Kaum ein Markt ist so heiß umworben wie der Storagemarkt, wächst doch die zu speichernde Datenmenge scheinbar ins unermessliche. Wer wie ich mit einem Commodore 64 oder einem 8086 angefangen hat und das Betriebssystem noch von einer 5,25 Zoll Floppy Disc bootete, hätte sich damals nie vorstellen können, in welchen Speichersphären wir uns heute mit Tera-, Peta- und Exabyte bewegen.

Dabei helfen wir alle kräftig mit, denn schon alleine unsere Kommunikationswut scheint keine Grenzen zu kennen und technische Errungenschaften wie die Digitalisierung von Ton und Bild, sowie deren Transport per E-Mail tragen kräftig zum Datenwachstum bei. Standen die IT-Verantwortlichen vor dem Einkauf eines Fileservers einst vor dem Problem das Datenwachstum auf 3 Jahre zu prognostizieren und die anfallenden Datenmengen so auf die Server zu verteilen, dass die Backupfenster klein genug waren, um nicht das Netz zu verstopfen, kommen heute immer mehr zusätzliche Anwendungsdaten hinzu, die Speicherplatz beanspruchen, gebackupt werden und dann auch noch irgendwann in ein Archiv überführt werden wollen.

Storage Management Software übernimmt hier eine immer wesentlichere Rolle, kann hiermit doch vorhandene Infrastruktur weiter genutzt und neue Speichersysteme hinzugefügt werden. Mittels Storage-Virtualisierung kann die Software virtuelle Laufwerke schaffen, deren Inhalt auf verschiedenste Speichersysteme verteilt sein kann. Im Hintergrund können diesen virtuellen Laufwerken im laufenden Betrieb Festplatten oder ganze Speichersysteme hinzugefügt oder auch entnommen und anderweitig zugewiesen werden. Die Datenmigration auf den physikalischen Datenträgern erfolgt hierbei im Hintergrund.

Ein großes Problem bleibt, dass die kostenintensiven Primärdatenspeicher dennoch mit unstrukturierten Daten volllaufen. Auch hier kann Abhilfe geschaffen werden: Über zusätzliche HSM Funktionen (Hierarchisches Storage Management) kann bestimmt werden, wann welche Dateien wo gespeichert werden. So können z.B. Dateien, welche im permanenten Zugriff sind, zunächst auf schnelleren Raids gespeichert werden und nachdem der Zugriff nach einer gewissen Zeit nachlässt, automatisch auf einen langsameren aber günstigeren Sekundär-Speicher (Fileserver, Jukebox, Tape) überführt werden. Je nach Komplexität der Software kann das HSM auch bestimmen, welche Dateien mit welchen Zugriffsrechten verändert werden dürfen und welche zur Archivierung bestimmt und unveränderbar abgespeichert oder sogar über Offline-Archivierung ganz ausgelagert werden.

Tatsächlich ist die Archivierung laut einer im November letzten Jahres veröffentlichten IDC Studie zurzeit der Speichertreiber Nummer 1. Neben der gesetzlichen Archivierungspflicht elektronisch erzeugter Daten (Rechnungen, Bestellungen etc.), treibt vor allem die E-Mail Archivierung den Speicherbedarf enorm. Jedes Attachment im Verteiler an die Kollegen wird in Kopie einzeln auf dem Server gespeichert und muss demnach auch vielfach archiviert werden. Deduplizierung ist hier ein oft genutztes Schlagwort, bei der zu Archivierende Dateien verglichen und nur einmal im Archiv abgelegt werden.

Bei vielen Enterprise Storage-Herstellern wird eine entsprechende Managementsoftware direkt mit ausgeliefert oder zumindest gegen Aufpreis mit angeboten. Manche unterstützt dann auch Storagesysteme von Fremdanbietern, andere wiederum nicht. Ist die Management-Software nicht im Systempreis enthalten, lohnt es sich auf jeden Fall auch die Produkte unabhängiger Softwarehersteller zu prüfen, da diese in der Regel kompatibler zu den verschiedenen Technologien ist und man sich nicht von einem Hersteller abhängig macht.