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Nachtrag zu Facebook: Börsengang

Wie Techcrunch mutmaßt, wird Facebook im Frühjahr nächsten Jahres an die Börse gehen. In einer Pressemitteilung des Unternehmens steht nicht nur, dass Facebook 1,5 Milliarden Dollar weiteres Kapital aufgenommen hat, sondern auch, dass man erwartet, im jahr 2011 die Zahl von 500 Investoren zu überschreiten und damit “nicht später als zum 30. April 2012 Bilanzen zu veröffentlichen”. Techcrunch bastelt – etwas steil anvisiert – daraus einen Börsengang, was nicht ausgeschlossen ist, vielleicht sogar wahrscheinlich, aber alles andere als zwingend.

Im Gegenteil könnte mit den richtigen Zahlen sogar für einen etwas späteren Börsengang der investierende Teil der Öffentlichkeit ordentlich angeheizt werden. Dieser Effekt lässt sich an der Investoren-Plattform “SharesPost” ablesen, auf der privat auch Anteile von Facebook gehandelt werden. Da die Verkäufer der Anteile als Gesellschafter in der Regel Einblick in die Bilanzen haben, entstehen um SharesPost herum regelmäßig auf vermeintlichen Umsatz- oder Gewinnzahlen basierende Gerüchte, die zuletzt Facebook bis über 90 Milliarden Dollar Wert hochgepusht haben.

Warum sollte sich Facebook nicht eine öffentliche Phase gönnen, in der die sowieso hysterischen Anlegerscharen anhand von tatsächlichen Kennzahlen wüst herumspekulieren? So, wie das Unternehmen im Moment an den Finanzmärkten besprochen und behandelt wird, ist es eh egal, welche Zahlen genau auf den veröffentlichten Papieren stehen werden. Wenn man die Marktpsychologie betrachtet, dann erscheinen drei Monate – soviel wie zwischen iPad-Ankündigung und Verkauf in den USA vergingen – als ideal, um einen Tornado des Begehrens zu wecken. Ein wahrscheinlicherer Zeitpunkt des Börsengangs von Facebook ist damit erst im Sommer 2012. Aber das ist natürlich genauso Spekulation wie jetzt auf SharesPost Facebook-Aktien zu 100 Milliarden Dollar Unternehmensbewertung zu kaufen. Bloss billiger.

Webciety 2011 – was sind die Themen?

Der Sommer ist vorbei und die Vorbereitungen für die Webciety 2011 sind schon angelaufen. Und damit schon mal die Anwort auf eine wichtige Frage: Ja, die Webciety wird es auch zur CeBIT 2011 als Sonderfläche in Halle 6 geben!

Warum sollte das Themenforum mit Konferenzprogramm und besonderer Ausstellungsfläche auch wegfallen, jetzt wo das “Web 2.0″ im Herzen der Gesellschaft angekommen ist. Denn wie vor ein paar Tage schon ausgerufen wurde – der “Social Media Hype” ist tot, die sozialen Medien leben nun aber weiter als integraler Bestandteil der Internet-Wirtschaft. Und damit ist der vor knapp zwei Jahren von der CeBIT und Sascha gesetzte Slogan “Webciety – The Internet is coming home.” einmal mehr relevant.

Dennoch gibt es für die Webciety und das Themenprogramm in 2011 ein paar Änderungen. Aufgrund der thematischen Neuaufteilung der CeBIT in CeBIT pro, CeBIT gov, CeBIT lab und CeBIT life wurden einige Themen der letzten Jahre aus dem Programm 2011 ausgegrenzt.

Der Fokus für das Programm der Webciety 2011 liegt damit stärker auf Technologie-verwandten Themen rund um den Wandel von Wirtschaft und Geschäftprozessen durch das Internet und hier vorallem durch die Entwicklungen, die mit den sozialen Interaktionsansätzen und dem sog. Web 2.0 einhergehen. So werden also durchaus interessanten, aber vielmehr allgemeineren Diskussionen wie z.B. die “Entwicklung der Social Networks” weniger Bestandteil des Webciety-Programms als vielmehr Bestandteil der Diskussionen im Themenschwerpunkt der CeBIT live.

Die Diskussionen auf der Webciety 2011 drehen sich vielmehr um die Veränderungen der klassischen “Business Solutions” (oder auf Deutsch der Geschäftsprozessanwendungen) durch die Erweiterungen und Ergänzung eines “social layers” drehen. Als neue Schlagworte sind hier der Begriff des “Social Business Design” und der “Social-Business”-Lösungen zu nennen, unter den man nun die “neuen” bzw. “erweiterten” Geschäftsanwendungen versteht.

