Outlook geht online
Im Juli kündigte Steve Balmer auf der WPC (Windows Partner Conference) im kanadischen Toronto ein nie da gewesenes Produktfeuerwerk an, welches mit dem Launch von Outlook.com in der letzten Woche und dem damit verbundenen Angriff auf Google & Co. startet.
Nicht nur Gmail ist im Visier, spendiert Microsoft seinem Web-Mail Dienst doch eine ganze Reihe Features, die viele andere Wettbewerber alt aussehen lassen. Neben der direkten Anbindung verschiedener Social Media Plattformen (Twitter, LinkedIn, Facebook und Youtube), spendiert Microsoft dem Nutzer rudimentäre Onlineversionen von Word, Excel und Powerpoint, was direkt auf die kürzlich erst mit Google Drive verschmolzenen Google Docs abzielt. Wie auch bei Google Drive können Dateien im 7 GB großen Microsoft SkyDrive abgelegt, Dritten zur Verfügung gestellt und somit gemeinsam bearbeitet werden. Des Weiteren können größere Mail-Attachments dort eingelagert werden, so dass der Empfänger lediglich einen Link erhält und sich die Dateien dort anschauen oder herunterladen kann.
Wie eng Outlook.com mit Hotmail verknüpft ist, zeigt sich bei der Einrichtung der Social Media Dienste, denn die Bestätigung bekommt man von einem automatisch von Outlook errichtetem Hotmail-Account. Der Mail-Veteran soll auch nach einer Übergangsphase in naher Zukunft komplett mit Outlook.com verschmelzen und von der Bildfläche verschwinden. Die User können heute schon mit wenigen Mausklicks zum neuen Dienst umziehen.
Die ersten Eindrücke (nach einer unkomplizierten und schnellen Anmeldung) zeigen eine aufgeräumte und intuitiv zu bedienende Benutzeroberfläche mit nur wenigen Schaltflächen. Auch die mobile Version der Seite besticht durch “weniger ist mehr”! Von allen verbundenen Plattformen können Kontakte und Mails übernommen werden, Dubletten werden zuverlässig erkannt und auf Wunsch zusammengeführt.
Der ebenfalls von Microsoft übernommene Internet-Telefonie-Dienst Skype soll als nächstes integriert werden und somit neben Text- und Bildnachrichten auch Video, Chat und Telefonie in die Kommunikationszentrale einfließen lassen.
Microsoft betont den Web-Mail-Dienst werbefrei zu halten und die Privatsphäre der Nutzer zu schützen, was durchaus als bewusster Seitenhieb auf Google zu verstehen ist. Der Softwareprimus verspricht des weiteren Outlook komplett kostenlos zu halten und neben einem wirksamen Viren- und Spamschutz, nahezu unbegrenzten Speicherplatz zur Verfügung zu stellen.
Nachdem Gmail schon seit Jahren mein Favorit ist, werde ich mir den Microsoft Pendent eine Zeit lang anschauen und gegebenenfalls einen Wechsel in Erwägung ziehen. Ausschlaggebend waren immer Googles hervorragender Spamfilter und die kostenlosen Exchange-Funktionen, für die ich die Werbung und das hoffentlich für nichts weitere genutzte scannen meiner Nachrichten in Kauf genommen habe.
Für Microsoft ist das definitiv der Schritt in die richtige Richtung, können sie doch mit den Online Diensten, Windows RT und Surface Apple und Google mächtig Dampf und somit verlorenen Boden wieder gut machen. Weiter so!