Ja, für den Titel dieses Postings habe ich mir das aktuelle CeBIT-Motto geguttenborgt. Aber als ich dieses Motto, "Work and Life with the Cloud", das erste Mal hörte, ging ich in Gedanken durch, wie durchcloudet mein eigenes, digitales Setting so ist. Das Ergebnis: 267 von 475 Seiten sind gut die Hälfte meiner digitalen Aktivitäten sind vercloudet. Wie und warum und mit welchen Erfahrungen und Konsequenzen das verbunden ist, führe ich in meinem eigenen gestelzten Duktus im Folgenden aus (Warnung - superlanger Artikel mit zart angenerdetem Inhalt):

Die Cloud ist (leider noch immer) recht abhängig vom jeweils genutzten Gerätepark, weshalb ich meinen hier kurz aufliste:
• MacBook Pro 15'' - als halbmobiler Rechner
• AirBook 11'' - als mobiler Rechner
• Google Nexus One - als Arbeitstelefon
• iPhone 4 – als Privattelefon
• iPad 3G - als Tablet für zwischendurch
• Amazon Kindle 3G - für Bücher
Dazu kommen ein paar ergänzende Kleingerätschaften, die ich weiter unten erwähne, wenn es reinpasst.

Arbeit

Mail - Mit GMail benutze ich die beste mir bekannte, cloudbasierte Maillösung. Das mag auch daran liegen, dass ich seit meinem Umstieg 2009 einfach nicht mehr nach Alternativen gesucht habe. Vorher war Mail ein Schmerz im Pop3, noch davor benutzte IMAP Lösungen scheiterten oft an den Datenobergrenzen der Postfächer auf dem Server oder an Kompliziertheit. Regelmäßig maile ich vom MacBook, AirBook, Nexus One, iPhone und iPad, je nach dem, was gerade in Reichweite liegt und aufgeladen ist. Gmail passt sich geschmeidig dem Gerät an, keine Beschwerden, bis auf:

Adressverwaltung - eigentlich sollte sich die an Gmail anfügen, die von Google ist aber für mich dysfunktional. Sie ist nicht nahtlos geräteübergreifend wie Gmail, es fehlt ein vernünftiges Konzept - vor allem, was automatisierte Zusammenführung der Daten aus verschiedensten Quellen, Sortierung und Aktualität der Daten angeht. Grob geschätzt ein Viertel der Handynummern, die ich anrufen möchte, finde ich über Facebook, weil sie dort eben meistens aktuell sind. Der Austausch zwischen Handydaten (iPhone) und Gmail-Adressen ist ab Werk unzureichend und muss mit Plugins, Drittplattformen und Gaffatape selbst kompliziert zusammengedübelt werden. Doof. Adressverwaltung ist meine große Cloudschwäche.

Arbeitsdokumente – Das Loblied von Dropbox erklingt überall, und zwar zurecht. Wasser und Brot, das sind in der Cloud Gmail und Dropbox. Ich habe meinen gesamten Desktop auf beiden Laptops in die Cloud geschoben (ja, mit einem 100GB-Account). Will sagen: Jede lokale Datei, die ich auf dem Rechner speichere, wird sofort in die Dropbox-Cloud übertragen und von dort auf den anderen Rechner. Wenn ich mit dem Airbook unterwegs bin, bleibt das MacBook zuhause aufgeklappt: Dropbox aktualisiert sich regelmäßig und kopiert es auf den Desktop. Dropbox ist auch Teil meiner BackUp-Strategie, zusätzlich hängt im Heimnetzwerk eine Terabyte-TimeMachine, die stündlich backupt, über Bande also auch mein AirBook unterwegs. Mit Backblaze habe ich experimentiert, aber wegen unverschämter PopUp-Politik (Kreisch, kauf mich, kreisch!) davon abgelassen.

Kollaborative Dokumente – Ich weiss, das ist mittelfristig unbedingt mit dem Topos "Arbeitsdokumente" zu verschmelzen, aber ich brauche Word, PowerPoint etc., unter anderem, weil ich mit Kunden zusammenarbeite, die solche Formate wiederum für ihre internen Prozesse brauchen. Außerdem bin ich ärgerlich oft offline oder mit wackeliger Netzverbindung unterwegs (Zug, Flugzeug, Ausland). Ansonsten kollaboriere ich hauptsächlich mit Google Docs. Die Bücher "Wir nennen es Arbeit" und "Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin" habe ich mit den jeweiligen Coautoren in der Cloud geschrieben.