Nun ist es natürlich ein berechtigte Frage, ob es neben dem Begriff der “Webciety” noch so ein omminöses und zunächst einmal wenig aussagendes Schlagwort braucht – insbesondere nach dem Abgesang auf den “Social Media Hype”! Und wenn man dann noch “googlet” – wird man fündig, dass es sich bei der Begrifflichkeit “Social Business Design” um einen Begriff handelt, der von dem amerikanischen Beratungsunternehmen Dachis Group definiert wurde.

Hier die Definition von Peter Kim:

Social Business Design is the intentional creation of dynamic and socially calibrated systems, process, and culture.

Its goal: helping organizations improve value exchange among constituents.

Social Business Design uses a framework of four mutually exclusive, collectively exhaustive archetypes: ecosystem, hivemind, dynamic signal, and metafilter. This model can be applied to improve customer participation, workforce collaboration, and business partner optimization. Doing so provides insight to help measure and manage business to produce improved and emergent outcomes.

Aber gerade der Abgesang auf den “Social Media Hype” zeigt einmal mehr, dass das Web 2.0 -Dingens nun integraler Bestand aller Geschäftsprozesse wird und nichts Alleinstehendes mehr ist. Die “soziale Interaktion” ist ein Kernelement der Internet-Nutzung geworden. Allgemeine Gemütsäußerungen, Bilder, Links,  Beschreibungen von Produkten, Geschäftsberichte,  Produktkonfigurationen oder Produktionsstati werden mit den Möglichkeiten der sozialen Interaktionsmechanismen zu “sozialen Objekten“. Die für “jedermann” (sicherlich gibt es auch geschlossene bzw. begrenzte Systeme, in denen sich das “jedermann” nur auf den authentifizierten Benutzerkreis bezieht!) ersichtliche Anreicherung der Objekte durch Auszeichnungen, Empfehlungen, Kommentaren, Verbesserungen etc. aufgrund der sozialen Interaktion fügt dem Objekt einen Wert hinzu. Und diese Wertschöpfung einerseits und die damit einhergehende Veränderung der Geschäftsprozesse ist ein wichtiges Thema, was – wie das Internet – nicht mehr “weggeht” – auch nicht mit dem Abgesang des Hypes!

Daher ist die Zeit reif über konkrete Geschäftsanwendungen mit dem erweiterten sozialem Funktionsumfang zu diskutieren! Im ersten Planungsschritt haben wir für uns mal einige Kernthemen und die darum angrenzenden Diskussionsthemen für das Themenspektrum festgelegt:

themenfelder

Zu den Kernthemen wird es Dienstag bis Freitag jeweils um 12:40 Uhr eine “Keynote”-Session mit spannenden internationalen Referenten geben. Die übrigen Themen teilen sich entgegen dem Programm der vorhergehenden Jahren in drei Formate auf:

  • Fachpanel: Hier diskutieren wir Themen, die noch wenig konkret, aber in der Entwicklung und Reife stehen. So z.B. das Thema Augmented Reality. Es gibt erste Pilotanwendungen über die man sprechen kann, aber in der Breite ist das Thema noch nicht angekommen.
  • Practice-Panel: Hier werden Unternehmensvertreter abgeschlossene Projekte vorstellen. Denn bei einigen Themen wie z.B. neuen Kollaborationskonzepten in den Unternehmen gibt es auch in Deutschland sehr gute Projekterfahrungen, von denen bereits etwas gelernt werden kann.
  • Technologie-Panel: Hier werden Technologie-Innovationen diskutiert – also eher Anwendungen in der Frühphase.

Es gibt durchaus schon einen ersten Programmplan, wobei aber immer noch vieles im “Fluss” ist. Daher möchte ich hier nun auch den Startschuss für eine Diskussion und für ergänzende Vorschläge geben. Gerne können über folgendes Formular auch konkrete Themen- bzw. Vortragvorschläge gemacht werden.

Ich freue mich auf das Feedback!

Simfy – einfach Musik hören, entdecken und teilen?

Ich mochte last.fm sehr. Ich konnte endlos Musik hören, neue Künstler entdecken und meinen Musikgeschmack mit anderen Leuten vergleichen. Aber ich konnte nicht meine eigenen Playlisten hören, ohne dafür zu bezahlen. Und nur für eine Playlistenfunktion bezahle ich kein Geld. Also wechselte ich zu Spotify. Spotify ist super. Es gibt Playlisten, eine immer größer werdende Datenbank an Musik und mittlerweile auch eine großartige Teilen-Funktion, über die man Lieder und Playlisten mit Facebook-Freunden teilen kann. Leider gibt es bei Spotify einen Haken: Man kann es in Deutschland nicht benutzen, ohne zu tricksen. Ich bin kein guter Trickser, darum brauche ich eine Alternative zu Spotify.

