die technischen Möglichkeiten, Daten auf vielfältige Weise auszuwerten und zu analysieren, ergeben sich mit dem Ziel, sowohl einen allgemeingültigen als auch einen für jedes Individuum konkreten Nutzen zu erreichen, viele Potentiale für die Entwicklung neuer Anwendungen und Dienste.

Der Begriff Open Data wird seit etwa fünf Jahren verwendet und ist somit vergleichsweise neu. In der Wissenschaft wird das Konzept der offen verfügbaren und standardisierten Daten jedoch schon seit längerem thematisiert. Die zentrale Forderung besagt, dass wissenschaftliche Daten der Allgemeinheit gehören, da sie Fakten darstellen und daher nicht copyrightberechtigt sind. Im Jahr 2004 unterzeichneten die Wissenschaftsminister aller OECD-Staaten eine Vereinbarung, wonach alle Daten, die durch öffentliche Gelder erhoben werden, frei zugänglich sein sollen.

e-governmentWas ist E-Government?

Der technische Fortschritt, damit ist in diesem Fall hauptsächlich das Internet gemeint, ermöglicht nicht nur Privatleuten, sondern auch dem Staat im Dialog mit den Bürgern und staatlichen Institutionen in internen Prozessen vereinfachte Wege der Organisation und Durchführung von Informationsaustausch und Kommunikation. Zu diesem Zwecke werden zurzeit in vielen Nationen die Rahmenbedingungen geschaffen, um E-Government auf allen Ebenen zu etablieren. Besonders das innovations- und technologiefeindlicheängstliche Deutschland hinkt bei der Schaffung dieser Rahmenbedinungen Ländern wie den USA oder Großbritannien hinterher.

Neben technischen und rechtlichen Hürden gilt es dabei vor allem, die Akzeptanz der neuen Informations- und Kommunikationstechniken bei allen Bürgern (und vor allem Entscheidungsträgern) zu erreichen. Denn die Vorteile für beide Seiten (Bürger und Behörden) liegen auf der Hand: Der Bürger ist nicht mehr an Öffnungszeiten gebunden, um in Kontakt mit den Behörden zu treten oder individuelle Informationen zu erhalten. Er erhält einen besseren Einblick in die Abläufe und Regelungen, da ihm alle Formulare, Bestimmungen und Gesetze zur Verfügung gestellt werden. Behörden können viele Verwaltungsprozesse standardisieren und automatisieren, um Ressourcen für Sonderfälle zu schaffen, was Kosten spart, serviceorientierter wird und die Transparenz (und damit Akzeptanz bei den Bürgern) erhöht.

Bis es aber vor allem in Deutschland so weit ist, dass man sich nach einem Umzug einfach online ummelden kann oder für die Beantragung eines Reisepasses nicht mehr stundenlang im Bürgeramt warten muss, werden, besonders aufgrund der geringen Bereitschaft eines Großteils der Bevölkerung, sich innovativen Verwaltungsabläufen zu öffnen, noch ein paar Jahre ins Land gehen.

[Quellen: 1, 2, 3, 4, 5]

Mein Freund, der Baum

Mein erstes Auto war ein roter Toyota Corolla, das mir mein Vater schenkte, nachdem er von seinem Vater dessen Auto geschenkt bekommen hatte. Der Corolla war leicht und hatte über 100 PS, was aus dem Auto für einen noch nicht ganz erwachsenen Studenten wie mich so ungefähr das perfekte Spielzeug machte: Rote Ampel, 1. Gang, Ampel schaltet um, 100 Meter Beschleunigungsrennen gegen ein Motorrad gewinnen, das beim Rennen nicht mitspielt, bremsen, rote Ampel. Allerdings musste ich nach etwa zehn roten Ampeln an die nächste Tankstelle fahren, denn mein Spielzeug verbrauchte durch diese Fahrweise manchmal 12 Liter pro 100 Kilometer und mehr.

