Gestensteuerung fürs Mobiltelefon: Vielleicht schon morgen.

gestensteuerung
Kennt ihr das? Zwischen eurem Rendezvous und euch hat sich gerade diese ganz besondere Stimmung entfaltet, oder ihr habt gerade die Finger voller Frittierfett und Ketchup, oder die Idee, die ihr seit Monaten mit euch herumtragt, manifestiert sich plötzlich mit all ihren Details vor eurem inneren Auge – oder alles auf einmal. In diesem Moment: Ein Anruf auf eurem Mobiltelefon.

Und mal ehrlich, selbst wenn es auf lautlos gestellt ist, und nicht den peinlichen Klingelton von sich gibt, den ihr irgendwann mal eingestellt hattet als ihr ihn noch unheimlich lustig fandet – das beharrliche Vibrieren in der Hosentasche lässt sich schwer ignorieren.

Mir passiert das glücklicherweise selten, weil mich selten jemand anruft und mich fettige Finger und romantische Dates nicht davon abhalten, mein Telefon zu bedienen. Für alle anderen ist Hilfe in Sicht: Ein Team der Telekom hat eine Software entwickelt, mit der man Mobiltelefone über Gesten steuert – indem man in der Nähe einen Magneten bewegt. MagiTact benutzt dabei die Kompass-Sensoren, die in aktuellen Smartphones wie dem Nexus One und dem iPhone mittlerweile Standard sind. Über Veränderungen im Magnetfeld kann das Programm verschiedene Gesten erkennen.

So kann man sein Telefon steuern, ohne es aus der Hosentasche nehmen zu müssen – zum Beispiel im Auto, einen Anruf abweisen oder beenden und blättern und zoomen ohne den Bildschirm zu berühren. Wichtig werden dürfte solche alternative Eingabemöglichkeit vor allem, weil die Mobiltelefone immer kleiner werden, und damit immer weniger Platz für Touch-Screen und Tastatur bleibt. Auch der Gestenerkennung über Kameras ist die magnetfeld-basierte Variante überlegen: Sie funktioniert ohne Sichtkontakt, auch auf der Rückseite des Geräts.

Was ich an dem Entwurf besonders mag: MagiTact muss nicht auf neue Sensoren und Geräte warten, es arbeitet mit bereits verfügbarer Technologie – und könnte theoretisch schon übermorgen im AppStore eurer Wahl erhältlich sein. Neben Visionären braucht es eben auch Ingenieure.

Browser statt iTunes: Mein neuer Audioplayer.

bitspace

Eigentlich bin ich ja die Falsche, um über Musik-Anwendungen zu schreiben. Über Musik überhaupt. Auf meinem Rechner finden sich 2GB an Audiodaten; abzüglich Hörspiele macht das knapp ein Gigabyte Musik. Einmal alle zwei Monate habe ich unterwegs Lust auf Musik und höre eines der vier Alben, die ich auf dem iPhone mit mir herum trage. Wenn ich zuhause Musik höre, dann über last.fm. Kurz gesagt, Musik spielt eine eher untergeordnete Rolle in meinem Leben.

Trotzdem bin ich dieses Mal vielleicht genau die Richtige: Ich möchte schnell und unkompliziert zwischen Geräten und Plattformen wechseln. Ich habe eine Abneigung gegen Ballast, sowohl in Form von Bücher- und CD-Regalen als auch als terabyte-schwere MP3-Archive. Ich glaube an das Internet, die Cloud, browser-basierte Anwendungen und HTML5. Kurz gesagt, ich bin die ideale Zielgruppe für einen Dienst wie Bitspace.
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‘Social Micropayment’: Spenden statt Bezahlen.

flattr

Neulich saß ich ziemlich lange über einer Mathe-Hausaufgabe, ziemlich verzweifelt. Schließlich kam ich auf die Idee, das Problem zu googeln. Kurze Zeit später war ich schlauer und glücklicher – dank einer privaten Website voller hilfreicher Video-Tutorials. Es war das erste Mal, dass ich ohne zu zögern auf einen “Spenden”-Button geklickt habe. In Zukunft könnte das öfter passieren.

