Ich bin der Albtraum jedes Online-Händlers. Seit Monaten bin ich jetzt auf der Suche nach einem neuen Notebook, bestelle immer mal wieder eines und schicke es keine Woche später zurück. Wieso ist es nur so schwer gute Hardware zu finden? Vermutlich, weil ich zu viel verlange und mich nicht entscheiden kann. Ein persönlicher Bericht.
Eigentlich habe ich ja ein funktionierendes Notebook, nämlich ein Compaq Presario B1200. Das habe ich mir nicht selbst gekauft, sondern getauscht. Ein gutes Geschäft. Der 12-Zöller ist ein absolut zuverlässiger Wegbegleiter.

Mein Presario

Eine große Menge an Metall und Plastik machen es zwar nicht unbedingt zu einem Leichtgewicht, dafür würde es vermutlich einen Wurf aus dem Fenster überleben. Vor dieser Überlegung stand ich auch schon öfter. Bei aller Liebe regen mich nämlich ein paar Dinge mächtig auf: Nach ein paar Bertriebsminuten kann ich auf der Unterseite Spiegeleier braten, was wiederum dazu führt, dass die integrierte Windmaschine aktiviert wird. Das ist besonders Verhängnisvoll, da nur einer von zwei Lautsprechern funktioniert. Außerdem verzweifelt die integrierte Intel-Grafik gefühlt schon an der Farbversion von Tetris. Um es kurz zu machen, nach gut vier Jahren hat mein Presario den Ruhestand verdient.

Allerdings ist die Suche nach Ersatz kein Kinderspiel. Je länger man sich mit professionellen Tests (erste Anlaufstelle: Notebookcheck) befasst, desto komplizierter wird die Angelegenheit. Es ist scheinbar so, als hätten sich alle großen Hersteller zu einem Kartell zusammen geschlossen und würden systematisch immer eine Sache (Grafik, Lärm, Erwärmung, Laufzeit etc.) besonders schlecht machen. Zum Verzweifeln. Mein Wunschprodukt würde man wohl als Entertainment-Subnotebook bezeichnen. Potenter Prozessor, ordentliche Grafikkarte, guter Bildschirm, kompaktes Gehäuse, überdurchschnittliche Laufzeit und ein leiser Lüfter. Das alles zu einem Preis, bei dem ich meinen Studienkredit nicht aufstocken müsste. Kein Wunder, dass die Kategorie Entertainment-Subnotebook in keinem Shop geführt wird.

Ja, die Ultrabooks. Das sind tolle Dinger, keine Frage. Allerdings ist hier dich Rechnung eher Flach + leicht + edel – Grafikpower = Ultrateuer. Nicht genau das, was ich suche. Mal ehrlich: Das, was ich suche gibt es nämlich gar nicht. Zu dieser Erkenntnis gelange ich meist nach zwei Stunden voller Tests, Benchmarks und Amazon-Bewertungen. Ein Notebook ist immer ein Kompromiss. So wie einer neuer Mercedes eben nicht Smart und M-Klasse gleichzeitig sein kann.

Auf der anderen Seite könnten die Hersteller auch mal mehr in Innovationen investieren. Klar, Tablets sind jetzt der letzte Schrei, aber die Notebook werden schon nicht so schnell aussterben und wir Kunden sind doch bereit, einen ordentlichen Haufen Geld da zulassen. Wie wäre es mal mit alternativen Kühlkonzepten? Warum gibt es nicht endlich eine Möglichkeit, Desktop-Grafikkarten extern anzuschließen? Wie wäre es mit wechselbaren Komponenten, vernünftigen Dockingstations?

Ich werde wohl vorläufig meinen Presario wieder in den aktiven Dienst versetzen und hoffen, dass es bald spannende Neuerungen oder zumindest die ersten Entertainment-Subnotebooks gibt.