Präsentationen - Präsentationen sind ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit, daher habe ich einen Prezi Pro-Account. Ich benutze ihn derzeit eher sporadisch, was an zwei Dingen liegt: man muss dämlicherweise Online sein, um das lokale Prezi-Programm überhaupt starten und benutzen zu können, damit hatte sich Prezi seinerzeit den Super-Eumel 2010 verdient. Abgesehen davon wird man selten größere Fragezeichen in den Gesichtern von Kunden sehen als wenn man ihnen eine Präsentation mailen soll und es kommt eine Datei mit der Endung .pez an.

Veröffentlichungen - Mein Blog saschalobo.com habe ich versucht, als Plattform für alle meine Veröffentlichungen zu gebrauchen. Das hat so mittel geklappt, derzeit führt mein Blog die Existenz einer zu selten gegossenen Pflanze mit weniger als einem Artikel im Monat. Ich plane deshalb für die Jahresmitte einen Relaunch, der aktuelle Erkenntnisse von Cloud, Lifestream und Digitaldokumentation miteinander in Blogform verbinden soll. Be afraid.

Organisation

Aufgabenverwaltung – die Gmail-Aufgabenverwaltung ist grauenvoll. Getestet habe ich Remember the Milk, Things, Teuxdeux, Idonext, eine chinesische Things-Kopie und ein paar andere. Sogar mit Salesforce als kombinierte Businesslösung habe ich experimentiert, aber das hat sich für mich ungefähr angefühlt wie eine ToDo-Liste nicht auf einen (digitalen) Zettel zu schreiben, sondern auf eine Marmorplatte zu meißeln. Inzwischen bin ich bei producteev gelandet, das ist für mich der Blinde unter den Toten. Allerdings mit Potenzial.

Bookmarks - Delicious. Nichtmal Yahoo hat mich daran hindern können. Seit Jahren prophezeihe ich die Rückkehr und den großen Durchbruch der tagbasiertern Systeme, die Realität hat meine Prophezeihungen bisher harsch ignoriert, aber für Bookmarks gibt's im Moment wenig geeigneteres. Ausser man will mehr als 20 Bookmarks in Firefox gleichzeitig aufrufen, in was für einer Programmiersprache gewordenen Browserzumutung ist das eigentlich zusammengeschraubt? Regelmäßig teile ich Bookmarks auch durch simples Verschicken eines Links auch mit anderen Interessierten. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand mich thematisch stalken wollte, könnte man unter http://delicious.com/saschalobo/spon zum Beispiel alle Bookmarks sehen, die ich für aktuelle und zukünftige Spiegel-Online-Kolumnen sammle.

Termine – Meine Terminsituation besteht aus dem - mit mehreren anderen Leuten geshareten – Google Kalender. Das war auch das erste Cloudprodukt, das mein Leben substanziell verbessert hat. Wenn ich retrospektiv betrachte, wieviele Termine und Fristen ich vor Google Calendar verpeilt habe, dann würde ich ohne heute vermutlich in einer kalten Zelle tief unterm Finanzamt angekettet sein, verlassen von alle Arbeitskollegen und Kunden. Zusätzlich benutze ich zur Terminkoordination mit mehr Personen als nur mir selbst Doodle.

Finanzwesen – Eine halbe Stunde lang habe ich Billomat ausprobiert. Dann war ich erschöpft und schreibe seitdem wieder Rechnungen in Word. Hier sehe ich noch Luft nach oben. Gibt es inzwischen eigentlich irgendwas, wo man auch Rechnungen, die an einen gestellt werden, irgendwie extrem simpel einpflegen kann?