Eines Tages veränderte ich die Art und Weise, wie ich mein Spielzeug nutzte. Denn im Armaturenbrett hatte Toyota zwei kleine unscheinbare Lämpchen eingebaut, die von nun an die wichtigsten Utensilien für mich werden sollten. Diese Lämpchen zeigten nichts anderes an als “Fahre ich gerade ökonomisch?” – leuchtete das grüne Lämpchen, war alles schick und ich fuhr sparsam, leuchtete allerdings das rote Lämpchen, verbrauchte ich zu viel Benzin und schoss gerade sinnlos Bargeld durch den Auspuff. (Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass das Besitzen eines Autos in Berlin allein schon Bargeldverbrennung ist, aber das soll hier keine Rolle spielen.)

Bis ich das Auto vor einem Jahr verkaufen musste – der TÜV, Ihr wisst schon -, habe ich auf den Fahrten mit meinem Corolla nie mehr etwas anderes gemacht als möglichst ökonomisch zu fahren. Und das nicht mal primär aus dem Grund, weil ich Geld sparen wollte, sondern einfach deshalb, weil ich das Spiel gewinnen wollte. Mein Spieltrieb hat mein Portemonnaie und die Umwelt geschont!

2010 Ford Fusion Hybrid

Genau aus diesem Grund liebe ich die Idee, die Ford hatte.

Für den Ford Fusion Hybrid, der Mitte letzten Jahres in den USA auf den Markt kam, haben sich die Entwickler ein Spiel ausgedacht, das im Prinzip nichts anderes tut als die beiden Ökonomie-Lämpchen in meinem Corolla, aber weitaus cooler umgesetzt wurde:

2010 Ford Fusion HybridThe 2010 Ford Fusion Hybrid wants you to plant a tree. In its dash. What? You read that right, a tree in the dash of a car. Not a real tree, mind you, but a digital one that sprouts leaves depending on the economical nature (get it?) of your driving habits. Drive aggressively around town, mostly on the gasoline engine and your tree will flounder, growing but a few leaves. Drive sensibly and patiently on electric power and it will flourish as if it’s just come off a Miracle-Gro bender. That’s right, the Fusion Hybrid rates how “green” of a driver you are.

Großartig! Das digitale Cockpit des Ford Fusion Hybrid besteht also nicht nur aus den üblichen Elementen wie dem Tachometer und dem Tankfüllanzeige, sondern ganz rechts auf dem Display wächst ein kleiner Baum, wenn man das Auto ökonomisch fährt. Verfällt man in einen aggressiven und umweltschädlichen Fahrstil, schadet es dem Baum.

Was gibt es besseres, als zum Schutz der Umwelt auf den Spieltrieb der Menschen zu setzen? Umweltschutz als Massive Multiplayer Offline Game – ich bin dabei!

Gestensteuerung fürs Mobiltelefon: Vielleicht schon morgen.

gestensteuerung
Kennt ihr das? Zwischen eurem Rendezvous und euch hat sich gerade diese ganz besondere Stimmung entfaltet, oder ihr habt gerade die Finger voller Frittierfett und Ketchup, oder die Idee, die ihr seit Monaten mit euch herumtragt, manifestiert sich plötzlich mit all ihren Details vor eurem inneren Auge – oder alles auf einmal. In diesem Moment: Ein Anruf auf eurem Mobiltelefon.

Und mal ehrlich, selbst wenn es auf lautlos gestellt ist, und nicht den peinlichen Klingelton von sich gibt, den ihr irgendwann mal eingestellt hattet als ihr ihn noch unheimlich lustig fandet – das beharrliche Vibrieren in der Hosentasche lässt sich schwer ignorieren.

Mir passiert das glücklicherweise selten, weil mich selten jemand anruft und mich fettige Finger und romantische Dates nicht davon abhalten, mein Telefon zu bedienen. Für alle anderen ist Hilfe in Sicht: Ein Team der Telekom hat eine Software entwickelt, mit der man Mobiltelefone über Gesten steuert – indem man in der Nähe einen Magneten bewegt. MagiTact benutzt dabei die Kompass-Sensoren, die in aktuellen Smartphones wie dem Nexus One und dem iPhone mittlerweile Standard sind. Über Veränderungen im Magnetfeld kann das Programm verschiedene Gesten erkennen.

