„Schatz, hast du den Ofen ausgemacht?“, sagt er. „Ich glaube schon!“, sagt sie. „Glauben heißt nicht wissen!“, schimpft er. Nun, das moderne Haus wird solcherlei Streit gänzlich vermeiden, weil bildlich gesprochen die Haustür den Ofen ausschaltet. Das Haus wird intelligent. Es mahnt und erinnert und kann vieles mehr.

Zwei Funktionen wird die schlaue Hütte übernehmen: Sie wird unser Leben angenehmer machen, naja, zumindest verändern. Und es wird eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielen.

Ein über Touchscreen gesteuerter Elektro-Herd (Image)

Das Angenehme beginnt beim Zähneputzen. Auf dem Badezimmerspiegel läuft das Morgenmagazin und flimmert das Video-Bild eines Kollegen in China. Ziel ist nicht, dass man sich beim Rasieren vor Schreck schneidet, sondern dass man informiert an den Frühstückstisch tritt. Das gibt es schon.

Das Haus ist ständig online. Aus der Ferne kann der Bewohner die Heizung regeln, beispielsweise wenn er auf der Rückreise vom Skiurlaub ist und das Haus ihn mollig warm erwarten soll. Das gibt es schon, gesteuert mit Pads und Phones. (Vorsicht, Samsung-Nutzer. Vielleicht bleibt bald die Wohnung kalt - Apple schlägt Samsung – über 1 Milliarde Dollar Schadensersatz.) Das Haus gießt freilich im Urlaub keine Blumen, für die Pflanzenpflege muss man sich weiterhin mit den Nachbarn vernetzen.

Man kann mit der Haustür skypen. Der Kühlschrank weiß, was man gefuttert hat und schreibt die Einkaufsliste. Das Haus ruft auf Verdacht den Arzt, wenn sich der Bewohner ungewöhnlich lange nicht bewegt. Gibt es alles.

Bei der Klimawende hilft das Haus, indem es standardmäßig weniger Strom verbraucht als heute oder idealerweise Strom produziert. Solarzellen auf dem Dach, Miniblockheizkraftwerke im Keller, (vielleicht zum Ärger der Nachbarn) Windräder im Garten, ausgeklügelte Steuerung. Gibt es alles und wird immer besser.

In jenem sagenumwobenen Smart Grid, dem schlauen Stromnetz, wird sich das schlaue Haus mit anderen schlauen Dingen – was ist jetzt das richtige Wort? – kurzschließen. Süddeutsche Waschmaschinen springen dann an, wenn in Norddeutschland Wind in die Räder bläst und Strom billig ist. Windstrom wird in Elektroautobatterien gepumpt und bei Flaute wieder rausgesaugt, natürlich nur so dosiert, dass der freie Bürger weiterhin freie Fahrt hat. Auf dem Weg sind wir schon.

Wie genau, wird derzeit auf der IFA gezeigt. „Vernetzt wohnen und leben“ heißt die Präsentation dreier Elektroverbände, die uns mit diesen und anderen schlauen E-Häuslichkeiten zeigen, dass Leben im smarten Haus keine Zukunftsmusik ist.

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