Highspeed in der Messestadt
Wenn die Stadt sich zu dem Vorhaben positiv äußert, fragt die Telekom den Bedarf bei der Bevölkerung ab. Im potentiellen Ausbaugebiet müssen rund 80 Prozent der Immobilieneigentümer bereit sein, ihre Immobilie kostenfrei ans Glasfaser-Netz anschließen zu lassen. Zudem müssen 10 Prozent der potenziellen Kunden im Ausbaugebiet bereit sein, einen Vorvertrag für einen Glasfaser-Anschluss zu schließen. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, beginnt der Ausbau. Die Glasfaser ist das physikalisch schnellste Übertragungsmedium der Welt. Sie ist dünner als ein Haar und reiner als Fensterglas.
Die Daten werden im Glasfaser-Netz auf Lichtwellen übertragen. Das Licht kann sich in der Glasfaser nahezu verlustfrei ausbreiten und das auch über lange Strecken. In Zukunft werden deshalb Übertragungsgeschwindigkeiten weit über den jetzt angebotenen 200 Mbit/s möglich sein. Dennoch muss man realistisch sein: 12 Städte werden bislang unterstützt, die Ausbaukosten sind entsprechend hoch. Wenn sich ein Ausbau nicht rechnet, dann wird für viele Bewohner von ländlichen Gegenden der Traum vom schnellen Internet weiterhin unerreichbar bleiben – selbst in meiner Gegend gibt es Gemeinden, bei denen bislang nur 384 KBit/s möglich sind. Trotzdem: ein richtiger Schritt, denn zukünftig werden wir immer mehr Daten durch die Leitung schicken.
Schon heute ist gestreamtes TV für viele normal und in Zukunft könnten immer mehr Dienste High Definition-Material anbieten und so dem Verbraucher ein Maximum an Qualität bieten. Bis dahin muss aber nicht nur der Ausbau stimmen, sondern auch das Volumen. Im Falle der Telekom ist es nämlich momentan so, dass ab einem Verbrauch von 300 GB Volumen gedrosselt wird – auf eben jenes Minimum an DSL mit 384 KBit/s. Wer jetzt der Meinung ist, dass mit 200 MBit/s Träume wahr werden, der darf auch einmal einen Blick über den großen Teich werfen. Google ist mittlerweile auch in das Geschäft mit den Internet-Zugängen eingestiegen. Was man dort als Maximum derzeit bekommen kann? Stattliche 1 GB/s. Bis hierzulande diese Geschwindigkeiten nutzbar sind, habe ich sicherlich schon wieder ein paar Mal die CeBIT in Hannover besucht.

Das ist aber Merkwürdig. Hier in Berlin Pankow standen dieses Jahr schon zweimal Telekom-Klinkenputzer vor der Türe, die mich für die neuen Glasfaser-Leitungen der Telekom begeistern wollten, allerdings auch nur mit 50Mbit.