So kann man sein Telefon steuern, ohne es aus der Hosentasche nehmen zu müssen – zum Beispiel im Auto, einen Anruf abweisen oder beenden und blättern und zoomen ohne den Bildschirm zu berühren. Wichtig werden dürfte solche alternative Eingabemöglichkeit vor allem, weil die Mobiltelefone immer kleiner werden, und damit immer weniger Platz für Touch-Screen und Tastatur bleibt. Auch der Gestenerkennung über Kameras ist die magnetfeld-basierte Variante überlegen: Sie funktioniert ohne Sichtkontakt, auch auf der Rückseite des Geräts.

Was ich an dem Entwurf besonders mag: MagiTact muss nicht auf neue Sensoren und Geräte warten, es arbeitet mit bereits verfügbarer Technologie – und könnte theoretisch schon übermorgen im AppStore eurer Wahl erhältlich sein. Neben Visionären braucht es eben auch Ingenieure.

Der Kühlschrank, den ich will

Ich wünsche mir einen Kühlschrank. Keinen stinknormalen Kühlschrank, der einfach nur Dinge kühl bzw. kalt hält. Ich wünsche mir einen Kühlschrank, der für mich mitdenkt und sogar Dinge erledigt.

Wenn vom “Internet Of Things” die Rede ist, einem Sammelbegriff für Haushaltsgeräte, die mit dem Internet verbunden oder über das Internet miteinander vernetzt sind, ist es immer wieder der Internet-Kühlschrank, der als Paradebeispiel genannt wird. Bereits vor etwa zehn Jahren gab es erste Versuche, Kühlschränke mit Internetanschlüssen auf dem Markt zu etablieren. Das hat nicht funktioniert. Denn diese Geräte haben den Fokus stets auf Unterhaltungsfunktionen gelegt – also Funktionen, die andere Geräte im Haushalt besser ausfüllen können. Ich möchte keinen DVB-T-Tuner oder gar Kabelanschluss in meinem Kühlschrank haben, um Fernsehen zu schauen. Ich brauche auch keine eingebauten Lautsprecher, um Internetradio zu hören. Und ich finde es äußerst sinnlos, eine Webcam in einen Kühlschrank einzubauen, um anderen Kühlschrankbenutzern Videobotschaften aufzunehmen. Ich möchte einen Kühlschrank haben, der mein Leben erleichtert, keinen, der mir das Wohnzimmer in die Küche bringt.

Was ich will, ist eigentlich ganz einfach.

Digitale Aufklärung

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen.

immanuel_kantWir leben in seltsamen Zeiten. In Zeiten, in denen ein altgedienter Cyberspace-Protagonist mit wohlfeilen Warnungen vor dem digitalen Mob hausieren geht, in denen das Feuilleton einer großen Tageszeitung die Debatte über die durch das Internet ausgelösten gesellschaftlichen Veränderungen anführt, in denen die selbst ernannten Internet-Versteher nur noch zu ideologischen Reflexen einer präpotenten
Verteidigung aller technischen Neuerungen in der Lage sind. Ja, wir leben in interessanten Zeiten, in denen alle Zeichen darauf hindeuten, dass – wie schon so oft – die Techniken, die Werkzeuge uns ungeahnte Möglichkeiten bieten, aber auch weiter sind als die Gesellschaft, die sich ihrer bedienen soll oder muss.

