Das angebliche Lieblingsgadget der Deutschen: Das Auto. Also im Endeffekt auch für uns. Autos, das lässt sich heute bereits abschätzen, sind in naher Zukunft (und teilweise schon in der Gegenwart) nicht mehr reine benzinfressende, stählerne Ungetüme, sondern zunehmend intelligente, in die Lebensumwelt integrierte Vielzweck-Geräte.

Nach mehreren Stufen der Elektronifizierung sind Auto-Ingenieure heute soweit, dass sie echte, kleine Computer ins Fahrzeug integrieren können – keine leichte und etwa im Handumdrehen lösbare Aufgabe. Schliesslich prallen an diesem Punkt zwei Welten aufeinander.

Oder, was noch gravierender ist, zwei Epochen: Die Industriezeit und die aktuelle Informationsära. Trotzdem können wir jetzt Autos kaufen, die sich bereitwillig und drahtlos mit dem mitgebrachten Smartphone verbinden, Telefongespräche zum Freisprechen auf die Bordanlage legen, Lieblingsmusik auf gesprochene Anweisungen hin abspielen und neueste Verkehrsinformationen zum Navigationskurs addieren – alles Fähigkeiten, die das Leben des Autofahrers nicht nur bequemer, sondern auch sicherer machen können.

Audi A3 Audi Connect Einparkhilfe

Audi A3 Audi Connect Einparkhilfe

Um so mehr, als damit computerunterstütztes Fahren möglich wird: Das Auto bremst automatisch, wenn der Fahrer nicht schnell genug reagiert, biept nicht nur beim Einparken, wenn der Abstand zum nächsten Fahrzeug zu klein wird, sondern übernimmt auf Wunsch auch das ganze Hin- und Herrangieren.

Die vollautonome Fahrt von A nach B gibt es dieses Jahr dagegen noch nicht serienmässig. Da hat der TÜV wohl noch ein strenges Wort mitzureden. Trotzdem, oder eben genau deswegen, zeigen Weltmarken wie Audi und Toyota gerade in Las Vegas, dass nicht nur Google selbständige Autos kann - näheres dazu gibt’s dann wohl kommende Woche zur North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit.

Bis dahin sind wir aber schon mit den erwähnten Verbesserungen gut versorgt. Wenn alles zentral über das Bordgehirn läuft, wir weniger durch das Bedienen von Handy, Navi und MP3-Player abgelenkt sind und die eine oder andere Fahrhilfe dezent eingreift, ist schon viel gewonnen.

Ford Pressekonferenz "Connected Cars" (CES 2013)

Hier wetteifern die Autohersteller um die innigste Integration von Multimedia und Mobilkommunikation in ihre neuen Fahrzeugmodelle. Audi etwa macht das Kraftfahrzeug gleich mal zum LTE-Hotspot für bis zu acht Mobilnutzer und verbessert mit dem webbasierten "Audi Connect"-System natürlich auch die bordeigenen Navigations- und Unterhaltungsqualitäten.

US-Autobauer Ford stellt gerade ein ganzes Software Development Kit für das Entwickeln von Apps auf das bordeigene Entertainmentsystem "Sync" vor, so dass man Info- und Unterhaltungskanäle auch dann zur Verfügung hat, wenn das Smartphone mal versehentlich zuhause liegen geblieben war.

Toyota Lexus LS integriertes Sicherheitskonzept (CES 2013)

Toyota Lexus LS integriertes Sicherheitskonzept (CES 2013)

Mercedes Benz kontert mit "Mbrace2", Toyota mit "Entune" und einer API für unabhängige App-Entwickler. Der koreanische Konzern Kia hat "Uvo eServices" und Chrysler "Uconnect" im Programm. Wer diesmal noch nichts zeigen konnte, hat zumindest schon entsprechendes angekündigt – die Auto-Branche ist in Aufruhr.

Nicht zuletzt zeigt Edel-Hifi-Hersteller Harman Audio die QuantumLogic 3D-Surround Anlage fürs Auto, die nicht nur ein Kino-nahes Musikhörerlebnis verspricht, sondern auch Töne aus verschiedenen Innenraumecken erklingen lässt, der besseren Orientierung wegen.

Brancheninsider schätzen übrigens, dass alleine die Digitalisierung der Automobile einen Umsatzschub von über sechs Milliarden Euro im laufenden Jahr 2013 bringen wird.

Dann mal gute Fahrt!

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