7 Gedanken zum Apple-Samsung-Urteil

Recht = Gerechtigkeit?
2. Smartphones mit Android könnten teurer werden
Sollten es nun eine neue Runde mit Lizenzverträgen zwischen Apple und Android-Herstellern (Samsung, HTC, Motorola, Sony etc.) geben, könnten sich die Geräte auch für uns Verbraucher verteuern. In den Unterlagen der Verhandlung wird ein Angebot Apples mit 30-40 Dollar je Gerät beschrieben.
3. Innovationen könnten attraktiver werden
Gleichzeitig darf man nicht den Grund des ganzen Patentwesen vergessen: Innovatoren sollen geschützt werden, damit sich Investitionen in Neues auch in Zukunft lohnen. Vielleicht sieht Samsung das Urteil als Motivation selber innovationsfreudiger zu werden und auch neue Ideen auszuprobieren. Windwos Phone und auch WebOS zeigen, dass das möglich ist.
4. Sympathiepunkte für Samsung?
Obwohl Samsung schon lange nicht mehr der Underdog im Kampf um den mobilen Markt ist, hat das Gerichtsverfahren eben diese Sympathien hervorgerufen, während Apple sich als Protektionist und “schlechter Verlierer” (im Kampf um Marktanteile) darstellt. Auf der anderen Seite ist Samsung nun offiziell als Kopierer gebrandmarkt. Kein gutes Image.
5. Samsung könnte vom Schuldspruch profitieren
Manche sagen, dass Samsung den Schadensersatz von über einer Milliarde Dollar als Werbeausgaben verbuchen kann. Immerhin haben Apples Anwälte mit allen Mitteln versucht nachzuweisen, dass Samungs Produkte Apples gleichen und dabei wesentlich günstiger zu haben sind. Ein interessanter Punkt. Ob es diesen Effekt wirklich gibt und er sich in tatsächliche Käufe verwandelt, werden wir wohl nie erfahren.
6. Samsung hat keine finanziellen Probleme
Letztes Jahr konnte Samsung Electronics (Teil der Samsung Group) über 110 Mrd. Euro und über fast 11 Mrd. Euro Gewinn ausweisen. Dieses Jahr dürfte noch wesentlich besser ausfallen. Alleine im letzten Quartal konnten die Koreaner fast 5 Mrd. Euro Gewinn verbuchen. Die Kosten des Schadensersatz und auch ggf. eine Strafgebühr wegen Vorsätzlichkeit dürften keine finanziellen Probleme darstellen.
7. Das Patentrecht gehört reformiert
Viele Patente sind nicht originell. Innovation ist immer Rekombination vorhandenes Wissens. Auch bei Apple ist das nicht anders. Dazu sind Technik- und Produktzyklen heute viel kürzer, Industriestandards, die nicht vom Pateninhaber ausgenutzt werden sollten, etablieren sich schneller. Außerdem basieren Patente wie “tab to zoom” (doppeltes Tippen zum Zoomen) nicht wirklich auf großen technologische Entwicklungen. Ist das wirklich schützenswert?
Bildquelle: Florentine / pixelio.de
Lieber Roman, ich glaube Du machst schon ganz vorne einen Fehler. Denn die in diesem Prozess gegenständlichen Punkte sind keine “Innovationen” und eigentlich nicht schutzfähig. Das sind alles simple “Ideen” auf die auch andere Leute völlig unabhängig von Apple kommen. Dass Apple darauf “Patente” bekommen hat oder sonstige Schutzrechte ableitet, ist ein Witz. Ja, viele der Funktionen oder Designs verbindet man mit Apple, weil Apple damit den größten Markterfolg hat. Aber das ist nicht relevant: Diese (sehr generischen) Ideen “gehören” nicht Apple. Das ist das eigentliche Problem bzw. Skandal. Und das deutest Du ja auch in Punkt 7 an. Ind na klar, kann es zusätzlich noch andere Ideen geben, das isst ja unbestritten, aber das hat nichts damit zu tun. Es gibt ja noch weitere Gründe, etwas “anders” zu machen als der Zwang, nämlich sich im Wettbewerb abheben zu wollen. Das *Verbot* etwas ähnlich zu machen dürfte deswegen Innovationen nicht zwingend pushen ;-)
Mein Vorredner hat recht. Wenn z. B. ein flacher Screen mit runden Ecken ein Patent darstellt, ist das schlechter Scherz. Und: Ist dieser Screen dann nicht auch abgekupfert von anderen Screens die ebenfalls vergleichsweise rechteckig sind? Wer hat ein Patent aufs Rechteck? Ich finde diese Patentklage so absurd, dass ich niemals wieder ein Apple-Produkt kaufen werde.
Am schlimmsten finde ich ja, dass Apple sich Patente zusprechen lässt, die sie selbst abgeguckt haben.
Das genialste Beispiel dafür ist eigentlich der Vergleich “iPad vs. HP TC1100″, der zur Einführung des 1. iPads um die Welt ging.
Das 7 Jahr ältere Gerät von HP hat auch runde ecken, ein flaches Display, ca. 10 Zoll usw. alles was Apple sich hat patentieren lassen.
Wie geht das, wenn es schon vorher dutzende Geräte gab, die genau diesen Vorgaben entsprachen?
Fehlt ja nur noch die Dreißtigkeit HP für den TabletPC zu verklagen, der 7 Jahre älter ist als das iPad. ;-)