CD – ein Datenträger schreibt Geschichte
Es ranken viele Mythen um den Silberling. Fakt ist jedoch, dass es sich um den wohl am längsten in seiner ursprünglichen Form verfügbaren Datenträger handelt, denn auch die Computerindustrie erkannte recht schnell die Vorteile eines Datenträgers mit 650 MB Kapazität, zu einer Zeit, in der die Festplatten gerade mal 10 – 20 MB groß waren. 10 Jahre nach den ersten gepressten Scheiben, waren die ersten CD-Recordables verfügbar, welche sich ebenfalls bis heute nicht maßgeblich verändert haben. Die ersten Recorder wurden 1992 auf der Photokina vorgestellt und kosteten knappe 25.000 DM. Mit der breiten Markteinführung der Brenner durch Philips und etwas später Yamaha, sank der Preis schnell auf wenige 1000 DM. Mit einfacher Geschwindigkeit benötigte man ca. 1,5 Stunden, um eine randvolles Medium zu schreiben und zu finalisieren.
Neben der 650 MB großen Ursprungs-Recordable, kamen dann auch schnell größere Formate mit 700, 800 und teilweise 900 MB auf den Markt, wobei sich aber aus Kompatibilitätsgründen letztendlich nur die 700 MB-Scheibe in der breiten Masse durchsetzen konnte.
Anfang der 90er Jahre kamen dann die ersten Librarys auf den Markt. Der Automatenhersteller NSM Löwen aus Bingen am Rhein produzierte schon länger Audio-Jukeboxen für Kneipen, welche dann durch die Bonner INCOM Storage GmbH für den Betrieb in einer IT-Umgebung mit Treibern und einer Jukebox-Steuerung versehen und vertrieben wurden. Mit 100 CD-ROMs bot die NSM CD-100 Jukebox eine damals unglaubliche Kapazität von 65 GB, womit das System für die ersten digitalen Archive interessant wurde. Selbst heute werden nach wie vor Jukeboxen für die Archivierung genutzt, nur dass mittlerweile DVD oder Blu-ray Medien als Informationsträger genutzt werden.
Mit der DVD und der Blu-Ray gibt es bereits zwei weitere Generationen, welche aber die CD im Produktionsausstoß bis heute nicht überholen konnten. Oft schon wurde den Silberscheiben der Tod vorausgesagt, jedoch erst das mp3-Format und die Verbreitung der Abspielgeräte durch Smartphones etc. haben dem Boom der CD ein Ende bereiten können. Nach dem Peek in 2009 sank die weltweite CD-Produktion laut Futuresource von knappen 9.5 Milliarden Discs in 2011 auf 6.5 Milliarden Scheiben. Die weltweite CD-ROM (auch Audio CD) Produktion sank im gleichen Zeitraum von 2.5 auf knapp 1.9 Milliarden Discs. In den letzten Jahren hat eine starke Konsolidierung den Markt bereinigt. Einige Brands sind komplett vom Markt verschwunden, andere wurden wiederum gekauft und werden nun unter anderem Dach weiter vertrieben.
Qualitativ gibt es gewaltige Unterschiede. Sagte man den CDs zu Anfang noch eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer nach, musste man dieses recht schnell revidieren. Die zu Beginn genutzten Schutzlacke griffen die Reflektionsschicht aus Aluminium an, so dass die Medien bereits nach wenigen Jahren nicht mehr lesbar waren. Auch heute gibt es zumindest bei den Recordables noch große Unterschiede. Währen viele der Discounter Billigware aus Fernost einkaufen, setzen mehr und mehr Hersteller auf qualitativ hochwertige Materialien, die eine längere Haltbarkeit versprechen. Hier wird das Polycarbonat mit einem Schutzlack überzogen, um das Medium vor Kratzern zu schützen oder Reflektionsschichten aus Silber oder Gold gewählt, um unter anderem durch die bessere Reflektion des Lasers Lesefehler zu verringern.
Perönlich nutze ich immer noch CDs um Urlaubsbilder oder auch Dokumente zu archivieren und es würde mich freuen, wenn das Medium noch lange Jahre verfügbar bleibt.

Danke für den interessanten Beitrag!
Ich könnte auf die CD-R und besonders die CD-RW noch nicht verzichten, besonders für Musik.
Ich besitze wiederbeschreibbare CDs, DVDs sowie Blu-ray Discs, und ich muss sagen, dass ich die CD immernoch am häufigsten verwende.