Tablet-PCs (weil dreieinhalb Zoll zu wenig sind)
Weg vom Schreibtisch, ab auf die Couch, in der einen Hand die Teetasse, mit der anderen durch die Twitter-Timeline scrollen: Das verspricht mir ein Tablet.
Tatsächlich tue ich das bereits regelmäßig (die Tasse platziere ich allerdings aus Sicherheitsgründen auf dem Tisch), aber ich tue es auf einem 3,5-Zoll-Display. Das ist akzeptabel für ein Hosentaschen-Gerät, für die Couch ist es zu wenig.
Mein Wunsch-Produkt: Ein iPhone in groß (was nicht heißt, dass Apple draufstehen muss), mindestens 10-Zoll-Display, Multitouch, Bedienung ausschließlich mit den Fingern – dafür eine gute Software-Tastatur mit richtig gutem Wörterbuch, alternativ die Möglichkeit, eine Bluetooth-Tastatur zu verbinden, ein Betriebssystem, das auf Multitouch-Bedienung ausgelegt ist, ein Appstore. – Fertig.
Fast alle großen Hersteller arbeiten an der Entwicklung eigener Tablet-PCs, aber bisher gibt es kaum mehr zu sehen als Prototypen und blinkende “Pre-Order”-Buttons (erinnert uns an was, oder?). Appetitanregend sind sie allerdings, und zwei vielversprechende Modelle, das JooJoo und die Camangi Webstation, sind in den USA immerhin bereits vorbestellbar (auch wenn weitere Verzögerungen und Preisanpassungen keine Überraschung wären).
Das JooJoo ist der uneheliche Bruder des totgeborenen CrunchPad. Es hat ein 12-Zoll-Display, eine 4 GB SSD. Das UNIX-basiertes Betriebssystem soll innerhalb von 9 Sekunden direkt in seinen Webkit-Browser booten. Mehr als Internet kann es dann allerdings auch nicht. Trotzdem könnte es eine Alternative für manchen sein, der ursprünglich mit einem Netbook liebäugelte. Meinem Wunschprodukt kommt es zumindest den Spezifikationen nach schon recht nah – aber der Appstore fehlt. Zusammen mit dem Preis von 500$ könnte das für viele potentielle Käufer ein Hinderungsgrund sein. Auf erste Erfahrungsberichte darf man in acht Wochen hoffen.
Mit ihrem 7-Zoll-Display ist die Camangi Webstation deutlich kleiner als das JooJoo und nur etwa doppelt so groß wie das iPhone. Für mich die falsche Größe: zu groß für die Hosentasche, immer noch zu klein für die Couch. Dafür benutzt sie Android, hat GPS und einen eigenen Appstore. Vielleicht eine Alternative zum E-Book-Reader für Menschen, die mehr Internet als Bücher lesen. Preis: Knapp 400$.
Unter den angekündigten Tablets für nächstes Jahr sind das ICD Ultra (7-Zoll-Bildschirm, Android, mit etwas Glück ab 250$), das ICD Vega (gerüchteweise in 7, 11 und 15 Zoll) und das Archos 9 (9 Zoll, Windows 7).
Ach ja: Und dann wäre da noch Apple.