Syylex Glasmedien

Syylex Glasmedien

Als dunkle Zeitalter bezeichnet man geschichtliche Zeiträume, in denen Historiker mangels schriftlicher Belege nur Vermutungen über das Leben in der jeweiligen Epoche anstellen können. Viele Kritiker sehen uns heute wieder in einer solchen Zeit, denn all unser Wissen befindet sich auf Datenträgern, welche sich nicht in der Haltbarkeit der in Stein gehauenen Hieroglyphen der alten Ägypter oder der Papyrus-Schriftrollen der Griechen messen können.

Alle Jahre wieder lesen wir in den einschlägigen Computerzeitschriften warnende Artikel der verschiedensten Redakteure, wie unsicher CDs und DVDs sind, wie schwer und teuer es ist, Daten von USB- oder SD-Datenträgern wiederherstellen zu lassen und auch Festplatten scheinen keine gute Alternative zu sein, lassen sich doch heute schon im Schrank verwahrte Festplatten von vor 5 Jahren kaum mehr an einen aktuellen Rechner anschließen und starten.

Wohin also mit all unseren Daten? Wo die 10jährige Aufbewarungsplicht die meisten Unternehmer schon vor Probleme stellt, möchte jeder Hobbyfotograf sicherlich länger auf die Babyfotos der Kinder und Enkel, die Hochzeitfilme oder aber die Urlaubsfotos der hart ersparten Weltreise zugreifen. Negative Erfahrungen hat auch schon jeder gemacht, der Daten auf Discounter-Scheiben gebrannt hat, denn hier ist in der Regel schon nach 2 Jahren kein Bit mehr zu retten.

Die DVD ist tot, lang lebe die DVD!

Viele Hersteller optischer Datenträger bieten schon lange so genannte Archivmedien an, welche laut künstlichen Alterungstests in Klimakammern 30, 50 Jahre und teilweise noch längere Haltbarkeit versprechen. Hier werden die Datenträger mit gehärtetem Polycarbonat, Reflektionsschichten aus Edelmetallen wie Gold und Silber und auf besonders abgestimmten Produktionsstraßen hergestellt. Während viele Hersteller die Langlebigkeit der Datenträger nur behaupten, lässt sich zum Beispiel Sony DADC die Haltbarkeit durch den TÜV bestätigen.

JVC entwickelte gemeinsam mit TEAC ein Verfahren, in welchem aufeinander abgestimmte Laufwerke und Medien schon während des Schreibprozesses Rückmeldung über die Qualität der gespeicherten Daten geben. Mittels eines gesonderten Error-Checker-Laufwerks können die Datenträger kontinuierlich auf ihre Qualität überprüft werden. Die über 30 Jahre haltbare Archival Grade DVD-R ist nach ISO/IEC 10995 zertifiziert, dem einzigen weltweiten Standard, welcher die Testmethoden für die Bestimmung der Archivierungslebensdauer von DVD-R Rohlingen festlegt.

Millenniata M-Disc

Millenniata M-Disc

Allerdings gibt es auch wirkliche Weiterentwicklungen, wie zum Beispiel bei Millenniata, die für den Dye, die Datenschicht des optischen Mediums, Ihrer M-Discs ein anorganisches Material nutzen, welches vom Hersteller mit einem synthetischen Stein verglichen wird. Zurzeit können die Medien zwar nur in LG-Laufwerken der jüngsten Generation beschrieben werden, welche die Infomationsschicht über eine Firmwareänderung des Rekorders mit einer höheren Laserintensität beschreibt, weitere Laufwerkshersteller sind jedoch im Gespräch. Auch die Beschaffenheit des Mediums mit 4,7 Gigabyte Kapazität verspricht eine höhere Haltbarkeit, ist sie doch nicht wie herkömmlichen DVDs aus zwei verklebten Polycarbonat-Scheiben gefertigt, die nach ungünstigen Umwelteinflüssen auch gerne auseinander platzen.

Einen weiteren bemerkenswerten Ansatz bietet Syylex, die die Daten im Reinstraum direkt auf eine spezielle Glasscheibe bannen und somit allen Elementen trotzen. Auch dieses Medium mit 5 Gigabyte Kapazität kann in jedem DVD- und Blu-ray-Laufwerk gelesen werden. Zwar kann der Nutzer hier nicht mal eben selbst eine Scheibe “brennen”, jedoch können diesem Material weder Temperaturschwankungen, noch Feuchtigkeit wirklich etwas anhaben, wie der Hersteller eindrucksvoll mit Feuerzeug, Wasserbad und Metallwolle auf der Cebit (Stand D34 in Halle 3) bewies. Höhere Kapazitäten sind in der Entwicklung.

Letztendlich ist die Archivierung der persönlichen Daten fast eine philosophische Frage und nicht zuletzt auch eine des Geldbeutels, denn die vorgestellten Lösungen bewegen sich zwischen wenigen Euros bei Sony DADC, JVC und Millenniata, bis knapp unter 200,- Euro bei den Syylex Glasmedien. Während ich noch zu einer Generation gehöre, die nach wie vor wissen möchte, wo zumindest eine physikalische Kopie meiner Daten liegt, vertrauen viele schon gänzlich der Cloud und speichern Ihre Daten bei Dienstleistern wie Dropbox, Picasa oder integrierten Diensten von Apple & Co.. Fazit sollte auf jeden Fall sein, immer eine Ausfallsicherheit zu haben, dass heißt nicht blind einer Technologie oder einem Anbieter zu vertrauen.