Was waren das für Zeiten, als eine Mattscheibe dick war wie ein aufgedunsenes Vesperbrett! Vorbei. Jetzt ist die TV-Welt eine Scheibe. Flach und dünn dazu. Ein Hauch von einem Fernseher, würde James Bond sagen. Aus Südkorea werden gerade gleich zwei Geräte mit der zart machenden OLED-Technologie vorgestellt.

Viel zu schleppen haben die Techniker von Samsung und LG dabei nicht. Acht Kilo für eine Großklotze ist nicht gerade viel. 55-Zoll-Leichtgewichte, deren Innenleben und äußeren Glanz man nicht unterschätzen sollte. Die Farben brillant, die Kontraste hoch, das berichten Festgucker bereits von der US-Techshow CES. Dazu ein zartes Gehäuse, so fein wie ein Frühlingsduft im Herbst. Ups, wir schweifen ab.

OLED stecken im KN55ES9000 (Samsung kryptisch) und LG 55EM9600 (LG kryptisch), beide derzeit auf der IFA zu sehen. Wen’s interessiert: LG arbeitet mit White OLED, also weißen Subpixeln und Farbfilter, Samsung dampft dagegen pixelgenau auf und kommt ohne Farbfilter aus. LG-Technologie ist in der Produktion einfacher. OLED steht, der Laie staunt, für Organische lichtabgebende Diode. Für die Durchschnitts-Couchpotato egal, es sei denn, sie will mit Fachwissen prahlen. Allgemeinverständlich sind dafür diese Merkmale: Full-HD, Internet, Apps, USB, 3D mit Brille.

Die Samsunger nennen ihr Gerät übrigens „Prachtstück“ und schwärmen von „ultimativer Bildqualität“. Na dann können die Ingenieure jetzt heimgehen. Es ist vollbracht, jetzt sind die Verkäufer dran.

Der Startschuss ist geschossen, der Wettlauf beginnt. Wer schafft es als Erster ins Wohnzimmer? Und in wessen Wohnzimmer. Die TV-Scheiben werden nicht billig sein. Auf der Automesse IAA gab es bestimmt günstigere Kleinwagen.

Apropos Kleinwagen. Auch hier sollen OLEDs Einzug halten. Denn nicht nur bei Displays sind die energieeffizienten organischen Leuchtdioden der nächste technologische Schritt. Auch in Sachen Licht weisen sie direkt in die Zukunft, angefangen bei der Wohn- und Arbeitsraumbeleuchtung bis hin zum Einsatz in und ums Auto. Licht- und auch Fahrzeug-Spezialisten entwickeln konsequent an Anwendungen für das neuartige Flächenlicht, zeigen mit ersten Produkten und Prototypen, wie die Beleuchtung revolutioniert wird.

Dies sei noch erwähnt: Samsung ist Marktführer bei kleinen Displays (die sie gern in Smartphones einbaut), LG hält Patente. Vorsicht, die Schlussfolgerungen sollen ein Scherz sein.

Wir fragen uns allerdings: Was machen eigentlich Sony, Panasonic, Sharp und Aldi?

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