Der Grad der (technischen) Vernetzung und die Geschwindigkeit, mit der Informationen über wichtige wie belanglose Ereignisse und über jeden User den einzelnen Internet-Nutzer erreichen, überfordern viele Anwender – das Wort vom Kontrollverlust nicht nur über die Privatsphäre, sondern gar über das eigene Denken macht die Runde. Social Networks vereinen Bekannte und Unbekannte, führen bei vielen Anwendern zu einer Art halböffentlichem Leben, in dem sie derzeit allzu oft nicht mehr wissen, was von ihrem Leben überhaupt noch privat und was öffentlich ist. Dabei steht ihnen nahezu jede Information, alles Wissen, jedes Info-Schnipsel, jede Äußerung anderer Nutzer nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Wo immer man sich auch befindet, haben die Betreiber und Anbieter der allumfassenden Vernetzung bereits für Zugang und für Zugangsgeräte gesorgt. Das Versprechen der grenzenlosen mobilen Internet-Freiheit führte zuletzt zu einem Boom bei Smartphones; gleichzeitig aber setzen immer mehr Anbieter darauf, diese mobile Freiheit durch Apps zu kanalisieren und zu monetarisieren – wobei das Modell mit neuen Zugangsgeräten wie dem iPad oder den eBook-Readern auf das Netz allgemein ausgedehnt werden soll.

Der Nutzer bewegt sich in einem für ihn nicht mehr überschaubaren Raum aus Informationen, in dem seine eigenen Daten im Nebel verschwinden: Für den Anwender ist die Cloud, in der Anwendungen, Daten, Dienste zentral für die User im Echtzeit-Netz zur Verfügung gestellt werden, eine undurchsichtige Nebelwand, hinter der die eigene Persönlichkeit von Verkäufern durchforstet und analysiert wird. Selbst wer vorsichtig mit seinen persönlichen Daten umgeht, hat keine Entscheidungsmöglichkeit darüber, was durch Vernetzung der von ihm hinterlassenen Spuren über ihn herauszubekommen ist: Er erfährt es schlicht nicht, bzw. er erfährt im Zweifelsfall nur das Ergebnis.

Gleichzeitig aber begegnet das Echtzeit-Netz dem User als Wundertüte, die alles möglich macht. Seriöse Information, Unterhaltung, ein bisschen Spaß mit Verschwörungstheorien, Recherche für den nächsten Arztbesuch, Freunde treffen und finden, eigene Ideen und Gedanken selbst publizieren, das beste Restaurant in der Umgebung für das Essen mit den Schwiegereltern heraussuchen, an politischen Ereignissen partizipieren, Einfluss nehmen, konsumieren – alles kein Problem, alles hier und jetzt und sofort und jederzeit und gleichzeitig und für alle.

Ungeahnte Möglichkeiten. Die Apologeten sehen eine goldene neue Zeit heraufbrechen – wenn, ja wenn man doch endlich das neue Denken einübte und die Privatsphäre ad acta legte. Wer dazu nicht bereit ist, habe schlicht das Internet nicht verstanden. So einfach kann man es sich natürlich machen. Die vernetzten Welten (oder, um einmal den CeBIT-Slang zu gebrauchen, die “connected worlds”) erscheinen dann als Paradies, in dem sich eine technische und mediale Elite pfleglich einrichten und dem Volk sagen kann, wie denn das neue Denken auszusehen habe. Das Internet wird zur mythischen Maschine, die ein Eigenleben entwickelt und alles befreit – oder, in den Worten der Netz-Endzeitpropheten, alles verschlingt im Toben eines digitalen Mobs. Technikfetischismus, positiv oder negativ getönt, tauchte in der Geschichte immer wieder auf und führte immer in die Irre.

Die ideologiegetränkten Debatten Internet-Versteher vs. Endzeit-Propheten (unter gelegentlichen Einwürfen eines Internet-Ausdruckers vulgo: Internet-Nichtverstehers) sind nur noch langweilig. Und letztlich selbstreferentiell – stehen doch auf beiden Seiten selbst ernannte Eliten, die den Mob lediglich als (positiv besetztes oder schrecklich dräuendes) Proselyten-Material ansehen. Der Mob schaut verwundert ob der Misse- oder Wundertaten, die ihm da zugeschrieben werden. Seiner Wege zu ziehen aber fällt ihm schwer: In dieser digitalen Welt fehlen allzu oft genau die Informationen, um die Entscheidung fällen zu können, welche Misse- oder Wundertat denn nun als nächstes zu vollbringen ist.

