RDX Dock mit 1 TB Cartridge

RDX Dock mit 1 TB Cartridge

Festplatten sind kapazitiv groß, schnell und bieten aufgrund dieser Eigenschaften für viele Einsatzmöglichkeiten. Externe Festplatten eignen sich neben der Nutzung zum Datentransport zum Beispiel auch hervorragend als Backup-Medium. Mit der im Moment noch am weitestgehend verbreitetsten USB 2.0 Schnittstelle hat man die notwendige Kompatibilität, muss aber in Sachen Geschwindigkeit doch schon wieder Abstriche machen. Platten in Wechselrahmen haben zwar die entsprechende Geschwindigkeit, sind aber unhandlich und vor allem untereinander nur bedingt kompatibel.

Einen Lösungsansatz bieten Imation, Tandberg und einige weitere Lizenznehmer (HP, IBM, Freecom, Quantum u.v.m.) mit RDX an. Die Technologie wurde bereits 2004 vom US-Unternehmen ProStor Systems Inc. entwickelt und besteht aus einem RDX-Dock (intern oder extern) und den RDX Cartridges mit Kapazitäten zwischen 160 Gigabyte und in den nächsten Wochen kommend 1.5 Terabyte.

Das RDX-Dock ist im Prinzip ein Wechselrahmen, welcher die RDX Cartridge aufnimmt und im Betrieb verriegelt, um ein versehentliches oder unerlaubtes entnehmen der Kassette zu unterbinden. Die Cartridge selbst besteht aus einem stoßsicheren Gehäuse, in welchem sich eine auf Gummilagern eingebaute Festplatte mit einem SATA Interface befindet. Die Hersteller geben an, dass die Datensicherheit bei einem Sturz aus einer Höhe von einem Meter (bei einer durchschnittlichen Schreibtischhöhe von etwas mehr als 70 cm ausreichend) gewährleistet sei. Des weiteren befindet sich am Gehäuse noch ein mechanischen Schalter, um die Cartridge mit einem Schreiblock zu versehen und ein versehentliches Überschreiben zu verhindern.

Neben dem Datentransport bietet sich das Medium in erster Linie als Backup- und Archiv-Medium an, denn das Dock simuliert ein Bandlaufwerk und kann von einer Vielzahl von Softwareprodukten direkt ohne weitere Treiber angesteuert werden. Die Vorzüge sind hier ganz klar in der Natur der Festplatte zu sehen, die ein sequenzielles Beschreiben und Löschen erlaubt und somit RDX unter anderem für die Archivierung mit Features wie Deduplizierung prädestiniert. Über ein gezieltes Abschalten des Laufwerks wird zum einen Strom gespart, aber auch die Hardware geschont, denn der Verschleiß der Festplatte nimmt somit drastisch ab.

Während das Dock beispielsweise mit einem Preis von 100 Euro in keinem Verhältnis zum Preis eines LTO Laufwerks mit ca. 2.500 Euro steht, ist es bei den Cartridges genau umgekehrt. Kostet ein LTO5 Band mit einer nativen (unkomprimierten) Kapazität von 1.5 Terabyte ca. 50,- Euro, schlägt die RDX Cartridge mit der momentan größten Kapazität von einem Terabyte (1.5 TB kommt in den nächsten Wochen) mit etwas über 200 Euro zu Buche.

Imation A8 Wechsler

Imation A8 Wechsler

Mit dem A8 präsentierte Imation (RDX Quickstation bei Tandberg) im Planet Reseller auf der CeBIT einen “Wechsler” in welchem 8 Cartridges Platz finden. Die Firmware des Systems simuliert einen 8fach Bandwechsler und kann über iSCSI einfach in die bestehende Unternehmensinfrastruktur integriert werden. Da anders als bei Bandwechslern keine Tapes in Laufwerke bewegt werden müssen und auf alle Cartridges gleichzeitig zugegriffen werden kann, schlägt hier der Vorteil der Festplatte voll durch. Ferner können durch ein Striping mehrere Cartridges miteinander verbunden werden. Alle Kassetten können separat “schlafen” geschickt werden und verbrauchen somit auch nur Strom, wenn sie wirklich gebraucht werden.

Preislich ist RDX auf den ersten Blick eine recht teure Alternative zu Tape. Bedenkt man jedoch die Kompatibilität und vielfacheren Einsatzmöglichkeiten, relativieren sich die Kosten. Benötigt man höhere Kapazitäten, beibt bei Tape nur die Anschaffung eines neuen teuren Laufwerks und die Migration aller Bänder, was bei RDX entfällt. Durch die vielseitigeren Einsatzmöglichkeiten ist RDX dann doch tatsächlich viel mehr als Backup.