‘Social Micropayment’ nennt sich das Modell, flattr heißt der Service. Die Idee: Nutzer zahlen monatlich einen festen Betrag von zum Beispiel 2 € und verteilen ihn auf ihre Lieblings-Sites – per Klick auf den flattr-Button. Am Ende des Monats, wird der Betrag auf die Sites aufgeteilt, ein Anteil pro Klick.

Schöner (nämlich mit Kuchen!) erklärt es dieses Video:

Bei flattr geht es nicht um paid content, sondern ums Spenden. Die Empfänger können Blogger, Podcaster, Fotografen, freie Software-Projekte, Musiker oder eben Autoren von Mathe-Nachhilfe-Videos sein.

Das Bestechendste an dem Dienst dürfte seine Einfachheit sein: Ein Klick, keine Passwort-Eingabe, keine Bestätigungsseite. Ist man erst einmal angemeldet, ist die Hürde tatsächlich zu spenden niedrig: Der Betrag ist gering, und ausserdem bereits vergeben. Nur verteilt werden will er noch. Für die Anbieter der Inhalte dürfte es noch einfacher sein: Ein weiterer Button in der Seitenleiste tut nicht weh.

Ich denke, es gibt viele Nutzer, die bereit sind ihre Lieblings-Blogs und -Künstler mit einer Spende zu unterstützen. Kritisch wird eher sein, ob sie dem Dienst vertrauen und ob sich genügend anmelden. Das dürfte sich fast von selbst erledigen, wenn es flattr gelingt, sein Angebot in Plattformen wie z.B. SourceForge zu integrieren. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg könnte die soziale Komponente sein: Die flattr-Klicks deiner Freunde sind gleichzeitig Empfehlungen. Veröffentlicht man Statistiken über selbst getätigte Spenden ist das ein Reputations-Plus.

Mir persönlich gefällt die Idee gut. Und ich würde gerne sehen, wie Internet-Nutzer den Verlagen (ein weiteres Mal) vormachen, dass sie sehr wohl bereit sind für Inhalte zu zahlen – zu ansprechenden Konditionen. An dieser Stelle hat flattr dann doch etwas mit den vieldiskutierten Bezahl-Inhalten zu tun: Es würde zeigen, was wir so wertschätzen, dass wir dafür gerne bezahlen (oder besser, belohnen). Und wir könnten sagen, was auch ohne flattr bereits zutrifft: Wir können das alles zwar kostenlos haben, aber uns ist bewusst, dass es nicht kostenlos produziert wurde.

P.S.: Dieser Artikel wurde übrigens zu den Tönen eines Webradios verfasst, das seine Kosten durch Spenden deckt. Ich geh’ da jetzt mal auf einen Button klicken.

Na, Internet, wie geht’s?

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Meine Twitter-Timeline befindet sich die meiste Zeit gut sichtbar am rechten Rand meines Bildschirms. Die meiste Zeit tröpfeln dort die Heißgetränke-Tweets, Link-Empfehlungen, Wortspiele und Status-Updates so vor sich hin. Aber manchmal passiert es: Ein bestimmtes Thema erlangt breitere Aufmerksamkeit, wird plötzlich von mehr als drei Menschen kommentiert. Es wird retweetet, geantwortet, vielleicht widersprochen. Manchmal geht das unheimlich schnell: Man kommt aus dem Badezimmer zurück und die Timeline ist überschwemmt mit #neuesheissesding. Das ist manchmal störend, zum Beispiel wenn mehrere Dutzend Twitterer live die gleiche (dämliche) TV-Sendung kommentieren (oder noch schlimmer, Wort für Wort wiedergeben). Aber manchmal auch bereichernd, zum Beispiel bei Ereignissen, die ein geteiltes Echo finden – gesehen bei Apples Präsentation des iPad.
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Zum Anfassen: Hauchdünne Touchscreens.