Information & Vernetzung

Echtzeit-Information - Für Android gibt es einen tolle Applikation namens SlideScreen Pro, die den Startbildschirm des Handy mit acht Streams (fast) in Echtzeit bestückt: Anrufe, SMS, Google Kalender, Gmail, Aktienkurse, Facebook-Stream, Google Reader, Twitterstream, das alles wird auf einmal angezeigt. Aktienkurse habe ich wegen Aktienallergie ausgeschaltet, alles andere erkenne ich mit einem Blick, bzw. darin stattfindende Neuigkeiten. Die App fühlt sich an wie ein Stück Kommunikationszukunft, alles ist verstreamt und verechtzeitet, weil es mobil abrufbar in der Cloud stattfindet - das ist famos. SlideScreen Pro könnte nach fast einem Jahr ohne Änderung aber mal wieder upgedatet und funktionserweitert werden.

Chat - Chatplattformen, can't live with them, can't live without them. Ein paar Arbeits-Freunde wohnen im Skypechat, mit anderen googlechatte ich, einige AIMen oder ICQen allen ernstes noch und über den Facebook-Chat kommen soziale Kontakte dazu, außerdem eine ab-und-zu-Randexistenz im IRC. Immerhin kenne ich niemanden, der iChat benutzt, das muss man mir positiv anrechnen. Und kann man das alles vereinen in einem Client? Nein (hauptsächlich wegen Skype). In der kollaborativen Benutzung eines Chats (bzw. Microkommunikation à la Yammer) sehe ich übrigens großes, ungehobenes Effektivitätspotenzial gerade für traditionelle Unternehmen.

Facebook Facebook nutze ich als Sammelplattform für viele, aber nicht alle digitale Aktivitäten. Ich habe ein Profil, das keine Freunde mehr zulassen kann und eine persönliche Page, die ich leider etwas vernachlässige. Eingebunden sind dort die meisten anderen benutzten Plattformen, irgendwie über Apps, RSS, FriendConnect, Favourite-Anbindung und Likebuttonifikation und Yahoo Pipes, alle untereinander vernetzt und halbautomatisch verbunden, Gott ist das kompliziert, ich habe längst die Übersicht verloren. Das führt oft zu der Angst, dass ein per Mail verschickter, irre peinlicher Screenshot aus Versehen über delicious zu einem Facebook-Link mit einem automatisch abgefilmten PDF auf Youtube eingebunden in ein Tumblelog via Pousterous getwittert wird. Oder so.

Twitter - Twitter benutze ich als Mischung aus Micro-Pressemitteilung und Witzcontest. Außerdem zur direkten Erforschung der unergründlichen Wege des Hyve-Mind (was verbreitet sich wie und warum oder auch nicht). Was wie oft von wo aus geklickt wird, tracke ich dabei mit bit.ly Pro.

Posterous - Ich gebe zu, Anfang 2010 oder so war ich Posterous-Fieber und habe neun Posteren eröffnet, um dort spezifische Inhalte und Informationen zu sammeln - als cloudbasiertes Knowledge Management System also. Übrig geblieben sind zwei oder drei, in unregelmäßiger Benutzung. Vielleicht werden die einfach bei meinem Blogumbau integriert, Posterous ist bloggen mit Stützrädern. Abgesehen davon hat Posterous seine Nutzer im letzten Jahr herb enttäuscht, in dem es alle möglichen Links heimlich zu Affiliate-Links umgebaut hat und damit gezeigt, was für Gefahren in der Cloud so lauern können.

Latitude - Latitude läuft auf dem Nexus One und dem iPhone gleichzeitig und funkt meine Position jederzeit ins Netz, um genau zu sein: auf mein Blog saschalobo.com, wo man beinahe in Echtzeit sehen kann, wo ich gerade bin. Ab und zu reagieren Leute erschüttert darauf, auch, weil sie nicht wissen, dass man den abgebildeten Ort händisch einstellen kann, wenn man möchte.

Blippy - Auf Blippy werden automatisiert alle Käufe via iTunes veröffentlicht. Warum ich diese Information in die Cloud pumpe, das erkläre ich ein andermal. Es hat aber vielleicht auch damit zu tun, dass ich ein bisschen bescheuert bin.

Ping - Ping spielt eine äußerst wichtige Rolle in meinem kulturmedial vernetzten Leben und – haha, nee, nur ein Scherz, niemand benutzt Ping, das Nichtschwimmerbecken unter den Networks, so social wie Isolationshaft.

