BYOD – schöner bunter Device-Garten
Einerseits kennen die IT-Systemadministratoren (CIOs) die Wünsche der Mitarbeiter, ihre Arbeiten von überall aus erledigen zu können – zu jeder Zeit. Andererseits werden die CIOs von ihren Vorgesetzten (CEOs) schikaniert, einem möglichen Device-Wildwuchs mit Verboten und Richtlinien entgegen zu treten. Eine Wunschvorstellung, die schon lange nicht mehr realisierbar ist. CIOs organisieren im Ein-Mann-Betrieb mit veralteten Systemen Unmögliches und beginnen, das unternehmenseigene Netz von innen heraus sukzessive zu durchlöchern. Somit werden sie den Wünschen der Mitarbeiter gerecht. Und der Vorgesetzte vertraut hier blind den Informationen seines CIO.
Ein offen gelebtes „Bring Your Own Device“-Konzept kann hier einiges entzerren und transparenter machen. Der Zugang ins Firmennetzwerk von unterwegs wird für die Mitarbeiter „legalisiert“, was die Identifikation mit dem Unternehmen noch einmal erhöhen mag. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, welche Geräte am liebsten sowohl privat als auch beruflich genutzt werden möchten. Ihre Mitarbeiter kennen ihre „eigenen“ Devices am besten und werden dadurch produktiver, mobiler, zufriedener und effektiver in ihrer Arbeit sein. Es macht auch wenig Sinn, wenn Sie Ihren Mitarbeitern sichere und preisgünstige Geräte zur Verfügung stellen – in der Hoffnung, der CIO wird sie schon die Benutzung einweisen. Die Akzeptanz bei Ihren Mitarbeitern für unbekannte Geräte wird vermutlich gleich Null sein. Treffen Sie die Auswahl, geeignete und aktuelle Devices für Ihre Mitarbeiter zu finden, auf jeden Fall mit allen gemeinsam. Sinnvoller Nebeneffekt: Nach erfolgreicher Einführung eines BYOD-Konzeptes im Unternehmen stimmt auch ein Großteil der sowieso geforderten IT-Dokumentation.
In kleinen bis sehr kleinen Unternehmen ist das Konzept schon länger etabliert. Nur kennt niemand die korrekte Bezeichnung dafür – BYOD. Das geht gut, solange man nicht für größere Kunden umfangreiche Dokumentationen erstellen muss, die die Nutzung, Sicherheit und Wiederherstellung der Device-Daten bis ins Kleinste steuern.
Worauf sollten Sie bei der Einführung des BYOD-Konzeptes unbedingt achten? Welche Software Lösungen können für das BYOD-Konzept geeignet sein?
Bevor Sie mit der Umsetzung des BYOD-Konzeptes beginnen, identifizieren Sie die möglichen Aufgaben, welche mit dem Device von unterwegs erledigt werden sollen. Ist eine Einbindung in firmeneigene Datenumgebungen notwendig? Oder reicht der mobile Zugriff der Mitarbeiter auf Emails oder Dokumente bereits aus? Ist Ihr CIO ausreichend qualifiziert, die Devices zu administrieren? Wenn nicht, lassen Sie sich von Fachleuten beraten und investieren Sie in die Ausbildung Ihres CIO.
Für die Verwaltung der Devices ist Mobile Device Management (MDM) das Stichwort. Mit MDM werden die Devices automatisiert gewartet, überwacht, gepatcht oder gewiped. Die Ausarbeitung geeigneter Policies, um private von firmeneigenen Daten klar voneinander zu trennen, sollte selbstverständlich sein. Eine kurze Policy zur Device-Nutzung im Unternehmen sollte ebenfalls schnell erstellt sein und ist dringend empfohlen.
Einige wenige der auf der CeBIT vorgestellten BYOD-Konzepte sind hier aufgeführt:
- Virtualisierungslösungen für Desktops mit Portable Zero Clients von Fujitsu Technology Solutions. Der Zugang auf den persönlichen virtuellen Desktop erfolgt mittels eines personalisierten USB-Sticks.
- Virtualisierungslösungen für alle Devices mit HTML5-fähigen Webbrowser – also auch Android, iOS oder BlackBerry, Tablets und Mobiles mit der Cortado Corporate Server Cloud-Desktop-Lösung.
- Implementierung von Datentunneln mit Hilfe von Managed Mobile Paketen für Smartphones per SMS verschickter Policy (CeBIT-Vortrag von Michael Melzig, Fujitsu Technology Solutions organisiert von CODE_n).
- Verschlüsselte Verbindung beliebiger Datenbanken oder Kundenumgebungen wie SAP, Oracle oder Navision mit allen gängigen mobilen Plattformen mittels des datomo Mobile Device Managements der PRETIOSO GmbH.
BYOD – mehr Chancen als Risiken.
Die Einführung von BYOD sollte Unternehmen entsprechender Größe keine Schwierigkeiten bereiten. Und gegen die Device-Anarchie mit unkontrolliertem Datenabfluss bei fehlenden Nutzungsrichtlinien im Unternehmen hilft auch der CIO nur begrenzt. Bringen Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen entgegen, dass sie ihre Arbeiten souverän und flexibel organisieren sowie durchführen können. Sie fördern dadurch zusätzlich die viel zitierte digitale Kompetenz Ihrer Mitarbeiter und die Furcht vor technischen Veränderungen. Weiterhin reduzieren sich unnötige Kommunikations(um)wege, wodurch Prozesse optimiert werden können. Vergessen Sie auch nicht, dass Ihre moderne Unternehmenseinstellung Sie als attraktiven Arbeitgeber und kompetenten Geschäftspartner erscheinen lassen kann.
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[...] einiger Zeit habe ich ein Konzept vorgestellt, wie die Unternehmen mit dem Device-Nutzungswildwuchs ihrer Mitarbeiter umgehen [...]