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Millionen von Benutzern verwenden täglich ihre Finger um zu scrollen, zu zoomen, zu zeichnen, Objekte zu drehen und zu tippen. Immer, wenn ich mein iPhone jemandem in die Hand gebe, freue ich mich darüber, wie schnell auch wenig technik-affine Menschen die Bedienung verinnerlichen. Touchscreens sind intuitiv und machen Spaß. Vermutlich werden unsere Computer, Telefone und Kameras bald nicht mehr die einzigen Eingabegeräte sein, von denen wir unsere Fingerabdrücke abwischen müssen.

Ein portugiesisches Unternehmen hat einen Polymer-Film entwickelt, der jede nicht-leitende Oberfläche in einen berührungsempfindliches Eingabegerät verwandelt – egal ob flach, geschwungen, Glas, Kunststoff oder Holz. Der Film ist dünner als Papier und so empfindlich, dass er auch durch bis zu 15mm dickes Material funktioniert. Selbst gezieltes Pusten registriert er. Dank seiner Transparenz kann er ein ganzes Schaufenster in ein Eingabemedium verwanden – oder den Konferenztisch. Hersteller könnten existierende Gerätemodelle mit Touchscreens nachrüsten. Und wir dürften in Zukunft eine Menge ähnlicher Anwendungen sehen wie die Demos von Microsoft Surface auf der CeBIT 2009.

Touch-Technologie wird immer günstiger und universeller. Hoffentlich wird Multitouch bald ein so selbstverständliches Merkmal eines Bildschirms sein wie Farbdarstellung (hallo, Zukunft!).

Apple iPad: Ein paar Notizen.

iPad

Die Präsentation des Apple Tablets heute Abend wartete kaum mit Überraschungen auf: Das neue Produkt ist im Grunde ein iPhone in Großformat.
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Die Lösung für den Kabelsalat. Nicht.

Es ist immer wieder schön, wie Werbung täglich versucht, uns Lösungen für Probleme anzudrehen, die wir gar nicht haben, während wir uns täglich über Dinge ärgern, deren Lösung uns immer noch fehlt. Und ich spreche nicht einmal von Nahrungsmittel-Replikation oder Beamen, sondern von Ladegeräten. Eines fürs Mobiltelefon, eines für die Kompakt-Digitalkamera, eines für die DSLR. Notebook und Netbook nicht zu vergessen. Vielleicht bringt das Handy auch noch ein Datenkabel mit, und mit etwas Glück hat man am Rechner mehr als vier USB-Stecker zur Verfügung.

Manche Ladegeräte sind halb so groß wie das Gerät, das sie aufladen sollen. Und wehe, man vergisst eines im Büro. Am besten gleich doppelt kaufen. Oder dreifach, man weiß nie. Das Ergebnis in jedem Fall: Kabelsalat, Ärger, Sucherei, tägliches Herumhantieren an der 12-fach-Steckdosenleiste. Schon die einfachsten Workarounds führen da zu Begeisterungsstürmen: Hübsche, teuere Kisten, die das Problem elegant verbergen sollen, Kunst, Klopapierrollen, Handy-Ladeschalen.

Immerhin: Fast alle Hersteller von Mobilfunktelefonen haben sich verpflichtet ihre Geräte in Zukunft mit Micro-USB-Steckern auszustatten. Und wen es nicht stört, seine Geräte in Hüllen stecken zu müssen, kann sie tatsächlich bereits induktiv aufladen.

Dann gibt es noch Lösungen wie den ChargePod.
Der verspricht ein Universal-Ladegerät zu sein: Er lädt MP3-Player (auch den iPod), PDA, Digitalkamera, Mobiltelefone und Laptops, und ist gleichzeitig ein USB-Hub. Ich gebe zu: Einen Moment lang habe ich darüber nachgedacht, ob ich so etwas brauche. Der Haken: Er ist nicht besonders hübsch, kostet 200$ und momentan nicht erhältlich. – Oh, und was ich vergessen habe zu erwähnen: Die Adapter für 3.000 verschiedene Geräte kauft man dazu, für etwa 10$ pro Stück.

Immerhin eines tut er ganz gut: Uns daran erinnern, dass wir da ein Problem haben, das auf eine Lösung wartet. So lange werde ich weiterhin leise seufzend Ladegeräte ein- und auszustecken. Und beten, dass bald all unsere Geräte per elektromagnetischer Induktion aufgeladen werden – am Besten in Richtung des Wireless Power Consortiums.