Vi.sualize.us, Instagram, Twitpic, Flickr, Youtube, Foursquare, Tumbler und viele andere Netzwerke benutze ich hauptsächlich zur Dokumentation von selbst Geschaffenem (Instagram, Twitpic, Flickr) und Interessantem (Youtube Favourites, reddit Favourites, Tumbler, Vi.sualize.us). Dazu kommen noch gut fünfundzwanzig andere Dienste, die ich sporadisch bis homöopathisch nutze, damit ich später in der Presse behaupten kann, ich sei von Anfang an dabei gewesen, falls sie groß werden.

Unterhaltung & Kultur

Musik - Musik und Medien, das ist neben der Adressverwaltung meine zweiter völlig untercloudeter Aktivitätsposten, das Streamen aus der Cloud spielt in meinem Leben noch eine eher kleine Rolle (außer Youtube). Lediglich das iTunes-Radio benutze ich cloudseits, alles andere ist immer lokal gespeichert. Das liegt auch daran, dass ich nicht immer online sein kann (Zug, Flugzeug, Ausland), aber immer Musik hören will. Es wird nebenbei gesagt mal Zeit, dass Android mit einer diesen Namen verdienenden, eingebauten Musikverwaltung um die Ecke kommt und auch, dass die zwei, drei guten Streaming-Dienste mal nach Deutschland kommen. Ja, Spotify und Pandora, Ihr seid gemeint! Mit Last.FM bin ich nie warm geworden.

Filme - Auf iTunes kaufe ich ab und zu Filme. Das ist eine so mittelokaye User Experience. Der iTunes-Store hat leider eine grauenvolle, unapplige Usability. Ein einziges Mal habe ich auch probiert, über die Playstation Drei, bzw. den Sony Store einen Film zu laden. Es hat auch geklappt und nur drei Tage später (leider keine Übertreibung) konnte ich ihn wegen des langsamten Downloadservers des Planeten dann auch sehen. Habe mir aber fest vorgenommen, Sony Entertainment im Spätsommer 2067 eine ernsthafte zweite Chance zu geben. Die Online-Videothek Maxdome wollte ich vor einigen Jahren nach ihrem Start ausprobieren und habe mich durch groteske Nutzerführungen durchgeklickt, um ganz am Ende zu erfahren, dass man die Plattform nur mit dem PC nutzen kann. Wie es heute ist, weiss ich nicht, weil es mich nicht mehr interessiert. Ich bin ein sehr nachtragender Typ bei sowas.

eBooks - Mit dem neuen Kindle 3G kann man neben dem eBooks-Lesen zwar auch ins Netz, aber der Kindle hat den allerschlechtesten Browser der Welt, das kann man ohne jede Klagegefahr so sagen. Dazu kommt, dass Geräte dieses Formats ohne Touchscreen sich anfühlen wie aus dem 20. Jahrhundert. Die Buchfunktion ist aber toll, vor allem der accountbasierte Austausch. Will sagen, ein gekauftes Buch ist auf dem Kindle und auf jedem anderen Gerät, auf dem man sich einloggt. Auch auf der Kindle-App beim iPhone. Liest man ein Buch auf dem einen Gadget, ist die richtige Seite auf dem anderen automatisch aufgeschlagen. Der Screen des Kindle ist beeindruckend, ich dachte bei der Lieferung erst, da sei eine bedruckte Schutzfolie drauf und wollte sie abziehen. War aber der Bildschirm - sehr toll (hat nur leider wenig mit der Cloud zu tun). Eine durchaus schöne Cloudfunktion des Kindle ist, dass ich verschiedene Dateien (PDF, Word, etc) an eine mir zugewiesene Mailadresse @kindle.com senden kann - und das Dokument ist im Nu auf dem Gerät zu lesen. Der große Kindle DX ist mir übrigens nach eingehenden Tests (drei Minuten) als zu sperrig erschienen.

Spiele - Das iPad benutze ich zum Zwischendurch-Mailen und Schreiben, und zwar mit dem Zagg Mate, das gleichzeitig eine Schutzhülle und eine Tastatur ist. Ansonsten spiele ich auf dem iPad (und ab und zu auch dem iPhone), und zwar die allernaheliegendsten und meistverwendeten Spiele, Angry Birds, Cut the rope, Worms II, Doodle Jump, alles middle of the road und in vielen Fällen auch mit cloudbasierten Vergleichsplattformen wie GameCenter oder OpenFeint verbunden, so dass ich meine Ergebnisse auf Facebook posten kann. Da sind sie dann.

