Keine Frage. Auf die Größe kommt es an. Und auf innere Werte. Die Rede ist von der neuesten Fernseher-Generation. Alle Jahre wieder zeigen die TV-Hersteller zum Herbstbeginn ihre neuesten Innovationen, die dann pünktlich zum seit jeher so wichtigen Weihnachtsgeschäft in den Läden stehen sollen.

LGs schlauer Fernseher (Image)

Schlaufernseher: Smart-TV bei LG-Pressekonferenz auf der IFA 2012 / (c) TechFever Network/Raphael Jahn

Und Innovationen werden dringend gebraucht. Schießlich ist die Unterhaltungselektronik-Branche, neudeutsch „Consumer Electronics“-Wirtschaft, schwer unter Druck. Auch wenn die Sport-Großereignisse Fußball-EM und Olympia in London der TV-Branche jüngst positive Impulse bescherten, ist das Geschäft sehr rau geworden. Denn die Margen im Fernseher-Geschäft rasseln immer weiter in den Keller.
Branchengrößen und -Vorreiter aus Fernost wie Panasonic, Sony, Sharp oder Toshiba stehen massiv unter Druck. Nicht anders der niederländische CE-Riese Philips, der seine TV-Fertigung im Frühjahr in das Joint-Venture TP Vision auslagerte.
Neue Geräte und Features sollen’s nun richten. Zum einen wird das mit möglichst großen Displays versucht – Firmen wie Sharp, Sony oder Samsung haben mittlerweile 80-Zöller im Programm, 84-Zoll-Glotzen (Sony) und sogar 90-Inch-Fernseher, also mit 230-Zentimeter-Diagonale, wie sie Sharp gerade präsentiert hat. Da kommt garantiert auch im heimischen Wohnzimmer Kino-Feeling auf.
Als größter Hoffnungsträger gilt zum anderen Smart-TV. Lauteten die populärsten „Buzzwords“ der letzten Jahre „Full HD“ und „3D“, ist nun eben „Smart-TV“ der wichtigste Branchen-Terminus. Das Schlaufernsehen soll neue Kunden mit verbesserter Technologie zum Kauf neuer Geräte und den Umstieg auf das Multimedia-Fernsehen animieren.
Denn immer bedeutender wird der Online-Zugang der heimischen Glotze, über LAN oder WLAN. Besonderer Clou der Multimedia-Fernseher sind TV-Apps. Die schließen die Geräte etwa an Youtube oder Online-Spiele an und können mit speziell aufbereiteten News oder Wetterinfos versorgen. Außerdem lassen sie bequem vom Sofa aus in soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter einloggen.
Die kleinen App-Zusatzprogramme können TV-Zuschauer direkt per Knopfdruck auf der Fernbedienung aktivieren.

Content is King

Insbesondere gelten auch die Mediatheken von TV-Sendern als populäre TV-Apps – was etwa Zahlen der ZDF-Mediathek unterstreichen, die in den letzten 12 Monaten über 440 Millionen Zugriffe zählte und damit um gut 30 Prozent zulegen konnte.
So oder so gilt das Mantra „Content is King“ für den weiteren Siegeszug von Smart-TV. Experten sind sich einig, dass der Erfolg entscheidend von den offerierten Inhalten abhängen wird. Neben Info- und Video-on-demand-Diensten wird dabei insbesondere 3D-Filmangeboten das größte Potenzial zugeschrieben.
Ein weiteres großes Trendthema der Saison: VoIP-Videotelefonie ist über populäre Dienste wie Skype nun auch für Couch Potatoes via Smart-Fernseher möglich – integrierte Webcams und Mikros machen’s möglich.
Studien zufolge steht bereits in jedem fünften Haushalt in Deutschland ein Smart-TV-Gerät. Tendenz rasant steigend – vor allem auch, weil die Preise sehr zum Unmut der so oder so stark angeschlagenen Hersteller rasant purzeln
Dabei gilt das nicht nur für Smart-TVs, sondern insbesondere auch für Großformat-Glotzen. Und neben LCD- und Plasma-Fernsehern zeichnet sich ja bereits ein weiterer Trend ab: Über die neue OLED-Technik werden die TVs der Zukunft noch schlanker und schärfer. Erste Modelle werden gerade bei der IFA in Berlin von Samsung und LG präsentiert.

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