Vielleicht habe ich sie in “simfy” gefunden.

simfyEs klingt so schön und so einfach: “Musik hören, Musik entdecken, Musik teilen”. Und weil ich gern Musik höre, sehr gern neue Musik entdecke und mich total gern von Musikempfehlungen meiner Internetfreunde verzaubern lasse, habe ich simfy mal genauer unter die Lupe genommen.

Das war die Woche bei Google

googleio_logoAuf der eigenen Entwicklermesse Google I/O hat Google auch in diesem Jahr wieder jede Menge neuer Dienste, Software, Akquisen und sogar den Einstieg in einige ganz neue Geschäftsfelder vorgestellt. Das Tempo, mit dem Google nicht nur bereits vorhandene Produkte immer wieder verbessert, sondern vor allem regelmäßig die Erweiterung der Palette vorantreibt, sucht weltweit seinesgleichen.
Fast schon im Minutentakt gingen während Google I/O die Nachrichten über Updates, Weltneuheiten und aktuelle Produktvorstellungen raus. Da mir das alles viel zu schnell ging, habe ich mit ein wenig Abstand mal die Rosinen rausgepickt und stelle sie hier in aller Kürze vor:

Schnipsel

Ich möchte mit Ihnen gern zwei Videos und eine App teilen, die mir in dieser Woche besonders viel Spaß gemacht haben.

Augmented Reality ist der Star der ersten beiden Hinweise.

Die Straße als Interface ist eine Vision, die Ivan Tihienko vor fast zwei Jahren als Videoprojekt für seine Abschlussarbeit für die Bezalel Academy of Arts and Design konzipiert hat. Kein Bildschirm, sondern der Asphalt dient als Ein- und Ausgabefläche. Und es stellt sich augenblicklich die Frage, wie viel man als Nutzer preisgeben würde. Soll jeder wissen, wohin ich gehe? Sollen die Passanten mitlesen können was ich schreibe?


Holographic Interface – round interface – Ringo from Ivan Tihienko on Vimeo.

[via]

Das London Museum hat eine wundervolle App herausgebracht, die mit Hilfe von Augmented Reality das historische London in das aktuelle Bild der Mobiltelefon-Kamera projeziert.

London History

[via]

Ich werde ja immer wieder schief angesehen, wenn ich erzähle, dass ich meinen dreijährigen Sohn, den Ad-mini, mit meinem HTC Hero spielen lasse. Dass es auch für kleine Kinder tolle Anwendungen gibt, glaubt mir meist keiner. Vor ein paar Tagen habe ich aber den bisher besten Beweis gefunden: das PhoneBook. Man nehme ein Buch, mache ein iPhone-großes Loch in die Mitte, schiebe das iPhone rein und – voila:

Ich möchte mit Ihnen gern zwei Videos und eine App teilen, die mir in dieser Woche besonders viel Spaß gemacht haben.

Augmented Reality ist der Star der ersten beiden Hinweise.

Die Straße als Interface ist eine Vision, die Ivan Tihienko vor fast zwei Jahren als Videoprojekt für seine Abschlussarbeit für die Bezalel Academy of Arts and Design konzipiert hat. Kein Bildschirm, sondern der Asphalt dient als Ein- und Ausgabefläche. Und es stellt sich augenblicklich die Frage, wie viel man als Nutzer preisgeben würde. Soll jeder wissen, wohin ich gehe? Sollen die Passanten mitlesen können was ich schreibe?

Holographic Interface – round interface – Ringo from Ivan Tihienko on Vimeo.

[via]

Das London Museum hat eine wundervolle App herausgebracht, die mit Hilfe von Augmented Reality das historische London in das aktuelle Bild der Mobiltelefon-Kamera projeziert.

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[via]

Buzzie

BuzzieGoogle Buzz hat seine erste iPhone-App bekommen.

Buzzie heißt der schlanke und leicht zu verstehende iPhone-Client, der die wichtigsten Funktionen von Google Buzz auf das iPhone und den iPod touch (jeweils ab iPhone OS 3.0) bringt. Mit Buzzie kann man Konversationen starten oder auf Buzzes von Followern antworten. Es ist darüberhinaus möglich, eigene Konversationen öffentlich zugänglich zu machen oder privat zu halten bzw. zu entscheiden, ob man seine aktuelle Location übertragen möchte oder nicht. Mit nur einem Klick kann man Kontaktdetails anderer Buzzer ansehen und ihnen folgen. Dateianhänge lassen sich ebenso einfach ansehen und auf dem Telefon speichern.

