Das Projekt der nächsten Jahre? Die Vereinigung der Realität mit der Virtualität.
Meine Wette mag prinzipiell keine überraschende sein, doch wird drei Faktoren oft zu wenig Bedeutung zugemessen: dem Aha, dem Ooh! und den blitzenden Augen. Der nicht an der Nadel der Technik hängende Mensch verbindet mit Begriffen wie »Augmented Reality« oder »Motion Capture« keine Emotionen, erkennt das Potenzial der Anwendungen in der Theorie nicht oder fühlt sich gar verschreckt durch die technische Praxis. Genau diese Kluft können Kunstprojekte – wenn sie denn gut sind – überbrücken. Sie können Augen öffnen. Begeistert aufreißen, binnen Sekunden statt tiefgründig erklärenden Tiraden.
Tagged in Motion, in Kooperation mit dem Graffiti-Künstler Mirko Reisser aka Daim von der Hamburger Agentur Jung von Matt/next entwickelt, gelingt kein guter Brückenschlag. Sondern ein hervorragender.
Daim sprüht in den leeren Raum. Drei Kameras tracken mithilfe von an Kopf und Hand angebrachten Patterns sowohl seine Position als auch die der imaginierten Dose in der Luft. Die auf einem Computer in Echtzeit verarbeiteten 3D-Grafiken werden auf seine Videobrille geschickt. Darüberhinaus kann er während dem Malen via Bluetooth-Controller Farbe, Strichstärke sowie Textur festlegen.
Schlussendlich entsteht so ein dreidimensionales, frei begehbares Piece im Raum – eine intuitiv erfahrbare Brücke zwischen realer Kunst und virtueller Darstellung, die jeder, jeder, sofort begreift, sobald er die Brille trägt.
[...] schön finde ich auch “Tagged in Motion”, ein Projekt, in welchem der Graffiti-Künstler Daim mit Hilfe dreier Kameras und einer Videobrille [...]