Die Datenflut managen
Storage Management Software übernimmt hier eine immer wesentlichere Rolle, kann hiermit doch vorhandene Infrastruktur weiter genutzt und neue Speichersysteme hinzugefügt werden. Mittels Storage-Virtualisierung kann die Software virtuelle Laufwerke schaffen, deren Inhalt auf verschiedenste Speichersysteme verteilt sein kann. Im Hintergrund können diesen virtuellen Laufwerken im laufenden Betrieb Festplatten oder ganze Speichersysteme hinzugefügt oder auch entnommen und anderweitig zugewiesen werden. Die Datenmigration auf den physikalischen Datenträgern erfolgt hierbei im Hintergrund.
Ein großes Problem bleibt, dass die kostenintensiven Primärdatenspeicher dennoch mit unstrukturierten Daten volllaufen. Auch hier kann Abhilfe geschaffen werden: Über zusätzliche HSM Funktionen (Hierarchisches Storage Management) kann bestimmt werden, wann welche Dateien wo gespeichert werden. So können z.B. Dateien, welche im permanenten Zugriff sind, zunächst auf schnelleren Raids gespeichert werden und nachdem der Zugriff nach einer gewissen Zeit nachlässt, automatisch auf einen langsameren aber günstigeren Sekundär-Speicher (Fileserver, Jukebox, Tape) überführt werden. Je nach Komplexität der Software kann das HSM auch bestimmen, welche Dateien mit welchen Zugriffsrechten verändert werden dürfen und welche zur Archivierung bestimmt und unveränderbar abgespeichert oder sogar über Offline-Archivierung ganz ausgelagert werden.
Tatsächlich ist die Archivierung laut einer im November letzten Jahres veröffentlichten IDC Studie zurzeit der Speichertreiber Nummer 1. Neben der gesetzlichen Archivierungspflicht elektronisch erzeugter Daten (Rechnungen, Bestellungen etc.), treibt vor allem die E-Mail Archivierung den Speicherbedarf enorm. Jedes Attachment im Verteiler an die Kollegen wird in Kopie einzeln auf dem Server gespeichert und muss demnach auch vielfach archiviert werden. Deduplizierung ist hier ein oft genutztes Schlagwort, bei der zu Archivierende Dateien verglichen und nur einmal im Archiv abgelegt werden.
Bei vielen Enterprise Storage-Herstellern wird eine entsprechende Managementsoftware direkt mit ausgeliefert oder zumindest gegen Aufpreis mit angeboten. Manche unterstützt dann auch Storagesysteme von Fremdanbietern, andere wiederum nicht. Ist die Management-Software nicht im Systempreis enthalten, lohnt es sich auf jeden Fall auch die Produkte unabhängiger Softwarehersteller zu prüfen, da diese in der Regel kompatibler zu den verschiedenen Technologien ist und man sich nicht von einem Hersteller abhängig macht.