Gestern habe ich einen großen Schrecken bekommen: Auf Twitter musste ich lesen, dass die Sipgate One Telefonnummern abgeschaltet wurden; darunter auch meine. Die Ursache liegt nicht bei Sipgate, sondern beim Zulieferer Telogic, der Insolvenz anmelden musste. Das kam ziemlich überraschend – für Sipgate, mich und auch für die Bundeswehr in Afghanistan. Zur Zeit gehen die Nummern zwar wieder, aber für mich war das der Auslöser, über Abhängigkeiten von Online-Diensten nachzudenken.

Sipgate One - hoffentlich bald ein "richtiges" Produkt

Die Idee hinter Sipgate One ist einfach: Die Sipgate-Handynummer, die immer gleich bleibt, kann auf wechselnde Endnummern weieterleiten. So kann man den Anbieter wechseln ohne, dass sich die Handynummer ändert. Super Angebot, vor allem in Verbindung mit mobilen Apps, online Anrufbeantworter und Transkriptionen. Als ich mich für das Angebot angemeldet habe, war mir bewusst, dass es sich noch im Beta-Status befindet. Für mich klingt das allerdings immer eher danach, dass die Webanwendung vielleicht noch nicht ganz ausgereift ist und nicht danach, dass das ganze Produkt auf eher wackeligen Beinen stehen könnte. Ärgerlich vor allem, weil ich diese spezielle Numer bei Freunden und Familie verbreitet habe.

Kein unbekanntes Problem. Solche Situationen können sehr frustrierend sein, denn wir Nutzer investieren Zeit und Aufwand. Die Ursachen für eine Abschaltung können sehr unterschiedlich sein: Wirtschaftliche Gründe wie bei Telogic, juristische Gründe wie z.B. beim Musikstreaming-Dienst Grooveshark oder völlig ohne Not wie z.B. bei der mobilen Bewertungsapp Oink. Noch schlimmer ist es, wenn Geld investiert wurde wie beim Strategiespiel Company of Heroes Online. Entsprechend dem Free-to-Play-Modell konnten Spieler hier bestimmte Items und Währungen für echtes Geld kaufen, aber dann nicht mehr vollständig einsetzen.

Manchen Unternehmen kann man sicherlich fehlende Transparenz oder sogar bewusste Nicht-/Fehlinformation vorwerfen. Zudem haben sie meist kein Interesse daran, das Wechseln von Anwendungen zu erleichtern und bietet daher auch keine komfortablen Lösungen dafür an.

Generell muss man sich in Zeiten von zunehmender Vernetzung, Integration, Cloud Computing und Free to Play wohl auf solche Situationen gefasst machen. Es schadet daher nicht, bei der Auswahl der Anwendung auf Export- und Backupfunktionen zu achten. Zudem empfiehlt es sich, die Augen nach Alternativen offen zu halten, nicht alles auf eine Karte zu setzen und Investitionen in kleinen Schritten zu tätigen.