Napster war mit einer der ersten Dienste, die man populär im Netz wahrnahm. Zum ersten Mal war es ohne Probleme möglich, für einen monatlichen Obolus Musik ohne Ende, am laufendem Band – also mittels einer Flatrate zu genießen. Man kaufte keine Schallplatten oder CDs, nicht einmal zu MP3-Dateien griff man mehr. Die Musik kam per Stream ins Haus, entweder direkt auf den Rechner oder auf das mobile Gerät, damit man die Musik auch unterwegs hören kann.

Music-Schriftzug als Streetart (Image)Doch natürlich gibt es nicht nur Napster, auch viele andere Dienste buhlen mittlerweile um die Gunst der Hörer. So findet man zum Beispiel auch Deezer, Rdio, Spotify oder auch das deutsche Unternehmen Simfy vor. Sie alle arbeiten ähnlich: die Flatrate zum Hören von Liedern auf dem Rechnern schlägt oftmals mit 4.99 Euro zu Buche, wer offline und am Mobilgerät Zugriff haben will, der ist mit 9.99 Euro dabei. Dafür kauft man keine Musik, man mietet sie lediglich. Zahlt man nicht mehr weiter, dann ist auch kein Hören mehr möglich, wobei Simfy und Spotify noch ein stark beschränktes Gratis-Angebot in petto haben.
Zahlt man also rund 10 Euro im Monat, dann hat man das ganze Universum von circa 15 – 18 Millionen Songs in der freien Auswahl. Gemessen an der Summe, die ich damals für den Kauf von Musik ausgegeben habe, fahre ich nun besser. Mietmusik bietet mir die Möglichkeit, unbegrenzt Musik zu hören, Musik zu entdecken. Für den Konsumenten, der sich für diese Art des Konsums entscheidet, scheint das das Angebot nur Vorteile zu haben. Selbst Provider wie die Deutsche Telekom sehen den Mehrwert und bieten zum Beispiel das Premium-Paket von Spotify in den eigenen Tarifen an. Der Vorteil für den Kunden? Via Mobilfunk gestreamte Musik wird nicht auf das verbrauchte Datenvolumen angerechnet. Ein Vorteil für den Benutzer – wobei mahnende Menschen auch das Ende der Netzneutralität durch solche Angebote gekommen sehen.
Auch gibt es immer wieder Berichte von Musikern. Top-Musiker, die häufig gestreamt werden, verdienen viel, doch Musiker, die nicht so häufig abgespielt werden, verdienen eher weniger. Einige Künstler, wie zum Beispiel Uniform Motion, The Layaways, Deichkind, Jan Delay und Labels wie Century Media, Metal Blade und Prosthetic Records distanzieren sich mittlerweile von den Diensten, beziehungsweise heißen sie nicht gut, wie man im Spiegel lesen kann.
Die britische Band Uniform Motion gab im September 2011 an, Spotify zahle ihnen für einen kompletten Abruf des neuen Albums die Summe von 0,029 Euro. David Harrell von der Chicagoer Indie-Rockband The Layaways gibt an, Spotify habe für Streams zwischen August 2009 und März 2011 umgerechnet 0,0023 Euro je abgerufenen Stream gezahlt.
Doch was soll dagegen gemacht werden? Ideen und Konzepte gab es bislang viele – diese scheiterten logischerweise an der Akzeptanz der Konsumenten, mehr zu bezahlen, wenn preisgünstige Alternativen zur Verfügung stehen. Man darf gespannt sein, wie sich der Markt entwickelt.

Bildquelle: music von craigCloutier auf Flickr unter CC 2.0