Denke ich an Pilotprojekte in Sachen Internetgeschwindigkeit, dann muss ich immer an Ballungszentren wie Berlin, Hamburg, München und Co denken. Aktuell sind aber eben jene Städte nicht beim Glasfaserstart der Telekom dabei. Dafür aber unsere Messestadt Hannover, die mit ihren rund 525.000 Einwohnern nun eine von 12 Städten in Deutschland ist, die die neue Technik nutzen kann. Die Deutsche Telekom nennt ihre Lösung Fibre-To-The-Home (FTTH) und neben Hannover kommen Braunschweig, Brühl/Baden, Hennigsdorf, Ingolstadt, Kornwestheim, Mettmann, Neu-Isenburg, Offenburg, Potsdam, Rastatt und Stade in den Genuss einer Bandbreite von bis zu 200 Mbit/s im Downstream.

Bislang dürfte die Telekom damit ein Alleinstellungsmerkmal haben, mir ist auch nach intensiven Nachdenken kein Provider eingefallen, der eine solche Bandbreite anbietet. Dies dürfte vor allem auch daran liegen, dass die Kosten für den Ausbau auf das schnelle Glasfasernetz nicht gerade gering sind. Denn statt wie bisher endet das Kabel nicht im Verteilerkasten, sondern muss bis ins Haus der Nutzer geführt werden. Die Kosten dafür übernimmt die Telekom nach eigenen Angaben komplett. Zu diesem Zweck hat die Telekom hat in mehreren Städten Gebiete identifiziert, die für einen Ausbau infrage kommen.

Wenn die Stadt sich zu dem Vorhaben positiv äußert, fragt die Telekom den Bedarf bei der Bevölkerung ab. Im potentiellen Ausbaugebiet müssen rund 80 Prozent der Immobilieneigentümer bereit sein, ihre Immobilie kostenfrei ans Glasfaser-Netz anschließen zu lassen. Zudem  müssen 10 Prozent der potenziellen Kunden im Ausbaugebiet bereit sein, einen Vorvertrag für einen Glasfaser-Anschluss zu schließen. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, beginnt der Ausbau. Die Glasfaser ist das physikalisch schnellste Übertragungsmedium der Welt. Sie ist dünner als ein Haar und reiner als Fensterglas.

Die Daten werden im Glasfaser-Netz auf Lichtwellen übertragen. Das Licht kann sich in der Glasfaser nahezu verlustfrei ausbreiten und das auch über lange Strecken. In Zukunft werden deshalb Übertragungsgeschwindigkeiten weit über den jetzt angebotenen 200 Mbit/s möglich sein. Dennoch muss man realistisch sein: 12 Städte werden bislang unterstützt, die Ausbaukosten sind entsprechend hoch. Wenn sich ein Ausbau nicht rechnet, dann wird für viele Bewohner von ländlichen Gegenden der Traum vom schnellen Internet weiterhin unerreichbar bleiben – selbst in meiner Gegend gibt es Gemeinden, bei denen bislang nur 384 KBit/s möglich sind. Trotzdem: ein richtiger Schritt, denn zukünftig werden wir immer mehr Daten durch die Leitung schicken.

Schon heute ist gestreamtes TV für viele normal und in Zukunft könnten immer mehr Dienste High Definition-Material anbieten und so dem Verbraucher ein Maximum an Qualität bieten. Bis dahin muss aber nicht nur der Ausbau stimmen, sondern auch das Volumen. Im Falle der Telekom ist es nämlich momentan so, dass ab einem Verbrauch von 300 GB Volumen gedrosselt wird – auf eben jenes Minimum an DSL mit 384 KBit/s. Wer jetzt der Meinung ist, dass mit 200 MBit/s Träume wahr werden, der darf auch einmal einen Blick über den großen Teich werfen. Google ist mittlerweile auch in das Geschäft mit den Internet-Zugängen eingestiegen. Was man dort als Maximum derzeit bekommen kann? Stattliche 1 GB/s. Bis hierzulande diese Geschwindigkeiten nutzbar sind, habe ich sicherlich schon wieder ein paar Mal die CeBIT in Hannover besucht.