Krähte ich sonst immer gerne rum, dass wir in Sachen Musikkauf und -Streaming in Deutschland eher rückständig sind, musste ich in den letzten Monaten etwas zurückrudern. Wir haben in Sachen Streaming Simfy, Rdio, Deezer, WIMP, Spotify und Co. Auch können Titel natürlich gekauft werden, gibt es doch zum Beispiel Juke, Amazon oder eben Apples iTunes, seines Zeichens der größte Musikverkäufer der Welt.

Doch seit einigen Tagen ist auch ein weitere Mitspieler in das Rennen um die Gunst der Musikkunden eingestiegen. Schwerer als alle anderen hatte es Google im Vorfeld mit den Rechteverwertern unserer Nation, ein Grund, warum Google Music erst verhältnismäßig spät in deutschen Landen startet. Google bietet nicht nur den schnöden Verkauf von Musiktiteln an, sondern man kredenzt zusätzlich kostenlosen Speicherplatz für bereits existente Musik.

Bis zu 20.000 Titel dürfen Nutzer in die Cloud von Google transportieren, um diese mittels Webbrowser oder Mobilgerät von jedem Ort aus streamen zu kommen. Weiterhin sagt Google aus, dass gekaufte Musik nicht auf diesen Speicherplatz angerechnet wird.

Übrigens: eure Musik muss unter Umständen nicht erst mühsam hochgeladen werden. Google liefert ein Upload-Tool mit, den so genannten Music Manager. Dieser stellt die Verbindung von eurem Rechner zur Google Cloud her. Dabei wird überprüft, ob eure auf der Festplatte gespeicherten Songs mit denen aus dem Google-Katalog übereinstimmen. Ist dies der Fall, dann wird der bei Google befindliche Track genommen, ein erneuter Upload ist unnötig.

Ebenfalls interessant dürfte Google Music als Distributionskanal für lokale Bands sein, hinter denen vielleicht kein großes Label mit Werbegeld steht. Google Music stellt unter dem Artist Hub nun auch deutschen Bands die Möglichkeit zur Verfügung, eigene Songs über Google Music zu vertreiben. Jeder Musiker kann eine eigene Seite erstellen, diese kann zum Beispiel  Biografie, Fotos, Links sowie Originalmusik, die zum Verkauf angeboten wird, enthalten.

Hierbei kann es sich beispielsweise um Live- oder Studio-Aufnahmen oder um neue Demos handeln. Auf der Seite heißt es: Unabhängige Künstler, die die Verkaufsrechte an ihrer Musik besitzen, können ihre Musik über den Artist Hub verkaufen. Laden Sie hierzu WAV- oder FLAC-Dateien hoch, fügen Sie ein Albumcover hinzu, legen Sie Preise und Freigabeeinstellungen fest und veröffentlichen Sie Ihr Album.

Wie bei anderen Distributoren digitaler Musik auch, schnappt sich Google etwas vom Erlös. 70 Prozent bleiben bei der Band. Die einmalige Einrichtungsgebühr ist moderat, lediglich 25 Dollar zahlt eine Band pro Store-Seite, diese kann unbegrenzt viele Alben und Titel enthalten. Ich bin mal gespannt, wie oft mir in den nächsten Monaten eine Band begegnet, die ihren Anfang aus dem Google Artist Hub genommen hat.