Neues aus der Welt der Musik
Spotify steht derzeit mit vielen Millionen Dollar Verlust dar. Zwar verzeichnet der Dienst 30 Millionen Kunden, aber “nur” 15 Millionen dieser Kunden sollen aktiv sein. Weiterhin sind es auch nur 2.6 Millionen zahlende Kunden, alle anderen zahlen nichts und nutzen die kostenlose Variante. 188 Millionen Dollar Umsatz konnte man 2011 verzeichnen, zahlende Kunden machten davon 157 Millionen Dollar aus.
Nun hört sich der Umsatz natürlich klasse an, allerdings ist Umsatz bekanntlich nicht gleich Gewinn. Dieser Zahl gegenüber stehen Nettoverluste in Höhe von 40 Millionen Dollar. Das sieht alles andere als erfolgreich aus und man muss sich fragen, wie lange ein solches Konstrukt beibehalten werden kann. Rein preislich wird man unter Umständen wenig machen können, denn die Mitbewerber haben auch alle ein Premiumangebot von unter 10 Euro in petto.
Neue Kundenkreise will man sich jetzt tatsächlich über das neue Zugpferd Smart TV erschließen. Richtig gelesen, Smart TV. Das TV-Gerät, welches über Apps und Internet verfügt, ist schon lange keine Neuheit mehr, gefühlt kommt die Technik aber nicht richtig aus dem Knick. Für viele Menschen bleibt TV einfach TV, was sicherlich an der Bedienung des TVs mit einer Fernbedienung liegt. Praktisch “geht anders”. Jedenfalls ist Spotify seit heute auf aktuellen Geräten eines Herstellers verfügbar, Kunden können per Fernbedienung auf das Konto zugreifen und ihre Playlisten abrufen.
Nicht ganz so negative Zahlen hat man beim französischen Mitbewerber Deezer zu vermelden. Ein Investor pumpte jüngst 130 Millionen Dollar in den Streaming-Service, damit dieser sein Programm weiter ausbauen kann. Deezer gab an, in 160 Ländern mittlerweile 2 Millionen zahlende Abonnementen zu haben. Man greift Spotify an Schauplätzen an, die Spotify zum Liebling der Netzmassen machte: Social Networks, Empfehlungen, Facebook-Anbindung und Community-Features.
Weiterhin will man etwas möglich machen, was ebenfalls bei Spotify funktionierte, bei Deezer aber nicht vorhanden war: ein kostenloses Angebot. Wie genau das aussehen soll? Genaue Details gibt es nicht, auf meine Nachfrage bekam ich folgende Antwort: “Ein profitables und nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln, ist in der Musikindustrie - so wie in jedem anderen Geschäftsfeld auch - der Schlüssel zum Erfolg. Ein kostenloser Service kann ein bedeutender Teil der Strategie sein, aber nur, wenn die Strategie entsprechend profitabel sein wird. Es ist daher viel einfacher, einen kostenlosen Service oder ein kostenloses Angebot einzubetten, wenn das Unternehmen bereits profitabel ist, als wenn man das Risiko eingeht, mit einem kostenlosen Angebot zu starten – ohne Garantie, dass man in der Lage sein wird, substantielle Umsatzquellen im weiteren Verlauf liefern zu können.”.
Ich für meinen Teil hoffe, dass die Dienste weiterhin gut funktionieren. Kunden sollen zu einem fairen Preis Zugang zu Musik haben und die ausführenden Künstler, die uns mit Musik versorgen, sollen auch daran verdienen.