Gesundheit

Fitness - Zwei Internet-Waagen habe ich ausprobiert, YouW8 fing gut an und war dann schnell defekt, Withings erscheint mir besser. Die Waage sendet Gewicht und Fettanteil ins Netz, wenn man möchte auch auf Facebook und Twitter, und mit einer iPhone-App kann man die Werte und die dazugehörigen Statistiken dann abrufen und auswerten. Das hilft tatsächlich bei Kontrolle und Motivation der eigenen Fitness (ein bisschen). Wenn irgendwann noch Blutdruck und andere Werte so simpel gemessen und ins Netz geschickt werden können, dann stelle ich mir cloudbasierte Gesundheit als echten Vorteil vor, weil zum Beispiel über eine Mustererkennung Krankheiten früherkannt werden könnten (Temperatur hoch, Blutdruck tief, Blutsauerstoff gering, das ist die Beulenpest, gehen Sie zum Arzt!). Abgleichen kann man Withings übrigens mit Google Health, was ich auch tue, ohne so recht zu wissen warum, denn dort lungern die Daten in meinem Fall in einer Cloudsackgasse herum.

Sport - Jetzt nicht lachen oder nur leise lachen oder nicht so lange laut lachen oder egal, aber ich jogge ab und zu. Dann nehme ich das iPhone mit, da ist Nike+ GPS drin, die Joggingdaten werden aufgezeichnet und beim Syncen des iPhone in die Cloud verschoben. Weshalb es nicht direkt in Nikes Running-Community geschossen wird, bleibt leicht rätselhaft. Aber immerhin kann ich das iPhone in einen dafür vorgesehenen Slot des Laufbandes in meinem Fitnesstudio stecken, dann werden die Daten auch transferiert. So kann ich dank der Cloud genau nachvollziehen, dass ich in der ersten Woche des Jahres 12 Kilometer gelaufen bin, in der zweiten 8, in der dritten war ich krank, in der vierten 5 Kilometer und in der fünften bis siebten null Kilometer.

Fazit
Mein digitales Ich ist stark vercloudet. Es fühlt sich nicht schlimm an oder so. Abhängigkeiten ist ein Kennzeichen des digitalen Zeitalters. Wenn eine Festplatte runterfällt, komme ich an die Daten im Zweifel ungefähr so schwer und kostenaufwändig ran, als lägen sie in einem Bunker in New Mexico. Wenn Gmail oder Dropbox allerdings kaputtgehen oder geknackt werden, dann habe ich ein Problem, ungefähr vergleichbar mit einem Wohnungseinbruch. Private Daten in der Cloud und bei Unternehmen sind für mich aber ganz offensichtlich ein eingehbares Risiko nach dem Prinzip "Ungebranntes Kind scheut das Feuer nicht".

Der große Hemmschuh ist derzeit klar die mangelhafte Vernetzung der dutzenden Cloud-Services untereinander. Ein großes Riesensystem anzustreben, wäre unklug, schon jetzt bin ich mit der gleichzeitigen Nutzung der vier bis fünf relevanten Cloudservices aus dem Hause Google nur mäßig glücklich. Die ergänzende Benutzung unterschiedlicher Plattformen ist eine Art, wenigstens ein bisschen Kontrolle zu behalten. Allerdings müsste dafür ein einfacherer, besserer, verbindlicherer Standard der Kommunikation zwischen den Plattformen geschaffen werden. Die Technologie gäbe es längst, damit etwa Facebook-Kontakte, Gmail-Adressen und Handytelefonnummern im iPhone nahtlos und geschmeidig miteinander verschmelzen - es wird bloss aus kleingeistigen Abgrenzungsgründen noch nicht getan – oder so verkompliziert, dass es unpraktikabel wird. Bis es soweit ist, bleibt meine Cloudwelt so zusammengestückelt und flickendurchwirkt, wie sie da beschrieben oben ist. Immerhin.