Als Kinder haben wir gelernt zu teilen. Schokolade und so. Als Erwachsene haben wir das verlernt. Mein Haus, mein Auto, meine Jacht. Doch jetzt entdecken wir das Teilen wieder. Und zwar nicht nur virtuell in Clouds, sondern auch handfest, in Dinglichkeit manifestiert.

Mein Haus zum Beispiel. Man ist ja nicht immer daheim, sondern mal länger verreist, sucht jemand zur Zwischenmiete, oder fühlt sich schlicht einsam. Gäste ins Haus! Couchsurfer aufs Sofa. Das Start-up aribnb.de schickt sie vorbei. In 28.539 Städten der Welt haben die Vermittler Sofas im Angebot. 9flats und Wimdu sichern Reisenden auf ähnliche Weise eine günstige Bleibe. Die bekommen Familienanschluss, Sofa-Besitzer bekommen zahlungsfreudige Besucher.

Oder mein Auto. Carsharing ist zwar kein alter Hut, wer aber nicht total blind am Straßenverkehr teilnimmt, muss Fahrzeuge der Bahntochter Flinkster gesehen haben, auch Stadtmobil und andere. DriveNow, Greenwheels, car2go, oder teilAuto heißen die. Kann man kennen.

Doch was ist mit tamyca, Nachbarschaftsauto und Auto-Netzer? Dort kann man sein eigenes Auto als Mietobjekt anbieten oder die Karre eines Zeitgenossen mieten. „Erzähl uns was über dein Auto“, fordert tamyca, bei Nachbarschaftsauto liest man fast schon eine Kontaktanzeige: Nichtraucher-Ford sucht …

Ob der Aufwand beim Fahrradleihen lohnt? Callabike dürfte hinlänglich bekannt sein. Nextbike geht auch, wenn man strampeln will.

Jetzt wird es exotischer. Jobnomaden und einsame Kreative mieten sich Schreibtische in coworking spaces. Sie sind es müde, in Cafés mit WiFi zu arbeiten oder daheim Wäsche aufzuhängen, statt am Computer zu arbeiten. Lieber so etwas wie Kollegen haben, die am Nachbarschreibtisch brüten. Gibt es in jeder größeren Stadt, weltweit.

Obstliebhaber können bei mundraub.org schauen, ob in ihrer Nähe ein Baum steht, den niemand aberntet, und das selbst übernehmen. Funktioniert allerdings noch nicht überzeugend. Bevor Schwiegermutter kommt, sollte man lieber einen Kuchen mit gekauftem Obst backen.

Heimwerker teilen bei frents ihr Werkzeug, (wobei schwäbische Tüftler da eher nicht mitmachen dürften). Dabei koscht´s nix. „Sieh, was Freunde und Nachbarn haben.“ Nen Zehner-Schlüssel? „Und teile mit ihnen gratis.“ Gerade sucht jemand übrigens eine Oberfräse. Jetzt jemand „DVD Supersize me“. Eine Nikon. Auto. Reisespiel…

Und klar, nicht zuletzt ist Sharing eben auch bei Daten angesagt. Bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken, wo Photos geteilt werden, Texte, Videos, Lebensgefühle als Statusmeldungen usw. In Firmen-Netzwerken, wo es um Geschäftsberichte, Dokumente, Arbeitsabläufe geht. Und selbst bei Festplatten, auch hier geht es nun „sozial“ zur Sache.

Backup-Plus-Seagate

Speicher-Spezialist Seagate zeigt gerade auf der IFA die erste Festplatte, die mit einem Social-Network-Feature ausgestattet ist: Mit der Backup Plus sichert man nicht nur den Heim-Rechner, sondern kann auch Fotos von Facebook, Flickr und Co lokal speichern. Auch die könnten ja verloren gehen. Gleichzeitig können Inhalte in den Netzwerken geteilt werden. Social saving, das passt zum Trend. Weitere Hersteller stehen mit ähnlichen Produkten in den Startlöchern.

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