Aus den Augen, aus dem Sinn
Zuerst bietet sich die Löschung des Datenträgers mittels einer Software an. Hier bieten diverse Security-Unternehmen Softwaretools, welche die Festplatten mehrfach mit Löschdaten überschreiben und anschließend wieder formatieren. Von der einfachen Desktoplösung bis hin zu einer Netzwerkversion, bei der der Administrator zentral alle angemeldeten Systeme per Fernwartung löschen kann, gibt es hier einen bunten Strauß verschiedenster Angebote. Wichtig ist hier die Löschung der Daten nach den Richtlinien des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik), adäquaten Richtlinien des US-Verteidigungsministerium oder ähnlicher Institutionen. Eine professionelle Software greift bis auf die BIOS-Ebene der Hardware zu, daher muss in vielen Fällen die Kompatibilität des Rechners beachtet werden.
Eine weitere Methode sind die sogenannten Drive-Wiper, kleine Hardware-Kästchen, an welche die Festplatten direkt per SATA oder USB angeschlossen werden können. Das Verfahren dieser Systeme gleicht der zuvor beschriebenen Löschung per Software, nur das der Vorgang hier bequem per Knopfdruck angestoßen und keine weitere Hardware benötigt wird.
Als Holzhammermethode wäre dann zuletzt das shreddern oder zumindest physikalische Zerstören von Datenträgern zu nennen. Auch hier gibt es eine ganze Reihe von Hardware-Anbietern, die die Festplatten vom bloßem durchbohren, bis hin zur wirklichen Zerkleinerung auf Quadratzentimeter große Stückchen bearbeiten. Preislich bewegen wir uns bei letzteren in der Oberliga, denn die wirklichen Shredder zerkleinern (ähnlich einem Baumshredder) wirklich alles, was ihnen in den Rachen geworfen wird und sind kaum unter einem hohen 5stelligen Kaufpreis zu erstehen.
Einfachere System, die die Festplatten durchbohren oder in der Mitte falten, liegen zwischen 1.500,- bis unter 10.000,- Euro. Diese Systeme können in der Regel auch zur Zerstörung von optischen Datenträgern oder Mobiltelefonen und Speicherkarten genutzt werden, wie dieses Video zeigt:
Ein wohl nicht ganz ernst zu nehmende Variante präsentiert der chinesische Hersteller RunCore auf YouTube mit einer selbstzerstörenden Festplatte à la James Bond:
Alles in Allem sollte der Datenschutz nicht vernachlässigt werden, denn bei jedem Wartungsvertrag stellt sich die Frage, wie mit den Festplatten, die vom Serviceprovider ausgetauscht werden, umgegangen wird. Eine wirkliche physikalische Zerstörung des Datenträgers solle auch hier immer in Betracht gezogen werden und wer sich kein eigenes Gerät anschaffen möchte, sollte die Datenträger auf jedem Fall einem Spezialisten übergeben. Mittlerweile bieten fast alle professionellen Aktenvernichter auch die Datenschutzkonforme Entsorgung von Datenträgern an.

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