Online Rollenspiele – Immer noch die Zugpferde der Spieleindustrie?
Sicherlich besitzt jedes Spiel einen Lebenszyklus und ein Rückgang ist nach fast acht Jahren nicht völlig unerwartet. Allerdings steht Blizzard mit seinem Abomodell mittlerweile fast alleine da. Populäre Titel wie Herr der Ringe Online, Age of Conan und Star Trek Online starteten zwar mit einer monatlichen Gebühr, sind aber mittlerweile in weiten Teilen kostenlos spielbar. Free to Play nennt sich das. Umsatz wird bei einem solchen Modell durch diverse kostenpflichtige Verbesserungen (Ausrüstung, Fertigkeiten, Spielfiguren-Management etc.) gemacht.
Für Spieler eignet sich das zum Ausprobieren und ist bei Gefallen oft eine wesentlich günstigere Alternative. Klassische Bezahlmodelle verlieren dabei an Attraktivität. Zu spüren bekommt das Momentan EAs Hoffnungskind Star Wars: The Old Republic. Das Spiel hat vermutlich nur noch gut eine Millionen aktiver Nutzer (1,7 Mio Anfang des Jahres), obwohl es erst im Dezember letzten Jahres gestartet war. Lohnen dürfte sich das für EA nur, weil man auch zum ausführlichen Ausprobieren das Spiel zum Vollpreis (mittlerweile 30-40€) kaufen muss.
Ein letzter Mammut möchte nun anscheinend World of Warcraft beerben. Der erfolgreiche Publisher Bethesda arbeitet an einem Online-Rollenspiel namens The Eldar Scrolls Online. Eine günstige Ausgangslage verspricht sich Bethesda vermutlich durch den fulminanten Erfolg von dem Einzelspieler-Rollenspiel The Eldar Scroll 5: Skyrim. Das Spiel hatte gute Kritiken einfahren und alle Verkaufserwartungen übertroffen.
Auch wenn der Trend in allen Spiel-Genres klar zu Free to Play geht, ist unklar, ob das wirklich die nächste Evolutionsstufe darstellt. Activison scheint mit Call of Duty Elite gerade den Gegenbeweis anzutreten. 1,5 Millionen Multiplayer-Spieler des Ego-Shooters haben sich für einen kostenpflichtigen Premiumdienst angemeldet. Ein erstaunlicher Erfolg, den EA bei Battlefield 3 zu kopieren versuchen wird.
Vielleicht sollte man das Problem bei Online-Rollenspielen eher in der veralten Spielmechanik, mangelnder Einstiegsfreundlich und schwacher Erzählkunst suchen.