Tja, ganz ehrlich? Was soll man als normaler Anwender machen, wenn man seine Daten überall griffbereit haben will? Setzt man auf einen eigenen Server oder ein NAS (Network Attached Storage) in den eigenen vier Wänden? Dann ist unter Umständen einiges an Vorwissen und eine gewisse Einarbeitungszeit vonnöten. Nicht jeder hat dieses Wissen oder die nötige Zeit – oder eben die Kombination aus beidem. Und so haben sich logischerweise einige Firmen aufgemacht, dass doch bis dato relativ spärliche Angebot abzudecken.

Gefühlt würde ich sagen, dass diese Dienste seit vier bis fünf Jahren boomen, seitdem es mit der Mobilität in Sachen Smartphone nach vorne geht. Der bekannteste Anbieter von Clouddienste – oder soll ich es vielleicht doch Onlinespeicher mit Dienstanschluss nennen, denn mehr ist es momentan nicht – dürfte Dropbox sein.

Der US-Anbieter war einer der ersten auf dem großen Gebiet und bietet sowohl kostenlosen, als auch kostenpflichtigen Speicher an. Auf allen relevanten Plattformen ist man mittlerweile vertreten, sowohl zuhause, als auch bequem mobil kann auf Daten zugegriffen werden. Logischerweise wollte man der Firma Dropbox nicht das weite Feld alleine überlassen und so sprudelten in den letzten Jahren Dutzende von Diensten hervor, die sich alle in Sachen Features übertrumpfen, in Preisdingen aber unterbieten wollten.

So ist es nicht verwunderlich, dass viele dieser Dienste einfach wieder von der Bildfläche verschwanden. Verständlich: die vielen Terabyte kosteten beim Hoster bare Münze; irgendwann war das Geld alle und der Speicher der Kunden weg. Was blieb also übrig auf dem großen Markt? Sicherlich Dropbox. Box, SugarSync, Wuala, SparkelShare und wie sie alle heißen.

Doch ein weiterer Trend zeichnet sich ab: nicht nur spezialisierte Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden, auch Hersteller von Soft- und Hardware wittern lukrative Cloud-Luft und könnten so Kunden an sich binden. Populärster Anbieter mit dem längsten Bestehen seiner Cloud dürfte Microsoft sein. Schon seit Jahren bietet man Kunden 25 kostenlose Gigabyte an.

Diese wurden für Neukunden anlässlich eines Relaunch allerdings auf 7 GB gekappt. Schärfster Konkurrent dürfte der frisch gestartete Google Drive sein. Er bietet nicht nur 5 GB kostenlosen Onlinespeicher, sondern wesentlich mehr. Google hat die Benutzer gleichzeitig im eigenen Online-Office namens Google Docs – hier scheint man klar mit Microsoft zu konkurrieren. Und auf Hardware-Seite? Der Smartphone-Hersteller HTC bietet auf neuen Geräten ebenfalls Dropbox-Speicher an – eine Partnerschaft macht es möglich.

Auch Samsung und LG starten mit eigenen Speicherangeboten im Internet durch – alles im Sinne der Kunden(bindung). Ihr seht, der Markt ist nicht gerade klein, eine Vorab-Recherche lohnt immer und in Sachen Cloud sage ich persönlich: pikante Dokumente gehören nicht unverschlüsselt in die Cloud. Mein persönlicher Favorit ist zur Zeit Dropbox, allerdings scheinen auch SkyDrive und Google Drive in eine interessante Richtung zu gehen. In diesem Sinne – ich wünsche euch einen schönen Tanz in dem Mai und keine Wolken am Himmel, die dürfen heute ruhig rein digital bleiben.

Bildquelle: Clouds von theaucitron unter CC 2.0 auf Flickr