Es geht schon lange nicht mehr um Pro und Contra. Nicht erst der Übergang vom Überall- zum Echtzeit-Internet verändert unser Denken. Es ist aber nur für einen informierten Nutzer, der keinen realen Kontrollverlust in Kauf nehmen muss, möglich, zu entscheiden, wie weit das gehen soll: Wie weit er sich auf die Simultanität von Ereignis und Information einlassen will, wie weit er mit der Gleichzeitigkeit seiner Handlungen gehen will, was er künftig unter Privatsphäre oder gar einem halböffentlichen Leben im Netz verstehen will. Nur ein informierter Nutzer kann entscheiden, wie weit die Kakophonie aus Wissen, Verschwörungstheorien, Gerücht, Information, Lüge und Wahrheit von ihm sortiert werden kann und befeuert sowie genutzt werden soll. Wer aber die umfassende Information über die Grundlagen seines Lebens im Netz einfordert und bekommt, kann auch entscheiden, beispielsweise seine Privatsphäre aufzugeben: Das ist seine Angelegenheit als autonomer Bürger der digitalen Welt. Dafür aber muss er die Kontrolle behalten und Werkzeuge entwickeln, eigene Regeln aufstellen, Filter einrichten, um Relevanz von Nichtigkeit, Spaß von Unsinn, Lüge von Wahrheit, Sinn von Unsinn unterscheiden zu können.

Die Fähigkeit zur Selbstbestimmung und Kontrolle ist eine Grundvoraussetzung für den Bürger als entscheidungsfähigem Einwohner der
digitalen Welt, der diese Regeln, Filter und Werkzeuge entwickelt. Diese Fähigkeit muss erkämpft werden – wie jede Freiheit, die verschwindet, wenn man sie nicht nutzt und nicht durch bewusste Entscheidungen erhält. Und sie muss durchgesetzt werden: Gegen die Konzerne, die das Echtzeit-Internet ohne Rücksicht auf Verluste und gegen den Kontrollanspruch der Nutzer vorantreiben, und gegen die
Internet-Apologeten, die eine eigene Teleologie des “Das Netz ist, wie es ist, weil es schon immer so gedacht war, und es wird auch immer so sein” etablieren. Das Internet verändert unser Denken – wer aber leugnet, dass unser Denken auch das Internet verändern (kann und soll), macht den Kontrollverlust real, macht die Geschwindigkeit zum Kriterium des Denkens und nicht die Autonomie, die Entscheidungsfähigkeit braucht.

Das Internet braucht eine digitale Aufklärung mit all ihrem kritischen Potenzial. “Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. [.. .] Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen.”

Oder, um es mit einem Interpreten zu sagen: “Unsere Autonomie wird durch unseren bisherigen Umgang mit dem Internet bedroht, ich glaube nicht, dass man sagen kann, das Internet sei von Beginn an verseucht. Das Medium hat uns aber in eine Überforderungssituation gebracht, die ideologisch ausgebeutet wird. Diese Überforderungssituation ist selbstverschuldet, denn sie ist nicht notwendig. Schließlich war die Welt immer schon unübersichtlich.”

Ja, wir leben in interessanten und seltsamen Zeiten. Das Internet ist kein Maschinengott einer digitalen Religion, an den wir glauben müssen, weil er immer schon das sein sollte, was er ist. Das Internet ist nicht der Teufel, der uns in die Hölle der vollständigen Bedeutungslosigkeit des Menschen stößt. Das Internet muss nicht das sein, was es heute ist. Menschen haben es dazu gemacht. Menschen – autonome entscheidungsfähige Bürger – können es verändern, bestimmen, in welche Richtung es sich entwickelt, wie sie es haben wollen. Dafür sind Techniker-Dissidenten sehr willkommen – oder, wie Frank Schirrmacher formulierte: “Die Informatiker müssen aus den Nischen in die Mitte der Gesellschaft geholt werden.” Wir müssen lernen zu entscheiden. Wie soll das Echtzeit-Internet unser Denken verändern? Wie soll unser Denken das Echtzeit-Internet verändern?