Ende der Weltwährung: Facebook lässt die Credits verschwinden

Was ist so besonders an den Facebook Credits?
Facebook ist eine Unternehmung und braucht als solche mindestens ein Geschäftsmodell. Dank der hohen Nutzung der Mitglieder läuft das mit der Werbung zwar gut, aber das kann sich schnell ändern (z.B. aufgrund einer schlechten wirtschaftlichen Lage der Werbetreibenden). Die Facebook-Währung war daher von vielen Experten als langfristige Strategie zur Sicherung einer stabilen Einnahmequelle gewertet worden. Mit einer Beteiligung von 30% am Umsatz mit virtuellen Gütern waren die Credits das zweite wichtige Standbein.
Warum also die Credits aufgeben?
Nun, die Umsatzbeteiligung wird auch in Zukunft, wenn wieder in echter Währung gehandelt wird, fällig. Vermutlich verspricht sich Facebook einen Anstieg der Umsätze, sobald Euro, Dollar etc. nicht mehr zuerst in Credits umgewandelt werden müssen. Das freut natürlich auch die Spiele-Entwickler, die hauptsächlich für die Einnahmen verantwortlich sind. Und es freut die Aktionäre, denen Facebook neuerdings Rechenschaft schuldig ist.
Was gibt Facebook mit den Credits auf?
Manche sagen, dass Facebook damit die Chance vergibt eine “Weltwährung” zu schaffen. Mit einem Netzwerk, in dem fast die Hälfte aller Internetnutzer weltweit zu finden sind und einer Währung mit einheitlichem Wert hätte Facebook den Zahlungsverkehr revolutionieren können. Zumal das Shopping über Facebook noch in seinen Kinderschuhen steckt.
Was bedeutet das für Facebook-Nutzer?
Leute, die bisher Credits zur Zahlung bei Spielen benutzt haben, müssen wieder auf Euros umsteigen. Zusätzlich wird es wohl neue Abos mit monatlicher Zahlung geben.
Leute, die auf eine Art Facebook-Paypal für einfachen Zahlungsverkehr gewartet haben, werden vorerst enttäuscht.
Nichtsdestotrotz bleibt das Thema spannend. Ersten Hinweisen zufolge können wir uns erst mal auf neue Buttons einstellen. Nach Like und Share könnten nun Want, Purchased und Donate kommen. Der Bezug zum Online-Shopping ist sicher kein Zufall.