Selbst für Buzz-Nichtnutzer könnte sich Buzzie lohnen. Auch ohne eigene Zugangsdaten ermöglicht Buzzie, sich einen Eindruck von Google Buzz verschaffen, indem Nutzer öffentliche Buzz-Konversationen in ihrer Nähe ansehen und verfolgen können.

Buzzie (iTunes-Store-Link), das von Alberto Garcia Hierro entwickelt wurde, ist seit dem 1. März erhältlich und kostet in der ersten Woche 1,59 Euro (33% Ersparnis gegenüber dem Normalpreis).

[Quelle]

Bing Maps: Microsoft zeigt Google wie es geht

Google und Microsoft haben sich nicht so wirklich lieb. Man konkurriert auf verschiedenen Gebieten, wobei die Internetsuche sicher der lukrativste Bereich ist. Mit der erneuerten MSN Suche, die man auf den Namen Bing getauft hat, konnte Microsoft ein paar Punkte einsammeln. Vor allem die sehr gute Videosuche hat etliche User angesprochen. Aber auch Bing Maps ist, zumindest in den USA, nicht so wirklich schlecht. Und was alles gehen kann, zeigte Microsoft die Tage auf der TED Konferenz. Das ist schon atemberaubend:

Be there or be Square

Der Erfinder von Twitter, Jack Dorsey, hat mit Square, das wir bereits im Dezember kurz vorgestellt haben, eine Bezahl-App entwickelt, mit der man nur mit seinem Smartphone überall private oder geschäftliche Geldgeschäfte tätigen kann.

Adam Lisagor, besser bekannt als LonelySandwich, hat knapp 9 Monate nach seinem Videotutorial für die iPhone-App Birdhouse wieder einen kleinen Film gedreht und stellt Square im folgenden Video kurz, knapp und wunderbar verständlich vor:

Können bitte in Zukunft alle Apps so präsentiert werden?

Square ist bisher noch in der Private-Beta-Phase und wird aktuell nur für das iPhone angeboten. Ob und wann es auch in Europa erhältlich sein wird (und wie das Problem gelöst wird, dass in Europa kaum noch mit Magnetstreifen, sondern mit Chip und PIN-Code bezahlt wird), steht noch nicht fest.

Und die von Rin aufgeworfene Frage, ob die Zukunft von Mobile Payment wirklich so aussieht, ist ebenfalls noch nicht beantwortet.

Apple iPad: Neuer Markt für Verleger

dimensions_20100127Die Kollegin Rin hat zu den technischen Finessen des iPads schon was geschrieben, ich habe es jetzt auf den iBook-Store und die dezidierten Apps für Zeitungen abgesehen. Die Frage, ob man so ein Zwischending aus aufgeblasenen Telefon und Netbook braucht, und vor allem, ob man überhaupt einen E-Reader benötigt, ist auch wieder typisch deutsch. “Wer braucht den so was” ist die klassische, schon defätistische Haltung gegenüber technischen Neuerungen. Statt, wie zum Beispiel viele Amerikaner, einfach zu sagen: “Oh, keine Ahnung was ich damit soll, aber wird sich schon was finden, und außerdem ist es hübsch und es ist neu”, regiert hierzulande so lange die Ablehnung, bis man es halt dann doch mal ausprobiert. Komischerweise sind die Verlage, die man sonst eher für die Schiffschaukelbremser des technologischen Fortschritts hält, ganz scharf auf dieses iPad.

Multitasking is a moral weakness

2562505677_c103397de4_bDas Internet. Seit Jahren bemüht es sich den Menschen klar zu machen, dass man ganz hervorragend 285 Dinge nebeneinander gleichzeitig machen kann. Früher waren die Tätigkeiten von einander getrennt, oder traten höchtens paarweise auf. Man hörte Musik und las ein Buch. Oder man las ein Buch und trank nebenbei was. Oder man hörte Musik und knutschte auf dem Flokati. Auf gar keinen Fall bestand das Leben aus 23 offenen Tabs bei Firefox, drei Twitter-Accounts die man per Seesmic mit einem Auge verfolgt, einem offenen Word-Dokument, an dem seit Stunden was machen will, zwei Chats und ein paar Flickr-Uploads. Und dann hört man nebenbei auch noch Musik und verfolgt einen stumm geschalteten Stream von CNN USA. Das ist alles Quatsch und Teufelszeug, sagen ein paar Engländer, die das “International Institute of Not Doing Much” gegründet haben.