Data Portability. Und dann?

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Früher mussten wir nicht nur mit nackten Füßen kilometerweit durch knietiefen Schnee laufen (bergauf!) um unseren Posteingang zu überprüfen, nein, alles war noch viel schlimmer: Wenn wir uns in einem Social Network registrieren wollten, mussten wir uns per Tabulatortaste durch eine nicht enden wollende Serie von Formularfeldern arbeiten. – Eine Zumutung, die wir nur ertrugen, weil wir durch die Höllenfeuer der deutschen Steuererklärung gestählt waren.

Hatten wir das hinter uns gebracht – ohne, dass ganze Formularseiten nach dem Absenden leer neugeladen wurden, weil das eingegebene Passwort ein ungültiges Zeichen enthielt oder der unter Mühen erdichtete Profil-Freitext durch einen Browser-Absturz verloren ging – dann waren wir einer dieser traurigen Neuangemeldeten ohne Freunde. Wir mussten unsere Kontakte noch von Hand zusammensuchen. Manchen guten alten Freund fanden wir erst, wenn er bei der Ex als Partner auftauchte. Es waren harte Zeiten.

Heute ist zum Glück alles anders: Unsere Hovercraft-Segways tragen uns über Berg und Tal, und wenn wir uns mit unserer universellen Online-ID bei einem sozialen Netzwerk anmelden, können wir problemlos all unsere Profildaten importieren. Uns werden automatisch alle Kontakte vorgeschlagen, mit denen wir in anderen Netzwerken befreundet sind … oder nicht?

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Ein Erdferkel für alle Fragen: Aardvark.

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Kennt ihr das? Euch brennt eine Frage unter den Nägeln. Am schlimmsten sind die völlig belanglosen, die einen abends im Bett beschäftigen. Früher hatte ich eine Freundin, die ich in diesen Fällen anrief. Man konnte sie fast jederzeit anrufen und ganz ohne Umschweife zur Sache kommen: “Sag mal, wie heißt das Lied mit dem Musikvideo, in dem so ein rothaariger Typ am Klavier …?” – Heute haben wir unsere Smartphones: Google, Wikipedia, Wolfram Alpha und Shazam in der Hosentasche.

Aber je häufiger man diese Dienste benutzt, desto öfter kommt es vor, dass Google und Wikipedia auf Anhieb keine Antwort parat haben. Dann frage ich twitter. Der Nachteil: Die Nachricht geht an niemanden und doch irgendwie an alle. Eine Alternative sind Frage-Communities wie Yahoo Answers oder wer-weiss-was.de. Leider sind das aber auch nur Foren in denen die Kommunikation zwischen Nutzern auf Frage und Antwort beschränkt ist – Relikte aus einer Zeit als das Internet, auch dieses “Mitmach-Web-2.0″, hauptsächlich aus Formularfeldern bestand (na gut, in großen Teilen tut es das noch immer). Das Internet besteht auch aus Menschen, Diensten und Informationsströmen. Aardvark ist ein Dienst, der das nutzt.
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Mehr Konkurrenz für den Kindle: Skiff Reader

Skiff Reader

Es geht zwischen enthusiastischen Blog-Artikeln über das nächste heiße Gadget gern unter: Early-Adopter sind, sofern nicht mit unendlichem Budget ausgestattet, nach ein paar Monaten die Verlierer. Sie haben nämlich Geld für etwas ausgegeben, was einige Monate später viel besser und günstiger zu haben ist – “the early adopter tax”. Oder noch schlimmer: Das bewundernde Heben der Augenbraue über deine 800-teilige MiniDisc-Sammlung weicht nach wenigen Jahren dem Kichern hinter vorgehaltener Hand.

Deswegen habe ich mich dafür entschieden, obwohl heimlich überzeugt “unbedingt” und “dringend” einen zu “brauchen”, mit der Anschaffung eines E-Readers noch ein wenig zu warten.

Heute hat mich etwas daran erinnert, warum.
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